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SGE und die Sportpolitik

Eintracht Frankfurt setzt auf die Jugend - Karriereende von Makoto Hasebe steht bevor

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Makoto Hasebe macht im Sommer wohl Schluss. Die Eintracht will eher auf junge, talentierte SGE-Spieler wie Evan Ndicka setzen – aus gutem Grund.

Frankfurt – Für die im Fußballjargon gern bemühte „Entlastung“ haben die Hausherren im Stadtwald am Samstagnachmittag nicht mehr sorgen können. Mit Anpfiff des zweiten Durchgangs hatte Eintracht Frankfurt Mühe, sich aus dem Klammergriff der Dortmunder Borussia zu befreien, konstruktive Angriffe waren eine Seltenheit – und das lag nicht an dem überraschenderweise äußerst seifigen und holprigen Geläuf. Es lag vielmehr an der generellen Qualität, die zweifelsfrei im BVB-Aufgebot steckt und die es nach dem Wiederanpfiff auf das Feld brachte.

Macht im Sommer wohl Schluss: Makoto Hasebe.

Eintracht Frankfurt gegen den BVB: SGE hätte Impuls von außen helfen können

Dem Eintracht-Spiel hätte ein Impuls von außen helfen können, eine neue Kraft, spritzig und quirlig, die frischen Wind erzeugt. Trainer Adi Hütter aber waren die Hände gebunden, er wechselte erst den Zerstörer Stefan Ilsanker ein, anschließend noch Dominik Kohr, treffender Spitzname Hard-Kohr, und Bas Dost, den einzig verbliebenen Stürmer, der sicher vieles ist, aber nicht spritzig und quirlig.

Ein Akteur wie Amin Younes hätte vielleicht noch Dampf ins SGE-Spiel bringen können, doch der 27-Jährige hatte sich zuvor im Eintracht-Training „weh getan“, wie Hütter sagte, weshalb er aus dem Kader gestrichen wurde. Der Coach räumte aber ein: „Er wäre zum Schluss hinaus ein Spieler gewesen, der uns gut getan hätte“, weil der BVB „sehr riskant“ verteidigt habe, „da wäre Amin der ideale Spieler gewesen.“

Anschließend ist der Fußballlehrer sogar gefragt worden, ob Eintracht Frankfurt nicht überlegen müsse, im Winter auf dem Transfermarkt nachzulegen, die Offensivkraft und die personelle Ausstattung ließen doch zu wünschen übrig. Hütter begegnete der Einlassung mit einer grundsätzlichen Einschätzung, die eine politische Tragweite hat. Der 50-Jährige verwies auf talentierte Offensivspieler wie Aymen Barkok oder Daichi Kamada, die er fördern und nicht blockieren möchte. „Wenn man neue Spieler holt, kann man die Entwicklung der jungen Spieler nicht vorantreiben. Daher möchte ich das nicht.“ Davon mal abgesehen, hat der durch Corona wirtschaftlich arg gebeutelte Klub gar nicht die Kapazitäten, um personell nachzulegen.

Eintracht Frankfurt (SGE): Laufbahn von Makoto Hasebe neigt sich dem Ende zu

Dem SGE-Trainer ist es ohnehin ein Dorn im Auge, dass er gleich sechsmal die älteste Eintracht-Elf ins Rennen schickte. Er versucht nun, diesen Trend mit Augenmaß im laufenden Wettbewerb zu korrigieren. Gegen Dortmund etwa betrug der Altersschnitt 27 Jahre, am ersten Spieltag gegen Bielefeld waren es noch 29,2. Einer, der den Schnitt nach oben treibt, ist Makoto Hasebe, der im Januar 37 Jahre alt wird und seit drei Spieltagen draußen sitzt. Der Japaner sei „einer der besten Profis, die ich je trainiert habe“, sagt Hütter.

Doch selbst die scheinbar unendliche Laufbahn des klugen Kopfes neigt sich dem Ende zu. „Im Sommer wird seine Fußballerkarriere so ziemlich sicher zu Ende sein“, wirft Hütter erstaunlich unverblümt ein. Und klar sei ebenso: „Wenn Makoto spielt, spielt entweder Martin Hinteregger oder Evan Ndicka nicht.“

Sportpolitik von Eintracht Frankfurt: Spieler holen, entwickeln, abgeben

Hinteregger ist für den Eintracht-Trainer unantastbar, und der 21 Jahre alte Ndicka gilt als Rohdiamant, der jetzt auf seine Einsätze kommen müsse. Der Franzose rechtfertigt das Vertrauen mit hervorragenden Leistungen, er tritt wie ein alter Hase auf. Die Dreierkette (mit dem im Januar ausscheidenden David Abraham als rechtes Glied) ist auch in dieser Besetzung bestens aufgestellt.

Doch auch in diesem Fall spielt die Sportpolitik hinein, denn bei Ndicka kommt die Vereinsphilosophie zum Tragen: Spieler holen, entwickeln, abgeben. Bei ihm gebe es den Gedanken, „ihn vielleicht in naher Zukunft mal für gutes Geld zu verkaufen“, sagt Hütter offen. „Er hat das Talent und die Qualität dazu.“ Ndickas Marktwert liegt bei 22,5 Millionen. Das Besondere: Eine Ablösesumme würde vollends in die Eintracht-Kasse wandern, eine partizipierende Drittpartei ist bei ihm nicht zwischengeschaltet. Auch selten heutzutage. (Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein)

Rubriklistenbild: © AFP

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