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Die Eintracht steht im Regen: Slobodan Medejovic (links) und Alexander Meier nach getaner Arbeit.
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Die Eintracht steht im Regen: Slobodan Medejovic (links) und Alexander Meier nach getaner Arbeit.

Eintracht Frankfurt

Eine Nummer zu klein

  • Jörg Hanau
    VonJörg Hanau
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt verliert nach dem verletzten Luc Castaignos auch das Spiel gegen Bayer Leverkusen. Dabei spielt die Werkself über weite Strecken der Partie mit den Hessen Katz und Maus.

Das sah schon nicht besonders gut aus, wie Luc Castaignos in die Kabine gehumpelt kam: Den linken Knöchel stark bandagiert, dazu ging er an zwei Krücken, die Lippen aufeinandergepresst. Da spürte einer, dass die Verletzung wohl ziemlich schwer sein würde. Einen Tag und einen Besuch beim Mannschaftsarzt Christoph Seeger später kam dann die Bestätigung: Der niederländische Stürmer hat sich eine Verletzung am Syndesmoseband zugezogen, ob die Sehne gerissen ist oder nur zum Teil, war auf den MRT-Bildern nicht genau zu erkennen. Auf alle Fälle wird der 23-Jährige dem Team in den nächsten Wochen fehlen. Heute entscheidet sich zudem, ob Castaignos unters Messer muss oder ob die Verletzung konservativ behandelt werden kann. Die Hinrunde ist für den Angreifer auf jeden Fall vorbei, ob er mit ins Trainingslager nach Abu Dhabi (4. bis 13. Januar) fahren kann, ist ebenfalls äußerst ungewiss.

Der Angreifer hatte sich die Verletzung schon nach einer Viertelstunde zugezogen, nach einem Zusammenprall mit Giulio Donati versuchte er es zwar noch mal, nach 20 Minuten aber musste er vom Feld. Das Besondere dabei: Es war für Castaignos nach vier Wochen mal wieder ein Spiel von Anfang an. Und am Ende unterlag Eintracht Frankfurt noch 1:3 (1:2) gegen Bayer Leverkusen.

Dieser Ausfall sollte Folgen haben. „Damit war unser Plan kaputt“, sagte Trainer Armin Veh später bei der Analyse. Der Plan war: Bayer Leverkusen, das nach drei Pflichtspiel-Niederlagen am Stück auf Wiedergutmachung aus war, kommen lassen, aus einer stabilen Defensive kommen, wenig zulassen und dann über Konter Nadelstiche setzen – über den schnellen, wuchtigen Luc Castaignos. „Das konnten wir dann so nicht mehr machen“, sagte Veh, der seinen Stürmer nicht ersetzte, sondern defensiv wechselte, Timothy Chandler kam als Rechtsverteidiger, Makoto Hasebe ging ins Mittelfeld und Alex Meier in die Spitze. Auf Stürmer Vaclav Kadlec hatte Veh aus gutem Grund verzichtet: Der Tscheche wechselt im Januar für zwei Millionen Euro zum dänischen Meister FC Midtjlland, und da wollen die Frankfurter keine Verletzung mehr riskieren. Die taktische Umstellung tat dem Frankfurter Spiel aber nicht gut. Veh: „Das war ein Knacks.“

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Natürlich ist es müßig zu diskutieren, ob die Partie anders verlaufen wäre, hätte Castaignos weiterspielen können. Denn Bayer Leverkusen spielte lange Zeit mit den Hessen Katz und Maus. Die Werkskicker waren spielerisch stärker, schneller, auch gedanklich, die Eintracht, die ähnlich spielen wollte wie gegen die Bayern, sah wenig Land.

Galligkeit und Spielwitz fehlt

Der Leverkusener Coach Roger Schmidt sprach dann auch zu recht von „einer reifen Leistung“ seiner Elf. Und doch bedurfte es einer großen Dusseligkeit der Frankfurter, um in Führung zu gehen. Torwart Lukas Hradecky, ansonsten einer der wenigen konstant gut spielenden Frankfurter, brachte mit einem Pass Slobodan Medojevic in arge Bedrängnis, der prompt den Ball an Leverkusens Besten Kevin Kampl verlor. Und weil Hradecky den Flachpass von Kampl mit den Fingerspitzen leicht berührte, trat Verteidiger David Abraham, der die Kugel sonst weggeschlagen hätte, ein riesiges Luftloch – hinter ihm hatte Javier Hernandez, genannt Chicharito, leichtes Spiel, die Kugel über die Linie zu drücken. „Ein doofes Gegentor“, urteilte Alex Meier. „Da darf ich nicht hinspielen. Das war mein Fehler“, räumte Schlussmann Hradecky selbstkritisch ein. Es war ein Gegentor, das oft bei den Bambinis fällt, aber nie in der Bundesliga fallen darf. Und es kam noch schlimmer: Dem 0:2, wieder durch Hernandez (38.), war zuvor eine klare Abseitsposition vorausgegangen.

„Wenn man gegen eine Mannschaft wie Leverkusen bestehen will, braucht man zwei Dinge“, sagte hinterher Klubchef Heribert Bruchhagen. „Man darf keine Fehler machen und man braucht Spielglück.“ Beides war Eintracht Frankfurt an diesem Samstag nicht gegeben. Dennoch war das Urteil einhellig: „Wir haben heute zu Recht verloren.“ Dass die Leverkusener die bessere Mannschaft stellten, darüber gab es keine zwei Meinungen. Und auch darüber, dass Eintracht Frankfurt erneut vieles vermissen ließ, Galligkeit, Aggressivität etwa, auch Spielwitz.

Vieles wurde schon im Keim erstickt, vieles wirkte wenig eingespielt, oft kamen die Frankfurter überhaupt nicht in die Nähe des gegnerischen Tores. Es hakte und knirschte im Frankfurter Spiel nach vorne, Fehlpässe häuften sich. Das lag zwar auch an dem sehr engagiert geführten Pressing der Bayer-Elf, die immer wieder früh attackierte, aber ein bisschen mehr Initiative, ein bisschen besseren Fußball hätte der Eintracht schon gut getan. Das meiste wirkte, bei allem Einsatz, doch eher hausbacken. „Wir haben Leverkusen doch in die Karten gespielt“, sagt Linksverteidiger Bastian Oczipka. Stefan Aigner, der zwei Großchancen (59., 89.) ungenutzt ließ, fand zudem: „Wir haben uns selbst in Nöte gebracht.“

Und doch schafften die Hessen noch durch Slobodan Medojevic (43.) den Anschlusstreffer. So blieb das Spiel erstaunlicherweise offen. Erst das 1:3 durch Hakan Calhanoglu (72.) „hat uns dann das Genick gebrochen“ (Veh).

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