Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Trainer Adi Hütter (re.) und Danny da Costa.
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Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Trainer Adi Hütter (re.) und Danny da Costa.

Vor Spiel gegen Hoffenheim

Eintracht buhlt um Younes, Fall da Costa irritiert

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt erwartet am Samstag die TSG Hoffenheim, interessiert sich für Flügelspieler Amin Younes und ist im Fall Danny da Costa irritiert.

Frankfurt - Vor dem fälligen Heimspiel am Tag der Deutschen Einheit gegen die TSG Hoffenheim ist der Frankfurter Trainer Adi Hütter gefragt worden, ob er nun mit einem besonders positiven Gefühl in das Duell mit dem Lieblingsgegner aus dem Kraichgau gehe, weil die Bilanz des Österreichers makelloser nicht sein könnte: vier Spiele gegen die TSG, vier Siege. Nicht schlecht.

Der Eintracht-Trainer konnte sich da ein Schmunzeln nicht verkneifen, er hat ja schon dort auf dem Podium gesessen und Fragen beantworten müssen, weshalb sich Frankfurter Mannschaften zum Beispiel traditionell in Augsburg so viele Jahre so schwer getan haben und es immer noch tun. Der 50-Jährige flüchtete sich also in ein paar Allgemeinplätze, wonach eine Statistik nicht lüge und er sich natürlich darüber freuen würde, wenn es zu seinen fünften Sieg gegen die Sinsheimer reichen sollte, aber eigentlich sage solch eine Serie nicht viel aus. „Es macht nicht viel Sinn, sich damit zu beschäftigen.“ Wahrscheinlich ist das so.

Eintracht Frankfurt gegen TSG Hoffenheim ein Spitzenspiel?

Genauso wenig Sinn macht es, die Partie am Samstag (15.30 Uhr) als Spitzenspiel zu bezeichnen, obwohl sie tabellarisch gesehen genau das ist, schließlich erwartet die Eintracht als Dritter den Spitzenreiter Hoffenheim. Zur Wahrheit gehört freilich auch, dass erst zwei Begegnungen absolviert sind: Die TSG hat 3:2 in Köln gewonnen und mit dem 4:1 gegen Bayern München ein Ausrufezeichen gesetzt, die Eintracht hat sich zu einem 1:1 gegen Arminia Bielefeld gemüht und in Berlin bei der Hertha recht überzeugend mit 3:1 die Oberhand behalten. „Wir haben uns gesteigert“, sagte Coach Hütter, der dem Duell insofern Bedeutung zumisst, „weil wir die Chance haben, Tabellenführer zu werden“. Unter gewissen Umständen, versteht sich. Doch wer den ehrgeizigen Hütter kennt, der weiß, dass ihm der Platz an der Sonne, und sei er nur temporär ergattert, sehr wohl etwas bedeutet.

Für eine generelle Bestandsaufnahme sei es noch viel zu früh, nach acht bis zehn Spieltage lasse sich in etwa eine Tendenz ablesen, wohin die Reise gehen könne, so der Trainer. Grundsätzlich aber ist Hütter zufrieden mit dem, was seine Mannen ihm anbieten. Man müsse gut reinkommen in die Runde und sich eine gute Dosis Selbstvertrauen erspielen, „dann ist für uns einiges möglich in dieser Saison“.

Flüchtet Danny da Costa von Eintracht Frankfurt? Hütter winkt ab

Zumal man sich jetzt viel akribischer auf einen Gegner einstellen und gezielt trainieren könne, das war in der Vergangenheit wegen der vielen internationalen Festspiele nicht möglich. Hütter wirkt nahezu ungläubig, wenn er an diese Zeit zurückdenkt und daran, dass seine Mannschaft diesen Spagat alles in allem gut gemeistert hat. „Hut ab, was die Jungs zwei Jahre geleistet haben.“

Er erwartet ein intensives Spiel zweier Mannschaften, die aggressiv und offensiv spielen können. Die Hoffenheimer haben ihre Spielweise unter dem neuen Trainer Sebastian Hoeneß sehr wohl modifiziert: „Sie spielen sehr schnörkellos, einfach und konsequent nach vorne.“ Hütters Elf wird da mit ihren Mitteln, der Zweikampfstärke in der „Kampfzone“ (Hütter), dagegenhalten.

Kein Geheimnis ist, dass sich der Coach noch mehr Kreativität, Wucht und Tempo wünscht, gerade auf den Flügeln. Und so überrascht es nicht, dass die Eintracht ihre Fühler nach Amin Younes vom SSC Neapel ausgestreckt hat. Der 27-Jährige spielt bei den Italienern keine Rolle mehr, der Bundesligist würde den flinken Flügelspieler gerne ausleihen. Italienische Medien berichten gar, eine zweijährige Leihe samt anschließender Kaufoption sei schon perfekt. Wie auch immer: Der fünffache deutsche Nationalspieler (zwei Tore) ist, obzwar Rechtsfuß, am linken Flügel beheimatet, kann aber auch auf der anderen Seiten eingesetzt werden. Seine beste Zeit hatte der frühere Gladbacher bei Ajax Amsterdam. „Ein guter Spieler, der jetzt bei Napoli ist“, sagte Hütter grinsend und blieb im Vagen. Es sei bekannt, dass Eintracht Frankfurt in der Vergangenheit oft auf den letzten Drücker noch auf dem Transfermarkt tätig geworden ist. „Aber es muss Sinn machen und der richtige Spieler sein.“

Ob es für Danny da Costa noch Sinn macht, in Frankfurt zu bleiben, steht indessen auf einem anderen Blatt. Der Rechtsverteidiger ist unzufrieden mit seiner Rolle, fühlt sich nicht in dem Maße wertgeschätzt, wie er es sich wünschen würde, auch von atmosphärischen Störungen zwischen ihm und dem Trainer ist die Rede. Hütter gab sich am Donnerstag zugeknöpft und verwundert. Er habe gelesen, dass da Costa gar vor ihm flüchten müsse. „Das kam bisher selten vor, dass ein Spieler vor mir geflüchtet ist.“ Für ihn gehe es nur um die Leistung, und dass nicht immer alle glücklich seien bei einem großen Kader, liege in der Natur der Sache. Alles andere aber seien Spekulationen, und die, sagte Hütter, „nehme ich überhaupt nicht ernst“.

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