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Eintracht erst flüssig, dann stockend

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Von: Daniel Schmitt

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Darf er in Magdeburg überhaupt spielen? Hrvoje Smolcic (links) droht womöglich eine Sperre.
Darf er in Magdeburg überhaupt spielen? Hrvoje Smolcic (links) droht womöglich eine Sperre. © Jan Huebner

Die Eintracht gewinnt ihren Test in Walldorf mit 5:0, in der Startelf stehen vor allem altbekannte Gesichter / Glasner alles in allem zufrieden.

Oliver Glasner war zufrieden, zumindest nach 30 Minuten in diesem letzten Test vor dem Ernstfall. In Walldorf, Viertligist FC Astoria war der Gastgeber, schrie der Trainer von Eintracht Frankfurt übers Feld: „Bravo, bravo.“ Er klaschte dabei in die Hände, schaute nach unten, schien in seinem Innern kurz zu forschen, ob denn doch irgendetwas nicht passte. Er fand nichts. Der Blick ging wieder nach oben, des Fußballlehrers Stimme ertönte erneut: „Bravo!“ Nun hatten die Frankfurter in eben jener Minute nicht mal ein Tor erzielt, Rafael Borré verzog, die Entstehung der Chance aber, der Kombinationsfluss, das Direktpassspiel, die Steil-Klatsch-Abläufe seines Teams ließen den Coach zufrieden zurück.

Im abschließenden Privatspiel vor dem am Montag anstehenden Erstrundenduell im DFB-Pokal beim 1. FC Magdeburg zeigte die Eintracht in der ersten Hälfte guten Fußball, sie gewann dann auch locker mit 5:0 (3:0). Es trafen nach 54 Sekunden der starke Jesper Lindström, später noch Filip Kostic mit einem Filip-Kostic-Treffer, einem Knaller unter die Latte (11.), sowie Borré per Kopf (23.). Nach dem Seitenwechsel, als das Eintracht-Spiel wesentlich unrunder war, es gar stockte, trugen sich Kristijan Jakic (83.) und Lucas Alario (86.) in die Torschützenliste ein. „Ich habe viel gesehen, was mir sehr gut gefallen hat“, so Glasner, aber auch „ein bisschen“, was noch besser werden müsse.

Stehen erlaubt

In der Champions League kann die Eintracht ihren Fans Tickets für Stehplätze anbieten und somit die Stadionkapazität ausschöpfen. Wie die Frankfurter mitteilten, hat die Uefa drei Ländern für die Saison 2022/23 dafür die Erlaubnis erteilt. Neben Deutschland dürfen auch Frankreich und England in allen Uefa-Klubwettbewerben testweise Stehplätze nutzen. Für die Eintracht bedeutet dies, dass in der ersten Champions-League-Spielzeit in der Klubgeschichte bis zu 51 500 Zuschauenden das Stadion besuchen können. „Das ist eine kluge und mutige Entscheidung der Uefa“, sagte Eintracht-Vorstandsmitglied Philipp Reschke. dpa/FR

Die Eintracht war ohne ihren Torhüter Kevin Trapp angetreten. Der 32-Jährige fehlte erkrankt – ob er in Magdeburg den Kasten hüten kann, ist offen. Ebenfalls fraglich ist Verteidiger Evan Ndicka, der aufgrund einer Wadenblessur ebenfalls aussetzte. Bei dessen Vertreter Hrvoje Smolcic muss die Eintracht zudem klären, ob er nach einer Gelb-Roten Karte im kroatischen Pokalfinale auch im deutschen Cupwettbewerb gesperrt fehlt.

Glasner jedenfalls verzichtete in Walldorf erneut darauf, seine Profis über eine längere Spielzeit laufen zu lassen. Zur Pause tätigte er elf Wechsel. Damit hat kein einziger Frankfurter Fußballer in der Vorbereitung ein Testspiel über die volle Spieldauer bestritten. Zudem auffällig: Mit Ausnahme von Smolcic, Mario Götze und Torwart Diant Ramaj, standen in der ersten Elf nur altbekannte Gesichter, die Europa-League-Sieger. Sie scheinen für das Magdeburg-Spiel gute Chancen auf Startplätze zu haben. Daichi Kamada gestaltete das Spiel von der Sechserposition aus, Nebenmann Djibril Sow trug die Kapitänsbinde. Erst nach dem Seitentausch durften die weiteren Zugänge um Faride Alidou, Randal Kolo Muani und Alario ran. Er, so Glasner, habe dann in der Offensive „auch noch einige Abstimmungsprobleme“ gesehen, was aber normal sei. „Da haben die fünf Wochen Vorbereitung nicht ganz gereicht.“ Für Verteidiger Jerome Onguene war der Einsatz nach einer Viertelstunde wieder vorbei - Verletzung am linken Oberschenkel.

Zu guter Letzt äußerte sich der Eintracht-Trainer zur Causa Kostic. Ob der Serbe in Frankfurt bleibe, wurde er gefragt. Seine Antwort: „Ja.“ Dann schob er hinterher: „Stand heute bin ich sicher, dass er bei uns bleibt.“ Wie die Filip-Kostic-Welt morgen aussieht? Nun ja.

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