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Eintracht-Star Kostic mit defensiven Schwächen – und hohem Steigerungspotenzial

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Von: Daniel Schmitt

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Vorne eine Wucht, hinten mit Steigerungspotenzial: Filip Kostic.
Vorne eine Wucht, hinten mit Steigerungspotenzial: Filip Kostic. © imago images/Jan Huebner

Die Eintracht offenbart hinten zu viele Lücken. Ein Problem, das auch den Besten betrifft: Filip Kostic.

Frankfurt - Es ist wahrlich nicht so, dass Cedric Brunner, 29, Berufskicker aus Zürich, in seiner Karriere der breiten Masse an Fußballschauenden bisher allzu oft aufgefallen wäre. Einer von vielen trotz seiner 50 Bundesligaspiele, selbst beim Deutschen Sportclub Arminia Bielefeld stechen meist andere heraus. Der Torwart mit den Spinnen-Armen, Stefan Ortega, oder der Offensivkünstler mit den gekreuzten Beinen, Patrick Wimmer, früher vor allem der Angreifer mit den – gefühlt - 3,99 Metern Körperlänge, Fabian Klos. Solche Leute halt.

Auch diesmal, beim Bielefelder 2:0-Erfolg in Frankfurt stahlen andere dem Schweizer Brunner die Show, dabei war er durchaus entscheidend beteiligt am Auswärtssieg des Erstliga-Rekordaufsteigers. Warum? Darum: „Er hat ein Wahnsinnsspiel gemacht“, so Kollege Ortega hochachtungsvoll, „er hat gegen Filip Kostic überhaupt nichts anbrennen lassen.“ Und das will was heißen.

Eintracht Frankfurt: Kostic mit defensiven Schwächen

Filip Kostic, der Unterschiedsspieler von Eintracht Frankfurt, der Mann mit den drei Saisontreffern und den sieben direkten Assists (bei 18 Einsätzen), der zusätzlich noch viele, viele weitere Buden initiiert hat, im Grunde fast an jeder Offensivaktion der Hessen beteiligt ist, erlebte gegen die Arminia einen gebrauchten Abend. 98 Ballaktionen hatte er zwar, 13 Flanken schaufelte er in die Mitte, sechs Abschlüsse der Kollegen bereitete er vor - der Effekt: nichts, nada, niente.

Filip Kostic war nahezu abgemeldet vom auffällig unauffälligen Brunner, der fast sensationelle 89 Prozent seiner direkten Zweikämpfe gewann. Gut für Bielefeld, schlecht für die Eintracht.

Natürlich kann selbst ein Dampfmacher wie Filip Kostic nicht in jedem Spiel zum siegbringenden Mann für seine Mannschaft werden, vor allem ist die Basis nach einer gerade erst überstandenen Corona-Infektion nicht gerade die beste, Kostic jedoch musste sich in dieser Begegnung auch manch berechtigten Vorwurf von Oliver Glasner gefallen lassen - seine Rückwärtsbewegung passte dem Frankfurter Chefcoach nicht.

Eintracht Frankfurt: Kostic läuft ins Leere

Vor dem 0:1 attackierte der serbische Nationalspieler in Duett mit seinem an diesem Tage ebenfalls fehleranfälligen Kollegen Evan Ndicka nicht energisch genug, vor dem 0:2 ließ Kostic dem Gegenspieler Wimmer erst zwei Meter Vorsprung, holte ihn zwar noch ein, um dann aber doch durch Wimmers Finte ins Leere geschickt zu werden.

Das Verteidigen auf den Außen sei ohnehin ein Problem, sagt Eintracht-Trainer Glasner, das ihn und sein Team beschäftige. „Auch schon beim Gegentor in Augsburg hatten wir Sicherheitsabstand.“ Damals waren es die rechten Flügel-Leute Almamy Touré und Tuta. Wenn man aber den Gegner so einfach von der Seite ins Zentrum spielen oder flanken lasse, „dann steht da halt das Tor“, so Glasner. Sprich: Dann wird’s brenzlig.

Seine Elf müsse konsequenter an den Rändern des Feldes abwehren, „das ist ein Thema, das sich durchzieht wie ein roter Faden, nicht nur in dieser Saison, auch davor schon“, sagt Glasner und wird recht deutlich: „Da müssen wir die Jungs in die Pflicht nehmen, damit wir das verbessern.“

Bereits als gegnerischer Trainer beim VfL Wolfsburg hatte Glasner den Freiraum im Rücken des Offensivliebhabers Kostic als eine Schwachstelle der Eintracht erkannt, selbst wollte er am Anfang der Saison mit der Einführung einer Viererabwehrreihe dagegensteuern. Ohne Erfolg. Die Ergebnisse passten nicht, die Leistungen ebenso wenig und der einzig ernsthaft aufzubietende Linksverteidiger im Kader, Christopher Lenz, ist seit Monaten verletzt, im Aufbautraining oder - wie am vergangenen Freitag - als Eintracht-Experte fürs vereinseigene TV im Einsatz.

Eintracht Frankfurt: Testspiel gegen Mainz 05

Oliver Glasner und der Eintracht, die am Donnerstagmittag (14 Uhr) in einem Testspiel am Bruchweg gegen den Ligakonkurrenten Mainz 05 übt, bleibt daher im Grunde nicht anderes übrig, als weiterhin an dieser Schwachstelle im System zu arbeiten, die Lücken für die Konkurrenten durch konzentrierte und fleißige Abwehrarbeit zu minimieren, ohne sich dabei der eigenen, ganz großen Stärke, den Offensivläufen von Filip Kostic, zu berauben.

Hoffnung aus Sicht der Eintracht machen gleich zwei Aspekte: Zum einen kann es der 29-jährige Filip Kostic selbstverständlich wesentlich besser als im Spiel gegen Bielefeld. Zum anderen muss ja auch nicht jedes Wochenende gegen einen Schweizer Berufsfußballer wie Cedric Brunner ran. (Daniel Schmitt)

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