1. Startseite
  2. Eintracht

Lindström meldet sich fit für das Finale

Erstellt:

Von: Thomas Kilchenstein

Kommentare

Jesper Lindström von Eintracht Frankfurt
Jesper Lindström im Eintracht-Training am 17. Mai. © Peter Hartenfelser/Imago Images

Gerade noch rechtzeitig ist der Frankfurter Offensivspieler fit geworden - alle anderen sind ohnehin hochmotiviert und bestens gelaunt vor dem Trip nach Sevilla.

Frankfurt – Bei fast spanischen Temperaturen haben die Profis von Eintracht Frankfurt am Dienstagvormittag ihr Anschlusstraining absolviert - und Jesper Lindström, das Sorgenkind, hat mitgemacht, hat das komplette, allerdings nicht sonderlich intensive Programm abspulen können. Der Däne, der sich beim Rückspiel gegen West Ham Anfang Mai eine muskuläre Blessur im Oberschenkel zugezogen hatte, agierte auch gleich in der sehr wahrscheinlichen Startformation - die bis auf Lindström so auch beim FSV Mainz 05 gespielt hat.

Trainer Oliver Glasner, sichtbar froh, in Lindström seinen schnellen Konterstürmer wieder an Bord zu haben, hat bei dieser allerletzten Übungseinheit der Saison vornehmlich sein Augenmerk auf Pressingsituationen und eine stabile Defensive gelegt. Immer wieder unterbrach er die Einheit, gab Kommandos, mal auf deutsch, mal auf englisch: „Wir brauchen mehr Sprints in die Tiefe“ oder „keinen Ball in die Tiefe zulassen“. Die Übungseinheit war mit großem Ernst, aber auch mit der notwendigen Lockerheit absolviert worden, es wurde viel gelacht, die Stimmung war bestens.

Dass Jesper Lindström es nun tatsächlich geschafft hat, rechtzeitig fit zu werden für das große Finale am Mittwoch in Sevilla gegen die Glasgow Rangers, hat Glasner eine Sorge genommen. Lindströms Vertreter Jens Petter Hauge hatte in den letzten Spiele nicht den Eindruck erwecken können, adäquater Ersatz für den schnellen Flügelmann zu sein. Vor allem die Sprintfertigkeit des 22 Jahre alten Dänen kommt Eintracht Frankfurt zu gute, selbst wenn Lindström wegen des Trainingsrückstandes womöglich nur 60 Minuten durchhalten kann. Mit ihm hat das Spiel der Hessen eine weitere Überraschungskomponente. Glasners Prophezeiung, wonach es eng wird mit seiner Genesung - „es wird ein Fotofinish“ - hat sich bewahrheitet, zum Glück für Eintracht Frankfurt hat es sich zum Guten gewendet.

Eintracht Frankfurt: Tuta ist ein Leistungsträger und er bleibt noch vier Jahre

Darüber hinaus wurde am Dienstag Mittag bekannt, dass der brasilianische Innenverteidiger Tuta seinen in 2023 auslaufenden Vertrag - zu besseren Bedingungen -. bis 2026 verlängert hat. Tuta ist inzwischen zu einem Leistungsträger geworden, in Sevilla wird er die zentrale Position in der Dreierkette übernehmen anstelle von Martin Hinteregger und noch vor Makoto Hasebe. „Wir freuen uns sehr, dass ein so talentierter und wichtiger Spieler wie Tuta langfristig bei der Eintracht unterschrieben hat. Er hat in dieser Saison den nächsten Entwicklungsschritt genommen und ist zu einer festen Größe in unserer Mannschaft geworden. Daher spricht es für Eintracht Frankfurt, dass er bei uns bleibt“, ließ sich Sportvorstand Markus Krösche zitieren.

Nach der einstündigen Einheit und einem Mittagessen ging es für den Tross gegen 15 Uhr zum Flughafen, gegen 16 Uhr startete die Chartermaschine nach Sevilla, wo am Abend - nach einer kurzen Platzbesichtigung - um 19.30 Uhr im FC-Stadion eine Pressekonferenz auf dem Programm stand. Der komplette Eintracht-Kader war mit auf Tour, also auch Martin Hinteregger, dessen Verletzung im Oberschenkel sich als deutlich schwerwiegender erwiesen hatte als ursprünglich gedacht. Der Stopper wird erst zur Sommervorbereitung fit sein, ein Einsatz in Sevilla ist undenkbar. So eine Verletzung habe er noch nie gehabt, sagte der 29-Jährige Österreicher, der dessen ungeachtet am Mittwoch Abend auf der Bank sitzen und seine Kollegen lautstark „coachen“ wird, wie Trainer Glasner sagte.

Eintracht Frankfurt: Ganz Kader in Sevilla dabei

Dabei sind ebenso die Spieler, die den Klub verlassen werden, Danny da Costa, Stefan Ilsanker, Aymen Barkok, aber auch Erik Durm, der für die Europa League nicht gemeldet ist und seit Wochen keine Rolle mehr spielt. Auch für Dolmetscher Stephane Gödde ist es die letzte Dienstreise, er hört im Sommer aus privaten Gründen auf. Ein herber Verlust für die Eintracht.

„Das ist das Spiel des Jahrhunderts für die Stadt Frankfurt und den Verein“, befand abschließend noch der frühere Eintracht-Torjäger Alexander Meier. 42 Jahre nach dem Triumph im Uefa-Pokal will die aktuelle Generation des hessischen Bundesligisten in die großen Fußstapfen von Vereinslegenden wie dem kürzlich verstorbenen Jürgen Grabowski treten. Es ist angerichtet. (Thomas Kilchenstein)

Auch interessant

Kommentare