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Luka Jovic wird sein Debüt im Real-Dress aller Voraussicht nach am Sonntag feiern.

Luka Jovic

Der Eintracht auf ewig dankbar

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Luka Jovic erzählt seine Geschichte.

Seinen Urlaub hatte Luka Jovic mal eben verkürzt, um auch ja den Flieger nach Übersee zu erwischen. Seit vergangenen Mittwoch weilt der ehemalige Angreifer von Eintracht Frankfurt mit seinem neuen Klub, Real Madrid, auf kanadischem Boden. In Montreal bereiten sich die Königlichen zurzeit auf die neue Saison vor. Er schießt Tore gegen Keeper Thibaut Courtois, er wird daran gehindert von Raubein Sergio Ramos, er kombiniert mit Superstar Eden Hazard. Eine andere Welt.

Während Jovic sein Debüt im Real-Dress aller Voraussicht nach am Sonntag feiern wird, dann in den USA gegen den FC Bayern, erinnerte sich der 21-Jährige nun an die Vergangenheit zurück. Für The Players‘ Tribune, einem US-amerikanischen Sportportal, das regelmäßig Stars aus allen Sportarten ihre Geschichten erzählen lässt, zählte Jovic die Stationen seines noch jungen, aber doch ereignisreichen Lebens auf. Begonnen hat alles in Batar, einem Dorf an der bosnisch-serbischen Grenze, 100 Häuser, mehr nicht. Fast alle Einwohner lebten von der Landwirtschaft. Ihr Motto: „Hart arbeiten und groß denken“, erzählt Jovic. Daran hält er sich bis heute.

Später, als er zehn Jahre war, stellte die Leukämie-Erkrankung seiner Schwester einen Einschnitt im Familienleben der Jovics‘ dar, Sohnemann Luka aber packte all seine Energie in den Fußball. Bei Roter Stern Belgrad machten sie ihn mit 16 zum Profi. Alles schien bereitet für eine große Karriere, die doch ins Stocken geriet, als Jovic die große weite Welt bei Benfica Lissabon entdecken wollte. „Als ich in Lissabon ankam, dachte ich viel an Zuhause und fing ohne Grund an zu weinen.“

Die Rettung war die Eintracht, der Klub, der das Potenzial des Torjägers nicht nur erkannte, sondern es auch freilegte. „Als ich zur Eintracht wechselte, änderte sich alles“, sagt Jovic. Der Klub definiere sich nicht über sein Geld, sondern über ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl. Jovic startete durch, schoss vergangene Runde 27 Tore und sich damit zu Real. „Es war ein neues Erlebnis für mich, für Fans zu spielen, die dich unterstützen, selbst wenn du verlierst“, erinnert er sich. Speziell das verlorene Europa-League-Halbfinale beim FC Chelsea werde ihm immer in Erinnerung bleiben. „Ich war in meiner Karriere selten so traurig, dass ich weinen musste. Dort schon. Aber nicht direkt nach dem Elfmeterschießen, sondern als wir vom Platz gingen und ich die Eintracht-Fans unsere Hymne singen sah, mit Tränen in den Augen, obwohl wir gerade verloren hatten.“ Seinen langen Beitrag schloss Jovic mit einem Wörtchen ab: „Danke“.

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