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Kann kicken, hängt fitnessmäßig aber noch ein Stück zurück: Neuzugang Amin Younes (re.).

Testspiel

Eintracht Frankfurt verliert Test gegen Würzburg: Einstand mit Mängeln

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Younes, Hrustic und Schubert feiern bei der 0:3-Niederlage im Testkick gegen den Zweitligisten aus Würzburg ihr Debüt im Eintracht-Dress.

  • Eintracht Frankfurt verliert das Testspiel gegen die Würzburger Kickers mit 0:3
  • Debütanten von Eintracht Frankfurt wären gerne besser gestartet
  • Trainer Adi Hütter nimmt Niederlage locker

Früh im Spiel, schon nach vier Minuten, tauchte Amin Younes recht aussichtsreich im gegnerischen Strafraum auf. Halblinke Position, zehn, elf Meter vom Tor entfernt. Das Zuspiel glitschte zügig über den nassen Rasen heran, keine einfache Kiste allemal, aber auch nicht unmöglich für einen ausgewiesen Techniker wie den 27-Jährigen. Also probierte Younes es, und scheiterte. Der Ball flutschte ihm über den Spann, der Schuss verkam zum Schüsschen. Nun gut, war ja noch früh im Spiel, dachte der geneigte Beobachter.

Im Grunde aber, und das muss so ehrlich festgehalten werden, war jener Fehlversuch die auffälligste Aktion von Amin Younes in den gesamten 90 Minuten. Beim durchwachsenen Debüt des früheren Nationalspielers verlor Eintracht Frankfurt das Testspiel gegen die Würzburger Kickers auf eigenem Trainingsplatz unweit der Arena mit 0:3 (0:1), und das verdient. Der Tabellen-16. der zweiten Liga war gegen die ohne ihre Nationalspieler sowie die geschonten Stammkräfte Bas Dost, Makoto Hasebe und Sebastian Rode angetreten Frankfurter das bessere Team.

Debütanten von Eintracht Frankfurt wären gerne besser gestartet

„Ich habe ein paar Eindrücke gesammelt und mir ein Bild gemacht“, sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter, der das Spiel weitestgehend still und vorm Dauerregen geschützt auf der Ersatzbank verbrachte. Es war ja nur ein Test, wenn auch einer, in dem sich die Hinterbänkler des Kaders quasi ausnahmslos dafür empfahlen, an ihrem Status nichts zu verändern. Von der Startelf, die zuletzt in der Liga gegen Hoffenheim überzeugt hatte, schlurfte nur Almamy Touré 63 Minuten lang über den Rasen.

Nicht nur Neuzugang Younes erwischte einen mäßigen Anfang im Frankfurter Fußballkosmos, was irgendwie auch so zu erwarten war, fehlt dem Dribbler doch komplett die Spielpraxis. Nein, auch die beiden weiteren Debütanten, Mittelfeldspieler Ajdin Hrustic und Torhüter Markus Schubert, wären wohl gerne besser gestartete. „Das Ergebnis war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Hrustic, der gemeinsam mit Younes über die volle Spielzeit im offensiven Mittelfeld agieren durfte. „Das Ergebnis ist erstmal zweitrangig“, ergänzte Younes, vielmehr sei es darum gegangen, „wieder 90 Minuten in die Beine zu bekommen“. Ziel also erreicht. Er versuche jetzt einfach, weiter hart zu arbeiten, näher ranzukommen ans Team, „und dann auch wichtig zu sein“.

Eintracht Frankfurt verliert Testspiel: Adi Hütter nimmt es locker

Während Younes in der ersten Hälfte darum bemüht war, sich die Bälle vor der eigenen Abwehr abzuholen, schwanden bei ihm nach dem Seitenwechsel die Kräfte, er war nur noch selten Teil der Kombinationen – körperlich besteht da offenbar eine Menge Nachholbedarf. Hrustic dagegen probierte es bis zum Schluss, bloß probierte er zu viel. Ein ums andere Mal dribbelte der technisch zweifelsohne versierte Linksfuß in mehrere Würzburger Gegenspieler hinein und verlor die Kugel. Sich früher vom Ball zu trennen, wird unabdingbar sein, will Hrustic auf viele Einsatzminuten in der Bundesliga kommen. Ebenso wie eine höhere Präzision bei Ecken und Freistößen.

Diese hätte nach einer Viertelstunde auch Keeper Schubert geholfen, wohlgemerkt auf der anderen Seite. Der vom FC Schalke 04 ausgeliehene U-21-Nationalmann tauchte da von einem lauten „Torwart“-Schrei begleitet unter einer Ecke durch, die dem völlig verdutzten Tuta gegen die Brust und von dort ins eigene Netz sprang – 0:1 aus Sicht der Eintracht. Nach dem Seitenwechsel erzielte Patrick Sontheimer einigermaßen unbedrängt die weiteren Tore für die Gäste (60., 72.). Schubert hatte zu diesem Zeitpunkt bereits für U-19-Keeper Elias Bördner seinen Platz zwischen den Pfosten geräumt.

Die Eintracht ihrerseits hatte mit einigem Wohlwollen drei Gelegenheiten. Zweimal zog der bemühte und neben Tuta auch beste Frankfurter, Dominik Kohr, ab (42., 76.), kurz vor dem Abpfiff scheiterte Nachwuchsstürmer Jabez Makanda (89.) per Foulelfmeter. Eintracht-Trainer Hütter brachte Sinn und Zweck des Testkicks schließlich mit einem Satz auf den Punkt: „Für die Neuzugänge war es gut, Spielpraxis im neuen Umfeld zu sammeln.“ Mehr auch nicht. (Von Daniel Schmitt)

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