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Immerhin noch der Ausgleich - der Artistik-Treffer von Ajdion Hrustic. Foto: Hübner
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Immerhin noch der Ausgleich - der Artistik-Treffer von Ajdion Hrustic.

SGE

Eintracht Frankfurt enttäuscht: nächster Rückschlag gegen Mainz 05

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Eine blutleere Eintracht kommt gegen Mainz 05 nicht über ein Remis hinaus und muss Borussia Dortmund vorbeiziehen lassen.

Frankfurt - Als der umsichtige Schiedsrichter Felix Brych die Hochleistungssportler aus Frankfurt und Mainz Mitte der zweiten Hälfte zur zweiten Trinkpause bat, weil die Temperaturen ja über Nacht doch deutlich angestiegen waren, da hatte Martin Hinteregger nicht die rechte Lust, die 70, 80 Meter zur Trainerbank zurückzulegen.

Die Unterbrechung fand das Unikum in der Eintracht-Abwehr nicht so dufte, schließlich lag sein ideenloses und uninspiriertes Team ja schon lange mit 0:1 hinten gegen diesen biestigen Mainzer, und also hockte sich der 28-Jährige lieber für eine halbe Minute im Fünfmeterraum auf den Spielball und hielt ein Schwätzchen mit Keeper Kevin Trapp. Motto: Lass die anderen mal quatschen. Die anderen schienen des Trainers Worte eher gleichmütig über sich ergehen zu lassen. Das große Feuer ist da nicht erzeugt worden – soll aber auch eher der Abkühlung dienen, so eine Trinkpause.

Eintracht Frankfurt: Fehlende Emotionalität in der ersten Halbzeit

Martin Hinteregger aber war es, der irgendwann spürte, dass dieses Duell gegen den giftigen Nachbarn ganz sicher verloren ginge, wenn nicht ein wenig mehr Emotionalität ins Spiel getragen würde. Also pflaumte er kurz nach dem Seitenwechsel erst einmal Mitspieler Durm an: „Erik, Mann, was ist das denn für ein Ball?“ Und später ließ er sich noch auf eine persönliche Rudelbildung mit zwei Mainzern ein. Da wollte einer wachrütteln und Zeichen setzen, weil doch aus Sicht der Hessen vieles nicht lief, wie es eigentlich laufen sollte oder vor Wochen gelaufen war.

Am Ende konnte die Eintracht, die einen fußballerisch bedenklichen und auch sonst seltsam blutleeren Auftritt hinlegte, froh sein, dass sie noch einen Punkt ergatterte, der eingewechselte Selten-Spieler Ajdin Hrustic (86.) glich die frühe Mainzer Führung durch Karim Onisiwo (11.) spät und spektakulär mit einem Heber im Liegen aus.

Eintracht Frankfurt: Rückschlag im Kampf um die Champions League

Für die Eintracht bedeutet das Remis einen kapitalen Rückschlag im Kampf um die Champions League, sie hat binnen weniger Wochen eine nahezu perfekte Ausgangslage und sieben Punkte Vorsprung auf Dortmund verspielt. Der BVB rangiert jetzt einen Zähler vor den Frankfurtern, die aus den zurückliegenden vier Partien lediglich vier Punkte geholt haben. Zuvor stellten sie das beste Team in diesem Kalenderjahr. Das ist längst Makulatur.

Die Eintracht befindet sich im Sinkflug, die Königsklasse ist zwei Spieltage vor Schluss aus eigener Kraft nicht mehr zu erreichen. Die Hessen müssen auf Ausrutscher der Konkurrenten aus Wolfsburg, vor allem aber aus Dortmund hoffen. Sie selbst müssen ihre beiden Partien, auf Schalke und gegen Freiburg, natürlich gewinnen. In der derzeitigen Verfassung ist auch das keine Selbstverständlichkeit. „Das Unangenehme ist, dass wir den Vorsprung verspielt und es jetzt nicht mehr in der eigenen Hand haben“, sagte Cheftrainer Adi Hütter: „Aber schauen wir mal, was wir am Ende in der Hand haben. Der Fight ist noch nicht zu Ende und nicht verloren.“

Bei Eintracht Frankfurt kriselt es, seit Adi Hütters Wechsel feststeht

Das hörte sich fast schon wie das berühmte Pfeifen im Walde an, zumal der 51-Jährige überraschenderweise betonte, dass die Mannschaft zeitweise womöglich „über ihre Verhältnisse“ gespielt habe. Zwei Spieltage vor Schluss ist das eine fast schon abenteuerliche Aussage, zumal es gerade Hütter war, der immer betonte, dass das Ensemble völlig zu Recht dort stehe, wo es verortet war. Und geändert hat sich ja nichts, das kickende Personal ist gleich geblieben.

Zur Wahrheit gehört, dass etwas zerbrochen zu sein scheint im Verhältnis zwischen Mannschaft und Coach, seit der Wechsel von Hütter zu Borussia Mönchengladbach öffentlich gemacht wurde. Kann es Zufall sein, dass die Mannschaft seitdem nicht nur bescheidende Resultate einfährt, sondern auch kein einziges überzeugendes Spiel mehr abgeliefert hat?

Eintracht Frankfurt: Hütter liegt mit Personalentscheidungen daneben

Zumal der Trainer mit einigen Personalentscheidungen daneben liegt. In Nibelungentreue stellte er erneut Real-Rückkehrer Luka Jovic auf und ließ Amin Younes auf der Bank. Jovic enttäuschte wieder, zu allem Überfluss wechselte der Coach den Spielmacher Amin Younes abermals erst spät, nach 64 Minuten, ein. Der Nationalspieler brachte erneut Belebung und bereitete den Ausgleich vor (siehe weiteren Bericht auf der nächsten Seite). Wieso, weshalb, warum? Das versteht selbst intern niemand mehr. Die Kritik am Trainer ist deutlich vernehmbar.

Hütter hat das gemacht, was Trainer in seiner Situation gerne tun, das bisher Erreichte als Erfolg zu verkaufen. „Ich glaube, dass wir sehr viel gewonnen haben. Wir sind schon international dabei – im schlimmsten Fall werden wir Fünfter, da könnten wir immer noch von einer sehr guten Saison sprechen.“ Das ist unter normalen Umständen absolut korrekt, aber nicht vor dem Hintergrund der letzten vier Wochen, dem Verspielen des Vorsprungs, den matten Leistungen und dem Theater, für das der Trainer die Verantwortung trägt.

So bleibt es dabei, dass die Mannschaft es für sich selbst regeln muss, aber da scheinen jetzt auch viele Einzelinteressen das große Ganze zu gefährden. Oder es kommt doch noch zum fröhlichen Ende, denn letztlich ist es so, wie es Philosoph Makoto Hasebe ganz banal ausdrückte: „Im Fußball ist alles möglich.“

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