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Das wollen sie in Frankfurt sehen: Luka Jovic beim Torjubel.
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Das wollen sie in Frankfurt sehen: Luka Jovic beim Torjubel.

Eintracht Frankfurt

Kommentar zur Jovic-Rückkehr: Ein klares Statement

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt holt Luka Jovic für ein halbes Jahr zurück. Sportlich ist er ziemlich sicher ein Gewinn für die Hessen, aber ist die Rückholaktion nicht dennoch riskant? Ein Kommentar.

Selten hat man den Frankfurter Trainer Adi Hütter so hochgestimmt gehört wie am späten Dienstagabend – nicht mal die das Pokal-Aus bedeutende 1:4-Niederlage in Leverkusen konnte ihm die Laune wirklich verderben. Die Verzückung trägt einen kurzen Namen: Luka Jovic. Der Eintracht-Coach hieß den verlorenen Sohn aufs Herzlichste willkommen, er fabulierte von einem „außergewöhnlichen Spieler“, der „nach Hause“ kommen werde. Fast hätte man meinen können, Robert Lewandowski würde für die restlichen Monate in Frankfurt anheuern. Oder Leo Messi. Oder beide.

Eintracht Frankfurt gelingt Coup

Man muss das verstehen: Mit dem Transfer des serbischen Nationalspielers ist der Eintracht zweifelsfrei ein Coup gelungen, der lange Zeit nicht sonderlich realistisch schien. Viel zu weit entfernt muteten die Sphären an. Wer seit eineinhalb Jahren bei Real Madrid spielt, hat es sportlich wie finanziell geschafft – sehr viel royaler geht es nicht. Jovic aber ist unglücklich in Madrid, und Madrid ist unglücklich mit ihm, und da erinnert man sich doch gerne an Zeiten zurück, in denen alles luftig, leicht und unbeschwert lief. Insofern ist die Rückholaktion irgendwie logisch, vielleicht sogar ein kleines bisschen fußballromantisch.

Für die Eintracht ist das Leihgeschäft wirtschaftlich gut darstellbar, Jovic wird in etwa das einstreichen, was auch Bas Dost eingestrichen hätte, also rund zwei Millionen Euro für ein knappes halbes Jahr. Keine Frage ist, dass Jovic ein ganz anderes Kaliber ist als der Holländer – zumindest, wenn er sich in Topform präsentiert. Wann er dieses Level wieder erreichen wird und kann, ist derzeit unklar. Momentan dürfte er nicht auf dem Niveau agieren wie vor eineinhalb Jahren, dazu fehlt einfach die Matchpraxis und Wettkampfhärte.

Eintracht Frankfurt: Jovic braucht Nestwärme

Doch Potenzial bringt der Vollblutstürmer im Überfluss mit, genauso wie einen ausgeprägten Torriecher und Instinkt. Mit Jovic wird die Eintracht-Offensive noch besser, durchschlagskräftiger und unberechenbarer.

Die Verpflichtung des Serben ist ein klares Statement an die Liga und auch an die eigene Mannschaft, wer einen Akteur dieser Kragenweit holt, der untermauert damit seine Ambitionen, der zementiert seine eigenen Ansprüche, es ist ein weithin sichtbares Signal – Richtung Europa.

Aber ist die Rückholaktion nicht dennoch riskant? Der Torjäger gilt so ein bisschen als Hallodri, hat in seiner Heimat schon gleich zu Beginn der pandemiebedingten Restriktionen gegen die Regeln verstoßen, was ihm sogar Ärger mit der Staatsanwaltschaft einbrachte. Jovic wirkte oft wie ein bockiges Kind, schlecht beraten, umgeben von falschen Freunden, irgendwie schien ihm der Ruhm zu Kopf gestiegen zu sein. Das ist die eine Seite, die andere zeichnet einen sensiblen, scheuen Menschen, der Zutrauen fassen und Vertrauen spüren muss, um aufzublühen. Die Nestwärme erhofft er sich in Frankfurt.

Eintracht Frankfurt: Jovic quasi zum Nulltarif

Die Verantwortlichen und auch die Führungsspieler werden sehr genau beobachten müssen, wie sich der für fast 70 Millionen Euro erst nach Madrid transferierte und jetzt quasi zum Nulltarif zurückgekehrte Angreifer intern geben wird. Starallüren kann diese Mannschaft mit vielen „normalen“ Typen und einer sehr flachen Hierarchie nicht vertragen. Wenn einer den Stinkstiefel mimt und aus der Reihe tanzt, gerät das zerbrechliche Gebilde ins Wanken. Das kann sich die Eintracht nicht leisten.

Und Jovic wird sich damit arrangieren müssen, auch mal auf der Bank zu hocken. Denn André Silva hat sich seinen Platz im Sturm redlich verdient, nicht durch fehlende Konkurrenz und wegen der vielen Tore, sondern gerade durch seine selbstlose Maloche fürs Team. Das hat der hochgehandelte Portugiese erst lernen müssen. Als er kam, trug er die Nase noch etwas höher.

Luka Jovic ist gut beraten, sein zweites Engagement in Frankfurt als Chance zu begreifen und seine Mission mit einer Portion Demut und großer Entschlossenheit anzugehen. An fußballerischer Klasse sollte es nicht scheitern.

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