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Kristijan Jakic steht im Fokus von Eintracht Frankfurt.
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Kristijan Jakic steht im Fokus von Eintracht Frankfurt.

SGE

Eintracht sucht Verstärkungen – Mittelfeldspieler von Dinamo Zagreb im Fokus

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Mittelfeldspieler Djibril Sow schlüpft bei Eintracht Frankfurt langsam in eine Führungsrolle – kickt er künftig an der Seite von Kristijan Jakic?

Frankfurt - Es war nur ein kurzer Moment der Unbeherrschtheit, einen, den es im emotional aufgeheizten Fußballgeschäft ständig gibt. Auf dem Rasen, ja da wird an manchen Tagen viel gepöbelt, geflucht, gehadert, vor allem auch mit dem Schiedsrichter gemeckert, das gehört (leider) irgendwie dazu. Djibril Sow von Bundesligist Eintracht Frankfurt zählt normalerweise nicht zu jenen Fußballprofis, die großartigen Redebedarf haben.

Klar, Anweisungen an die Kollegen oder Unterredungen mit dem Trainer, ansonsten aber ist er ein ruhiger Zeitgenosse. Nur zuletzt beim 0:0 gegen Augsburg nicht, da wetterte er los. Es war, wie erwähnt, nur ein kurzer Moment der Unbeherrschtheit nach einem kleinlichen Freistoßpfiff des Schiedsrichters, aber einer mit großer Wirkung. Sow, der Zurückhaltende, nahm den Ball in die Hände und bolzte ihn auf den Oberrang des Stadions. Gelb für die überzogene Art des Protests, der im Falle von Djibril Sow durchaus auch als Hinweis auf dessen veränderte Rolle bei der Eintracht interpretiert werden kann.

Eintracht Frankfurt: Sow will ein Leader sein

Der Mittelfeldmann, 24, geboren in Zürich, will mehr vorangehen als früher, er will ein Leader der Frankfurter Fußballer sein, dafür bedarf es nicht nur guter Leistungen, sondern auch einer Leitwolf-Mentalität, gewisse Zeichen an die Mitspieler wollen gesetzt werden. Motto: Hey, so nicht, nicht mit mir, nicht mit uns, das lassen wir uns nicht gefallen.

Er wolle mehr und mehr in die Führungsrolle bei den Hessen hineinrutschen, teilt Sow, in seinem dritten Jahr bei der Eintracht, selbstbewusst mit: „Wir haben jetzt eine junge Mannschaft und es gehört dazu, dass ich den Schritt machen muss. Ich kann nicht immer auf erfahrenere Spieler angewiesen sein. Das ist mein Anspruch und der vom Trainer.“ Gegen Augsburg setzte der Schweizer Nationalspieler, der eine persönlich eher enttäuschende EM verbrachte, sein Vorhaben ordentlich bis gut um. Er war bester Mann, er sorgte vor allem in der fahrigen ersten Hälfte mit langen Läufen und klugen Pässen für etwas Struktur.

85 Prozent der Zuspiele brachte er an den Mitspieler, dazu gewann er 56 Prozent der Zweikämpfe – gute Werte. Ajdin Hrustic, der offensivere und verspieltere Part im zentralen Mittelfeld, probierte zwar viel, an Sow aber kam er nicht heran - auch statistisch nicht: 77 Prozent Passquote, 33 Prozent Zweikampfquote sind deutlich schwächer. Sow wirkt alles in allem abgezockter, reifer, klarer in seinen Aktionen als der australische Nationalspieler, was kaum überraschen dürfte, geht dieser doch erst in seine zweite Bundesligarunde, dazu in die erste als ernsthafter Startelfkandidat.

Eintracht Frankfurt: Gute Kontakte nach Zagreb

Kostic wieder fit

Filip Kostic ist ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Am Dienstag noch hatte der Linksaußen ausgesetzt, „eine reine Vorsichtsmaßnahme“ hieß es von der Eintracht. Und Kostic wirkte tags drauf fit, topfit sogar. Selbst nach der Übungseinheit trainierte er noch weiter – erst einige Direktabnahmen auf Flankenvorlagen von Trainer Oliver Glasner, dann absolvierte er alleine Tempoläufe.

Erik Durm dagegen musste den zweiten Tag in Folge wegen muskulärer Probleme an der Hüfte aussetzen. dani

In Abwesenheit des am Knie operierten Kapitäns Sebastian Rode, der die Mannschaft auf Krücken am Spielfeldrand unterstützte, dürfte das Duo Sow/Hrustic auch am Samstag beim Gastspiel in Bielefeld erste Wahl des Frankfurter Trainer Oliver Glasner sein. „Ajdin bewegt sich viel, er ist gut anspielbar. Das macht das Zusammenspiel leichter“, sagt Sow: „Was wir noch finden müssen, ist die richtige Balance. Wir dürfen die defensive Stabilität nicht vernachlässigen und kopflos nach vorne rennen.“

Freilich schaut sich die Eintracht weiterhin auf dem Transfermarkt nach einer Verstärkung um. Wie bereits vergangene Woche von der FR berichtet, soll neben einem Mittelstürmer auch noch ein zentraler Mittelfeldspieler kommen. Heißester Kandidat: Kristijan Jakic, 24, von Dinamo Zagreb. Der in Imotski bei Split großgewordene Jakic (auch Ante Rebic wuchs dort auf) hat das Interesse der Hessen geweckt. Neben Zweikampfstärke zählt auch eine gewisse Dynamik zu seinen Vorzügen. Jakic ist beim kroatischen Meister absolute Stammkraft, vergangene Saison absolvierte er 46 Pflichtpartien. Zudem: Zu Jakics Berateragentur pflegt der Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche gute Kontakte, einst wickelte er in Diensten von RB Leipzig über eben jene Agenten auch die Verpflichtung des spanischen Nationalangreifers Dani Olmo von Zagreb nach Sachsen ab. Am Mittwochabend stand Jakic nicht mehr im Kader der Kroaten für das Qualifikationsrückspiel zur Champions League.

Könnte schon bald das Eintracht-Trikot tragen: Kristijan Jakic von Dinamo Zagreb.

Eintracht Frankfurt: Sow hat seinen Platz sicher

Vorerst seinen Platz sicher haben wird weiterhin Djibril Sow. Dabei bezeichnete die FR ihn vor nicht mal einem Jahr noch als „Schattenmann“. Ein Team zu prägen, auf und neben dem Feld, behagte ihm damals nicht. Bei der Eintracht gaben Sebastian Rode oder Makoto Hasebe im Mittelfeld den Ton an, bei der Schweizer Nati Granit Xhaka, das Vorbild von Sow. Jetzt aber will er aus dem Schatten ins Licht treten, das hat er sich vorgenommen. Es sei eine „sehr wichtige“ Saison für ihn, sagt Sow.

Nicht umsonst wagte sich der laufstarke Spieler vor dem ersten Pflichtspiel lautstark in die Offensive. Sow sprach da mit den Medien über verdaddelte Champions-League-Träume in der Vorsaison und sein Ziel, das möglichst in dieser Runde nachzuholen. Mit dem Wissen von zwei Niederlagen und einem Remis aus den ersten drei Pflichtpartien würde er sich nun wohl etwas zurückhaltender äußern, der Traum von der Königsklasse aber bleibt.

2018 hat er sie bereits erleben dürfen, mit den Young Boys Bern ging es gegen Manchester United, Juventus Turin und den FC Valencia. „Damals, als diese Hymne erklungen ist, das war schon ein Gänsehautmoment, den ich nicht vergessen werde“, so Sow im Frühjahr im FR-Interview: „Das ist ein Gefühl, das ich wieder erleben möchte.“

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