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Eine Frage der Qualität

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Von: Ingo Durstewitz

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Blickpunkt Ball: Sebastian Rode ist derzeit in Topform.
Blickpunkt Ball: Sebastian Rode ist derzeit in Topform. © Heiko Rhode

Die Eintracht legt im Training den Grundstein für mehr Niveau im Spiel. Vor dem Spitzenspiel gegen Paderborn drängt Kapitän Schwegler zurück ins Team.

Es kommt höchst selten vor, dass Verteidiger Sebastian Jung im Training auch mal verbal auffällig wird. Jung, U-21-Nationalspieler, ist eher ein Leisetreter, der seinen Dienst bei Eintracht Frankfurt hinten rechts ohne Tamtam verrichtet. Doch am Donnerstag stauchte er seinen Vordermann Karim Matmour gleich zweimal sehr vernehmlich zusammen, weil sich der rechte Läufer taktisch nicht richtig verhalten hatte.

Matmour wehrte sich, wild gestikulierend. Trainer Armin Veh beobachtete den kleinen Disput und die hohe Intensität des Trainingsspiels mit Wohlwollen. „Die Stimmung ist gut, aber die Mannschaft arbeitet konzentriert. Das ist wichtig.“

Gekas und Tzavellas stören nicht mehr

Der Coach freute sich ohnehin über den rassigen Übungskick und auch über das Resultat: 0:0. „Wenn ich mir jetzt die Trainingsspiele ansehe und vergleiche sie mit denen im alten Jahr, dann muss ich sagen: Da liegen Welten dazwischen.“

Fürwahr endeten die Partien früher in der Regel mit deutlichen Siegen der Stammelf, Ergebnisse von 6:0, 7:1 waren keine Seltenheit. „Wir haben jetzt insgesamt mehr Qualität im Kader“, sagte Veh zufrieden. Das liegt in erster Linie an den Neuen, Heiko Butscher und Martin Amedick, aber auch an dem genesenen Ausnahmetalent Sonny Kittel.

Es liegt auch an den Abgängen Theofanis Gekas und Georgios Tzavellas, die den Betriebsfrieden nicht mehr stören. Und es liegt daran, dass die Eintracht erstmals seit einer halben Ewigkeit über keinen einzigen verletzten Spieler klagt.

Starke B-Elf

In der B-Elf standen am Donnerstag anfangs etwa Thomas Kessler, Constant Djakpa, Amedick, Caio, Ümit Korkmaz, Kittel, Pirmin Schwegler, Mohamadou Idrissou und Rob Friend. Macht ganz genau 466 Bundesligaspiele. Das ist bemerkenswert.

Die besseren Trainingsleistungen und der größere Konkurrenzkampf, glaubt Veh, erhöhten auch das Niveau in den Punktspielen.

Veh ließ im Trainingsspiel eine Halbzeit Kapitän Schwegler mit der Stammelf trainieren, für ihn musste Benjamin Köhler ins zweite Glied. Sebastian Rode nahm Köhlers Position im linken Mittelfeld ein.

Ob das eine Überlegung sei für die Spitzenpartie am Sonntag in Paderborn?

Es sei zumindest denkbar. „Wenn einer mehrere Positionen spielen kann, dann Seppl Rode“, sagte Veh.

Schwegler drängt zurück ins Team

Dass der blonde Terrier, zuletzt in Topform, nicht für das U21-Länderspiel am Mittwoch gegen Griechenland nominiert wurde, stört Veh nicht wirklich: „Dann kann er sich voll auf uns konzentrieren.“

Schwegler übrigens trainierte nach seinem ausgeheilten Zehenbruch so, als habe er nicht fünf Wochen aussetzen müssen. Er drängt zurück ins Team, würde sich aber am Sonntag in Ostwestfalen noch mal klaglos auf die Bank setzen.

Schur bald Fußballlehrer

Unterdessen bastelt die Eintracht an der Zukunft. Demnach wird Ex-Kapitän und heutige U-19-Coach Alexander Schur in der nächsten Saison den Platz mit Oscar Corrochano tauschen, der bisher die U23 der Hessen trainiert.

Hintergrund des Tauschs ist die Ausbildung Schurs, der seine Fußballlehrer-Lizenz erwerben will. Dazu eigne sich die gefestigte U23 besser als ein Jugendteam, heißt es bei der Eintracht. Schur muss Ende März aber erst mal einen Eignungstest bestehen. Von 70, 80 Bewerbern werden nur 20 zum Lehrgang zugelassen, der im Juni beginnt.

Integrationsfigur Schur, das pfeifen die Spatzen von den Dächern, soll behutsam aufgebaut werden. Der Frankfurter Bub soll in wenigen Jahren so weit sein, um die Eintracht-Profis als Cheftrainer anzuleiten.

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