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Irreguläre Freude: Danny da Costa (links) feiert sein Siegtor.
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Irreguläre Freude: Danny da Costa (links) feiert sein Siegtor.

Spiel gegen Hannover

"Ein dreckiger Sieg"

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt gewinnt mit 1:0 gegen Hannover 96 und gehört damit weiter zu den Besten. Beim Siegtor durch Danny da Costa hatte die Eintracht jedoch Glück.

Gute Torhüter zeichnet auch aus, ihre Konzentrationsfähigkeit selbst dann nicht zu verlieren, wenn sie in 90 Minuten mehr oder minder beschäftigungslos waren. Insofern hat Eintracht-Schlussmann Lukas Hradecky am Samstagnachmittag den Beweis erbracht, ein klasse Keeper zu sein, auch wenn man das natürlich schon vorher wusste.  Die Nachspielzeit lief bereits in dieser unansehnlichen Bundesligapartie zwischen der Eintracht und Hannover 96, die Gastgeber führten 1:0, als Pirmin Schwegler, der frühere Frankfurter Kapitän und heutige Mittelfeldmann der Niedersachsen, gefühlt seinen 28. Freistoß in den Strafraum der Hessen schlug. Alle zuvor waren im Nichts verpufft, doch dieser wurde plötzlich brandgefährlich. Martin Harnik, so eine Art Eintracht-Schreck, der ganz gerne mal gegen den Bundesligisten vom Main einnetzt,  bekam den Fuß kurz vor dem Kasten an den Ball, und es schien um die Eintracht geschehen, das, dachten viele, würde der Ausgleich, das späte 1:1, sein. Doch irgendwie bekam der Frankfurter Keeper Hradecky das Bein noch an die Kugel, rettete in allerhöchster Not, kurze Zeit später faustete er noch einmal einen Ball aus der gefährlichen Zone –  und das war es dann.  Feierabend, Heimsieg, Champions-League-Platz verteidigt. „Wir sind einfach nur happy“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic. „Dieser Sieg tut uns gut. Das waren drei wichtige Punkte.“ Kann man so sehen.

Die Eintracht weist nun, nach 25 Spieltagen, 42 Punkte auf – so viele hatte sie in der vergangenen Saison nach 34 Runden, also nach Beendigung der Spielzeit. Das ist eine Leistung, die nicht hoch genug einzuschätzen ist. Der Weg nach Europa ist vorgezeichnet, er ist geebnet. Auch wenn die Frankfurter jetzt natürlich etwas zu verlieren haben. Und doch: Schon jetzt beträgt der Vorsprung auf den siebten Rang sieben Punkte – nach Stand der Dinge reicht auch dieser Platz noch zur Teilnahme an der Europa League.

Die Hessen haben diesen Erfolg sicherlich nicht im Hurra-Stil herausgespielt, es war eher so, wie es Linksverteidiger Timothy Chandler umschrieb: „Ein dreckiger Sieg.“ Nehmen sie aber auch mit, die Höhenflieger aus dem Stadtwald. Auch Trainer Niko Kovac wussten diesen Dreier richtig einzuordnen: „Es war kein ansehnliches Spiel, aber das ist mir egal. Wir wollten diesen Erfolg verbuchen, das haben wir geschafft. Und der Sieg war verdient.“ Das stimmt, und dass die Darbietung eher mäßig war – geschenkt. „Fußballerisch können wir es besser, das weiß ich auch.“

Kovac selbst hatte schon mit der Aufstellung die Richtung vorgegeben. Nachdem sich Anführer Kevin-Prince Boateng am Morgen für einen Startelfeinsatz wegen einer starken Erkältung  abgemeldet hatte, entschied sich der Coach dazu, das Mittelfeld mit eher rustikalen Männern zu besetzen. Er beorderte Zerstörer Gelson Fernandes und – zur Überraschung aller – Jonathan de Guzman in die Startformation.   Der Niederländer hatte seinen letzten Einsatz Ende Oktober zu verbuchen, seitdem lag er mit einer schweren Schulterverletzung auf Eis. In diesem Jahr hatte es der 30-Jährige nicht einmal in den Kader geschafft. De Guzman, so viel vorneweg,  hat seine Sache nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr ordentlich gemacht.

Die Marschroute war aber klar: Kovac wollten den kampfstarken Niedersachsen eine körperliche Note entgegensetzen. Das räumte er unumwunden ein. „Sie haben im Mittelfeld eher Handwerker, da wollte ich auch Handwerker im Team haben.“ Gerade nach der von ihm selbst als blutarm beschriebenen Vorstellung vor Wochenfrist in Stuttgart.

De Guzman hatte dann auch gleich die Füße im Spiel, als das Siegtor fiel. Er zirkelte eine Ecke genau auf den Kopf von Verteidiger Danny da Costa, der sein erstes Bundesligator erzielte (39.). Es sollte das Goldene Tor sein. Die Standards des früheren niederländischen Nationalspielers kamen ohnehin ausnahmslos gut, „phantastisch“, wie Kovac fand. Und doch hätte dieser Treffer eigentlich nicht zählen dürfen, weil es gar keinen Eckstoß hätte geben dürfen. Denn Eintracht-Spieler Marius Wolf und kein Hannoveraner war es, der den Ball ins Aus spitzelte. Da hatte die Eintracht Glück.

Glück hatte sie auch nach gut einer Stunde, weil der insgesamt fahrig pfeifende Schiedsrichter Marco Fritz schon einen Elfmeter für Hannover gegeben hatte, den er nach einem Hinweis des Videoassistenten aber wieder zurücknahm – völlig zu Recht. Miiko Albornoz hatte sich zu einer dreisten Schwalbe gegen Danny da Costa hinreißen lassen. Statt Elfmeter gab es die Gelbe Karte für den 96-Verteidiger. So macht der Videobeweis Sinn.

Die Eintracht hätte diese niveauarme Partie trotz einer allenfalls kämpferisch ansprechenden Leistung höher gewinnen müssen, weil sie deutlich mehr Chancen hatte, aber  Ante Rebic (6./16.),  de Guzman (53./54.) sowie der bedenklich schwache Sebastien Haller (82.) und der eingewechselte Boateng (90.) vergaben beste Möglichkeiten, wobei 96-Keeper Philipp Tschauner auch einen herausragend guten Tag erwischt hatte und überragend hielt. Lukas Hradecky auf der anderen Seite hat eine Parade gereicht, um der heimliche Held des Nachmittags zu werden. 

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