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Die Entscheidung: Filip Kostic (links) macht das 2:0, der VfB ist geschlagen.

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart

Eintracht-Flügelspieler Filip Kostic knockt Stuttgart aus

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    Ingo Durstewitz
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Der bescheidende Eintracht-Matchwinner Filip Kostic zeigt gegen VfB Stuttgart eine herausragende Leistung – mal wieder.

Ganz zum Schluss, in der Nachlese, zeigte der Matchwinner, dass er nicht nur ein herausragender Fußballer ist, sondern auch, dass er gute Manieren hat. Über seinen Ex-Verein, den gerade geschlagenen VfB Stuttgart, verlor Eintracht-Torschütze Der bescheidende Eintracht-Matchwinner Filip Kostic zeigt eine herausragende Leistung – mal wieder kein böses Wort. Er habe eine schöne Zeit bei den Schwaben gehabt, der VfB sei ein „großer Klub“, der es verdient habe, auch weiterhin in der Bundesliga zu spielen. Dann bedankte er sich artig für die Aufmerksamkeit, verabschiedete sich von der netten Dolmetscherin mit einer etwas unbeholfenen Umarmung und einem schüchternen Lächeln – und entschwand im Heiligtum einer Fußballmannschaft, der Kabine. Dorthin hatte er bereits ein paar Minuten vorher den Spielball geschleppt, gut und sicher verstaut in seiner Sporttasche. „Heute“, sagte der 26-Jährige, „ist ein besonderer Tag für mich.“

Als der serbische Nationalspieler am Sonntagabend nach 89 Minuten ausgewechselt wurde, erhoben sich die Zuschauer im Stadtwald von ihren Sitzen und machten dem Linksfuß ihre Aufwartung. Beifall in ohrenbetäubender Lautstärke brandete auf, so frenetisch ist in Frankfurt schon lange kein Spieler mehr abgefeiert worden. „Dieser Applaus“, befand Trainer Adi Hütter, „spricht Bände.“ Filip Kostic hat gespürt, dass an diesem Abend etwas Spezielles passiert ist. „Ich bedanke mich für die Unterstützung“, sagte er aber nur ganz leise. Wieder so ein Satz, der irgendwie typisch für den zurückhaltenden, ja fast scheuen Profi ist. „Ich habe vom ersten Tag einen Topspieler mit einer Top-Einstellung bekommen“, betonte Coach Hütter, „viel wichtiger ist aber, wie bescheiden er ist.“ Kostic tritt jedem Mitarbeiter gegenüber höchst respektvoll und höflich auf. „Er kommt jeden Morgen mit einem großen Lächeln im Gesicht zum Training“, erzählte Kapitän Gelson Fernandes. „Es macht einfach Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten.“

Wer Filip Kostic bei Eintracht Frankfurt erlebt, glaubt an einen Doppelgänger

Umso überraschender ist das alles, wenn man bedenkt, in welchen Schubladen er steckte, als er aus Hamburg nach Frankfurt kam. Er galt als Söldner und Abzocker, als schwieriger Charakter sowieso, seine Lustlosigkeit könne sich schon mal auf die Mannschaft übertragen, hieß es. Wer Filip Kostic in Frankfurt erlebt, der kann nur schlussfolgern, dass in Hamburg und Stuttgart und sonstwo ein Doppelgänger unterwegs gewesen sein muss. „In was für Schubladen er steckte, das hat mich total enttäuscht“, sagte Trainer Hütter. Nachvollziehen habe er das zu keinem Zeitpunkt können.

Auf dem Feld verwandelt sich der nette Herr Kostic hingegen in einen Sportler, der mit so viel Wucht und Power über das Feld brummt, dass gegen ihn schlichtweg kein Kraut gewachsen zu sein scheint. Er beackert seine linke Außenbahn mit einem Affenzahn, voller Dynamik und Tempo – obwohl er nominell ja als Außenverteidiger aufgeboten ist.

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Der Serbe hat am Sonntag die Schwaben nicht im Alleingang erlegt, das wäre natürlich übertrieben, aber Kostic hatte entscheidenden Anteil an diesem letztlich ungefährdeten 3:0 (1:0)-Erfolg. Er war es, der quasi mit dem Halbzeitpfiff die Tür öffnete, sein „eminent wichtiges 1:0“ (Hütter) ebnete der Eintracht den Weg und hatte das Spiel, wie der Trainer befand, so ein bisschen „auf den Kopf gestellt“. Es war kein Zufall, dass Kostic auf einmal im Stuttgarter Strafraum aufgetaucht war, er geht diese langen Wege immer und immer wieder, auch in der 95. Minute noch. Sein Pensum ist nahezu unglaublich, „es ist überragend, wie er marschiert“, sagte Mitspieler Fernandes.

Kostic knockt Stuttgart aus

Kostic war es auch, der den VfB mit seinem zweiten Streich entscheidend ausknockte, nach einem feinen Pass von Ante Rebic ging er auf und davon, behielt die Nerven und tunnelte den Stuttgarter Schlussmann Ron-Robert Zieler (64.). Damit war der Deckel im Grunde drauf.

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In den letzten fünf Bundesligapartien war er an sieben Treffern beteiligt, vier machte er selbst, drei legte er auf. Er ist in absoluter Topform, ein Spieler von internationalem Format. „Für das, was er leistet, belohnt er sich fast noch zu wenig“, findet Kollege Sebastian Rode. Für Trainer Hütter ist er eigentlich schon seit Saisonbeginn ein Erfolgsgarant. „Er ist ein Spieler, der uns unheimlich viel Freude bereitet. Seit Wochen und Monaten reibt er sich auf und gibt alles“, bekundete der Trainer und zog seinen imaginären Hut.

Bevor Filip Kostic dann in der Kabine entschwand, wollte noch einer wissen, ob das nun die beste Zeit seiner Karriere sei. Filip Kostic antwortete, wie ein Filip Kostic zu antworten pflegt, er sagt nur: „Ja.“

Seferovic trifft

Benfica Lissabon, am Donnerstag in einer Woche Eintracht-Gegner in der Europa League, hat am Samstag das Ligaspiel gegen CD Tondela dank eines Treffers von Haris Seferovic gewonnen und wieder die Tabellenführung in Portugal übernommen. Der ehemalige Frankfurter Stürmer schoss den Siegtreffer in der 84. Spielminute, wodurch sein Team wieder am FC Porto vorbeizog. Seferovic war zuletzt an der Leiste verletzt und ist erst jetzt wieder fit geworden. Eintracht Frankfurt tritt am 11. April im Viertelfinalhinspiel bei Benfica Lissabon an, eine Woche später folgt das Rückspiel. (dpa)

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