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Ein Stürmer aus der Wundertüte

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Von: Daniel Schmitt

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Prima Einstand des Neuen: Serhou Guirassy vom VfB . Foto: Imago Images
Prima Einstand des Neuen: Serhou Guirassy vom VfB. © IMAGO/Michael Weber

Oft überrascht Stuttgarts neuer Angreifer Serhou Guirassy seine Gegner - und manchmal auch sich selbst.

Stuttgart/Frankfurt – Sven Mislintat hat sich dann öffentlich erstmal selbst gelobt für den von ihm eingetüteten Deal. Diese Verpflichtung von Serhou Guirassy, 26, Stürmer, ein Jahr auf Leihbasis plus anschließende Kaufoption, war aus Sicht des Sportdirektors eine gelungene. „Es ist schon gut, den so spät dazubekommen zu haben“, so der Manager des VfB Stuttgart breitbeinig. Der Zugang von Stade Rennes, 1,87 Meter groß, sei vorne drin schließlich „ein Top-Zielspieler“. Vor allem ein Top-Ersatz für den kurz vorher nach England transferierten früheren Stuttgarter Zielspieler, Sasa Kalajdzic, der sich direkt im ersten Einsatz für seinen neuen Klub, die Wolverhampton Wanderers, eine Kreuzbandverletzung im Knie zuzog. Bitter.

Serhou Guirassy jedenfalls, so die Meinung seines Chefs, sei schon ein guter Junge. Und Mislintat kennt sich ja aus mit guten Jungs aus Frankreich, seinem Lieblingseinkaufsland, wo er gerne junge Talente entdeckt, um diese später gewinnbringend weiter zu veräußern - oder wie in diesem Fall: Wo er einem einst beim 1. FC Köln gescheiterten Angreifer wieder zurück auf die Bundesligabühne hilft.

Eintracht Frankfurt zu Gast beim VfB Stuttgart

Guirassy ist ein schneller, kantiger Stürmer, der selten das macht, was die meisten von ihm erwarten. Überraschungsmomente schwingen oft mit, wenn er sich in Szene setzt, nicht selten auch für ihn selbst. Nicht jede Aktion wirkt optimal koordiniert. In Köln bei der Ex freilich reiben sie sich mittlerweile verwundert die Augen, ob das noch derselbe Spieler wie früher ist.

Damals, von 2016 bis 2019, fiel er beim Effzeh kaum auf, höchstens durch erstaunliche Unauffälligkeit. Er kam nie vorbei an der internen Konkurrenz, vor allem nicht am Landsmann Anthony Modeste. Also wechselte der im südfranzösischen Arles geborene Guirassy zurück in die Heimat. Erst Amiens SC, zweite französische Liga, schließlich Stade Rennes, ein 15-Millionen-Euro-Deal. Der Neustart war geglückt.

Wie auch jener beim zweiten Anlauf in Deutschland. Am vergangenen Wochenende im Gastspiel beim FC Bayern (2:2) war der Franzose mit Wurzeln in Guinea gleich mal bester Mann auf dem ganzen Platz. Guirassy traf die Latte, zwei Tore wurden ihm aberkannt, ehe kurz vor Ultimo doch noch ein Treffer zählte. Elfmeter gegen Manuel Neuer, zweite Minute der Nachspielzeit, ein wuchtiger Schuss ins obere Toreck, der Ausgleich. „Ich war richtig selbstbewusst“, sagte Guirassy, dessen Trainer Pellegrino Matarazzo in Lobeshymnen ausbrach: „Er hat viele Bälle festgemacht, Kopfballduelle gewonnen, kann mitkombinieren und hat auch gezeigt, dass er eine Abschlussstärke hat. Das hat mir sehr gut gefallen. Er hat gezeigt, dass er unseren Fußball versteht.“

Eintracht Frankfurt gegen VfB Stuttgart – Hasebe gegen Guirassy

Entsprechend wird der Neue am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Stuttgarter Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt natürlich in der Startelf stehen. Und er wird dann wohl im direkten Duell auf Makoto Hasebe treffen. Ein vermeintliches Mismatch - zumindest aus Frankfurter Sicht, ist Guirassy doch größer, schneller, wuchtiger als sein wahrscheinlicher Widerpart.

Was nichts bedeuten muss: November 2016, Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Köln, Guirassy, damals 20 Jahre jung, im direkten Duell mit Hasebe, bereits 32 Jahre alt. Der Stürmer blieb gänzlich ohne Stich. (Daniel Schmitt)

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