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Inzwischen ein Schwergewicht der Branche: Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt.
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Inzwischen ein Schwergewicht der Branche: Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt.

Sportbusinesskongress

Eintracht: Sorge um Konkurrenzfähigkeit - Axel Hellmann mahnt die Bundesliga

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann hält der Bundesliga eine To-Do-Liste mit fünf dringenden Punkten vor und will den „Dornröschenschlaf“ beenden.

Düsseldorf - Schon oft genug hat Axel Hellmann den europaweit größten Sportbusinesskongress (Spobis) auf der Düsseldorfer Messe besucht. Novum nun, dass dem Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt am Mittwoch (08.09.2021) erstmals allein die Hauptbühne gehörte. Der in der Branche bestens vernetzte Jurist verkündete eine To-Do-Liste mit den fünf dringendsten Punkten für die Fußball-Bundesliga: die Bewältigung der Corona-Krise, die Umsatzschwäche der Liga, die 50+1-Regelung, die Führungsfragen von DFL und DFB und die Angriffe auf das nationales Ligamodell.

Der Druck auf die Bundesliga sei durch eine Pandemie als „Brandbeschleuniger“ für die strukturelle schwächeren Klubs enorm. Weil es laut Hellmann gerade an einer entscheidenden Stelle an Einsicht fehle: „Corona ist überall angekommen: Nur nicht bei Spielern und Spielerberatern“.

Eintracht Frankfurt muss die Folgen der Corona-Krise auffangen

Die Eintracht müsse beispielsweise die nächsten fünf Jahre rund vier, fünf Millionen Euro mehr aus Sponsoring und Hospitality erwirtschaften, um die Folgen aufzufangen. „Der Weg zurück aus der Krise ist viel weiter, als wir erst mal denken“, sagte der 50-Jährige. Die Bundesligisten dürfen sich nicht zu schade sein, wieder vermehrt über die Dörfer zu tingeln. „Wir müssen die Menschen wieder mehr vor unser Haustür abholen.“

Zugleich müsse man nach zwölf Boomjahren eine gewisse Sattheit erkennen. So schrillen beim Eintracht-Strippenzieher die Alarmglocken. „Die 2,99 Millionen Zuschauer am ersten Spieltag bei der ARD-Sportschau haben mich geschockt. Eine Zahl unter drei Millionen geht eigentlich nicht.“ Was die Auslandsvermarktung angehe – in der Bundesliga um 20 Prozent auf knapp 200 Millionen Euro geschrumpft, derweil die Premier League 1,63 Milliarden Euro erwartet – argumentierte Hellmann nicht nur mit der fehlenden Spannung der Meisterfrage: „Unser Ertragsniveau ist erschreckend schwach.“

Er hätte sich bei der Internationalisierung einen Private-Equity-Partner gewünscht und kritisiert die Ablehnung in diesem Sommer durch die Liga: „Wir haben einen Prozess gestoppt, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Wir tun uns schwer mit Entscheidungen. Wir müssen der Musik mal wieder vorauslaufen und nicht immer hinterher.“ Er würde sich da auch mehr unternehmerisches Denken in der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wünschen.

Eintracht Frankfurt: Axel Hellmann sorgt sich um Konkurrenzfähigkeit

Mit einigen Themen solle die neue Chefin Donata Hopfen auch nicht bis zu den neuen Präsidiumswahlen 2022 warten, „gerade wenn wir über die Gefährdung des Ligasystems reden.“ Frankfurts Frontmann sorgt sich um die Konkurrenzfähigkeit. „Gibt es eine Super League, ist das nationale Geschäftsmodell der Bundesliga massiv gefährdet. Wir haben lange gebraucht, um aus dem Dornröschenschlaf aufzuwachen.“

Hellmann forderte die Topvereine zum Handeln auf, nannte den gerade in die mächtige Klubvereinigung ECA gewählten Bayern-Vorstand Oliver Kahn (FC Bayern), den Dortmunder Boss Hans-Joachim Watzke und Leverkusens Vorstandschef Fernando Carro, beide ECA-Vorstandsmitglieder, um im Namen der Bundesliga den Fehlentwicklungen zu begegnen.

„Wir müssen ein Ungeheuer einfangen, das sich verselbstständigt hat. Das System gerät so aus den Fugen, dass wir die Folgen über die gestiegenen Kosten merken“, sagte Hellmann und warnte vor einem „Wahnsinn, wenn uns Financial Fairplay aus der Hand genommen wird.“ Sonst werde das Auswirkungen bis ins Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Frankfurt haben, „weil wir sonst einem 17-Jährigen eine Million Euro Gehalt zahlen müssen, um ihn zu behalten“. (Frank Hellmann)

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