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Egon Loy, Jubilar. Foto: Hübner
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Egon Loy, Jubilar.

Egon Loy

Eintracht Frankfurt: Ein Meister von 59 wird 90

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Der legendäre Torwart von Eintracht Frankfurt Egon Loy bleibt am Ball und schaut seinen Nachfolgern genau auf die Füße.

Alter ist nichts für Feigling, so geht ein Bonmot, aber Egon Loy findet, dass alt werden dann schön ist, wenn zwei Dinge gelingen: Der Kopf müsse klar sein, und man muss noch laufen können. Beides funktioniert noch bei Egon Loy, jenem legendären Torwart von Eintracht Frankfurt der 50er und 60er-Jahre, Mitglied auch der 59er-Meistermannschaft, und natürlich stand er im legendären Europapokalfinale 1960 in Glasgow gegen Real Madrid (3:7) unter der Latte. „Beim gemeinsamen Bankett hinterher haben wir Eintracht-Spieler uns Autogramme geben lassen von den Real-Stars Puskas, di Stefano, Gento und wie sie alle hießen“, erzählt jener Egon Loy, rüstig und bei guter Gesundheit, am Freitag wird er 90 Jahre alt.

Loy: 200 Oberligaspiele und 69 Mal in der Bundesliga

Der Mann, Jahrgang 1931 und im Alter von 23 Jahren aus dem bayrischen Schwabach nach Frankfurt gekommen, spielte 13 Jahre für die Eintracht, er bestritt mehr als 200 Oberliga-Spiele und stand auch noch 69 Mal in der 1963 neu gegründeten Bundesliga im Tor der Hessen. Sein Nachfolger 1967 im Tor war übrigens der langjährige Nationaltorhüter Hans Tilkowski von Borussia Dortmund, und danach Peter Kunter, der kürzlich seinen 80. Geburtstag feiern konnte.

„Man muss mit der Zeit gehen“

Am Geschehen um die Eintracht nimmt der trotz Herzschrittmacher weiterhin rüstige Senior, der weiterhin mit Gattin in Oberursel lebt, teil, er schaut Eintracht-TV, verfolgt online die Pressekonferenzen und guckt alle Spiele. Internet, Streamen, Computer ist für den hochaufgeschossenen Jubilar kein Teufelszeug. „Man muss mit der Zeit gehen“, sagt er lächelnd, „ich bin ganz gut informiert.

Der Hütter-Abschied missfällt Egon Loy

Die „Sache mit Trainer Hütter“ findet er nicht so gut, „Verträge muss man einhalten“, gerade als Fußballlehrer. Inzwischen hätten Trainer eine Bedeutung erlangt, die sie zu seiner aktiven Zeit nie und nimmer genossen. „Trainer haben bei uns keine große Rolle gespielt“, erzählt Loy, der neben seiner Fußballerkarriere noch gearbeitet hatte, bei der Metallgesellschaft am Opernplatz. Nachmittags, nach der Arbeit, ging es zum Training, selbst bei den Europapokalspielen mittwochabends hatten sie allenfalls zwei, drei Stunden früher gehen können. „Als Trainer Elek Schwartz bei uns das Vormittagstraining eingeführt hat, habe ich kürzer getreten“, sagt Loy, seinen Job wollte er für den Fußball nicht aufgeben.

390 Mark im Monat - damit gehörte man zu den Großverdienern in den 60er Jahrenl

Eingangs der 60er Jahre hatte der Ballfänger, der allenfalls bei Regen Wollhandschuhe trug, gestrickt von der Schwiegermutter, in der Oberliga ein Grundgehalt von 150 Mark. Es gab zudem eine Auflaufprämie von zehn Mark, plus Prämien, für einen Sieg gab es 75 Mark. „Da kamen schon mal 390 Mark im Monat zusammen. Das war viel Geld.“ Der Durchschnittsverdienst damals lag bei 300 Mark.

Der legendäre Torwart schlägt dem Alter ein Schnippchen

So lange es möglich war, hat sich Loy die Begegnungen der Eintracht, oft mit den anderen 59ern, auch noch live im Stadion angeschaut, ist mit dem eigenen Auto gefahren. Seit eineinhalb Jahren hat er aber seinen Führerschein zurückgegeben, „das war vernünftig“, die beiden Enkel und die Tochter besuchen die Loys nun per Taxi. Oder zu Fuß, dem Alter ein Schnippchen schlagend. (Thomas Kilchenstein)

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