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Hacke, Spitze, eins, zwei, drei - die Eintracht zauberte gegen Gießen. Foto: Hübner
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Hacke, Spitze, eins, zwei, drei – die Eintracht zauberte gegen Gießen.

Spielfreudige SGE

Eintracht Frankfurt: Wer im Abseits steht – und wer gehen könnte

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt fährt mit schönen Angriffen einen 6:1-Kantersieg gegen Gießen ein. Nur ein SGE-Profi steht plötzlich im Abseits.

Frankfurt – Die schönste von vielen schönen Kombinationen schloss Eintracht Frankfurts Linksaußen Filip Kostic mit roher Gewalt aus seinem linken Dampfhammer ab. Der Ball, zuvor von Keeper Matay Birol noch bravourös abgewehrt, zischte wie an der Schnur gezogen in den Winkel des Gießener Kastens und sorgte für offen stehende Münder bei den wenigen Beobachtern des Freundschaftsspiels zwischen der Frankfurter Eintracht und dem Regionalligisten aus Mittelhessen. „Sauber reingeschossen“, rief feixend Urgestein Marco Russ, draußen auf einem schwarzen Klappstuhl sitzend.

Kostics Kracher war der Treffer zum 5:1 (79.), vielmehr aber war er die Abrundung eines wunderbaren Angriffs, den Ajdin Hrustic mit einem fantastischen Trick eingeleitet und Neuzugang Jesper Lindström beinahe schon abgeschlossen hätte – im Nachschuss erledigte das Filip Kostic mit monumentaler Kraft. Dieses Tor steht, wenn man so will, stellvertretend für alle anderen Treffer beim standesgemäßen 6:1(2:1)-Erfolg, denn die waren – bis auf eine Ausnahme – allesamt sehenswert herausgespielt.

Eintracht Frankfurt: Fabio Blanco spielt cool auf

Im Schnelldurchlauf: Das 1:0 durch Ali Akman bereitete Goncalo Paciencia klug vor (1.), beim 2:0 durch Paciencia legte Timothy Chandler auf (7.). Beide Buden hatte Rodrigo Zalazar perfekt initiiert. Das 3:1 durch Lindström durfte sich der junge und cool aufspielende Fabio Blanco durch einen cleveren Pass ans Revers heften (63.), vor dem 4:1 steckte wieder der Spanier durch auf Aymen Barkok, der es Daichi Kamada leicht machte (77.). Nur das letzte Tor durch Aymen Barkok (84.), das sechste, entsprang einem krassen Fehler der Gießener, die sich immerhin über das zwischenzeitliche 1:2 von Louis Münn freuen durften (9.). Gerade im zweiten Abschnitt aber verlor der Viertligist die Orientierung, ging im Frankfurter Angriffswirbel unter. „Wir haben viele Zocker, die gut mit dem Ball umgehen können“, resümierte Zocker Barkok. „Jeder hat Bock drauf, die Kombinationen sehen gut aus.“

Eintracht Frankfurt: Joveljic im Abseits

Trainer Oliver Glasner stimmte dem Techniker im Kern zu, aber in den zehn Minuten nach der Pause war ihm das ein wenig zu kleinteilig und unseriös. „Da wurde dann zu viel gezockt, und dann ist man hinten anfällig“, mäkelte der Österreicher. Mit der grundsätzlichen Leistung war Glasner aber absolut einverstanden, auch wenn der Regionalligist natürlich kein Prüfstein und kein Maßstab war. Doch für den Fußballlehrer war wichtig zu sehen, dass seine Mannschaft die geforderten Schwerpunkte umgesetzt hat.

Ging es gegen den Zweitligisten Sandhausen (1:0) um Spielkontrolle, so war jetzt „mehr Strafraumbesetzung und mehr tiefe Läufe“ gefordert. Das hat funktioniert. „Es ist kein Zufall, dass jeder Offensivspieler getroffen hat“, urteilte der Trainer. Nur Amin Younes ging leer aus, deutete aber mit seinen Dribblings und Pässen an, dass er ein Faktor im Spiel werden kann. Wichtig war ohnehin, dass der zuletzt mit muskulären Problemen unpässliche Spielmacher beschwerdefrei durchhielt.

Glasner ist von seinen Offensivspielern durchaus angetan, schwärmte von Daichi Kamadas „Gefühl für die Räume und seiner unglaublichen Spielintelligenz“. Auch Aymen Barkok mache auf ihn einen „sehr, sehr positiven“ Eindruck. Stürmer Dejan Joveljic kann da nicht mithalten. Der Serbe wurde für den angeschlagenen Paciencia nach 34 Minuten eingewechselt und musste in der Halbzeit seinen Platz schon wieder räumen. „Wir hatten 21 Feldspieler“, sagte Glasner, also einer zu viel für zwei komplette Teams. „So leid es mir tut“, sagte der Trainer. Er habe mit Joveljic vorher besprochen, „dass er heute diese Rolle hat.“ Für den 21-Jährigen ist das dennoch ein klarer Fingerzeig. Eine große Zukunft scheint er in Frankfurt auch im dritten Anlauf nicht zu haben.

Eintracht Frankfurt: Steven Zuber kann gehen - wenn der Preis stimmt

Noch nicht dabei war übrigens der bei der EM so furios aufspielende Steven Zuber, der noch in den Ferien weilt. Seit seinen vier Assists beim kontinentalen Turnier wird über einen Abgang des Vorlagen-Königs spekuliert, die Eintracht würde dem Schweizer Nationalspieler keine Steine in den Weg legen – wenn der Preis stimmt. Rund fünf Millionen Euro Ablöse stehen im Raum, zudem würde der Klub das Gehalt des 29-Jährigen sparen, Zuber gehört überraschenderweise zu den Besserverdienern bei der Eintracht. Er genießt die gestiegene Aufmerksamkeit an seiner Person. „Ich denke, mein Berater hat schon ein bisschen zu tun“, sagte er dem „Blick“. Von möglichen Interessenten habe er bislang aber auch nur gelesen. „Falls sich etwas Konkretes ergeben sollte, werde ich informiert. Ich werde am 26. Juli wieder in Frankfurt ins Training einsteigen, alles andere werden wir sehen.“

Definitiv nicht mehr zurückkehren wird Frederik Rönnow, der Ersatzkeeper, der sich Union Berlin anschließen wird. Für die Eintracht ist das ein lukrativer Deal, der Vertrag des Schlussmannes, der 2018 als Nachfolger für Lukas Hradecky geholt wurde, aber nur elf Bundesligaspiele für die Hessen bestritt, wäre in einem Jahr ausgelaufen, nun hat die Eintracht noch rund zwei Millionen einstreichen können. Einen kleinen Teil davon, 250 000 Euro, steckte sie in Rönnow-Nachfolger Jens Grahl vom VfB Stuttgart. Der stand im Testspiel direkt zwischen den Pfosten. Immerhin kannte er schon alle Namen der neuen Kollegen. (Ingo Durstewitz)

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