Eintracht Frankfurt

Kaum Alternativen im Eintracht-Sturm

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
    schließen

Drei Angreifer sind wenig in einem Bundesligakader, vor allem dann, wenn wie bei Eintracht Frankfurt zusätzlich einer verletzt fehlt.

  • Eintracht Frankfurt spielt am Sonntag in Köln gegen den FC.
  • Durch den Ausfall von Ragnar Ache stehen den Hessen nur noch zwei Stürmer zur Verfügung.
  • Trainer Adi Hütter sucht nach Alternativen.

Ehrlicherweise ist bisher wenig hängen geblieben vom jungen Fußballer Ragnar Ache. Dass er hoch hüpfen kann, hat er zwar schon bewiesen, auch, dass er zu Fuß rasch unterwegs ist, zumindest rascher als seine Stürmerkollegen bei Eintracht Frankfurt. Ansonsten aber ist ihm in Diensten des Bundesligisten bisher wenig Erquickliches gelungen. 34 Minuten stand der Zugang von Sparta Rotterdam in der Liga auf dem Rasen, 19 Mal war er am Ball, (zu) häufig verdaddelt er ihn noch.

Eintracht Frankfurts Ragnar Ache: Die Anlagen sind da

Noch - ein Wort, Tadel und Hoffnung zugleich, dass es mit der Zeit, mit wachsender Erfahrung besser werden könnte bei Ragnar Ache. Dass sich seine zweifelsohne vorhandenen fußballerischen Fähigkeiten irgendwann in gewinnbringenden Aktionen niederschlagen könnten. In den kommenden Wochen und damit auch am Sonntag (15.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln wird Ache jedoch die Füße still halten müssen. Eine Sehnenverletzung im Oberschenkel, die er sich bei der deutschen U21 zuzog, hindert den Juniorennationalstürmer derzeit an der Ausübung seiner Arbeit.

Sollte im Idealfall fit bleiben: André Silva, der zurzeit so prächtig mit Angriffskollege Bas Dost harmoniert.

Eintracht Frankfurt: Derzeit nur zwei echte Stürmer

Was auf die Leistung der Eintracht erstmal keine großen Auswirkungen haben sollte – siehe oben –, ist doch ein Problemchen. Wenn der Kader der Hessen nämlich an einer Stelle personell dünn besetzt ist, dann im Angriff. André Silva, Bas Dost, der verletzte Ragnar Ache und der nicht bundesligataugliche Nachwuchsmann Jabez Makanda, das war’s. Eintracht-Trainer Adi Hütter stehen für das Spiel in Köln also nur zwei echte Stürmer (Silva, Dost) zur Verfügung, die er am liebsten beide wieder von Beginn an spielen lassen würde, präsentierten sie sich bisher doch ausgesprochen harmonisch. In Abwesenheit der verliehenen Angreifer Goncalo Paciencia (Schalke 04/kein Tor) und Dejan Joveljic (Wolfsberger AC/zwei Tore) könnte Hütter im Falle eines Rückstandes nicht mehr mit einem gelernten Stürmer nachlegen. Zudem mussten sich die zurzeit fitten Silva und Dost während ihrer Karriere doch schon den einen oder anderen Eintrag in ihre Krankenakten kritzeln lassen. Kurzum: Vorne ist der Kader auf Kante genäht.

Ersatzstürmer für die Eintracht immer noch gesucht

Welche Alternativen bleiben Adi Hütter, muss oder will er einen seiner beiden Torjäger vom Feld nehmen? Der Fußballlehrer kann aus drei offensiven Mittelfeldmännern wählen. Da wäre Daichi Kamada, der japanische Spielmacher, der gestern Abend noch mit seiner Nationalmannschaft bei einem Test in Utrecht gegen die Elfenbeinküste gefordert war. Kamadas Stärken liegen zwar eher im Abspiel denn im Abschluss, schon vergangene Saison bot Hütter ihn aber ein ums andere Mal ganz vorne an der Seite eines einzelnen Mittelstürmers auf. Der 24-Jährige soll dann mit seinen Haken und Finten Verwirrung stiften in der gegnerischen Verteidigung, Räume freischaufeln für den knipsenden Kollegen. Ähnliche fußballerische Merkmale werden auch Last-Minute-Zugang Amin Younes nachgesagt. Der frühere Nationalspieler, körperlich noch nicht reif für einen Bundesligaeinsatz über 90 Minuten, kann an der Seite eines Stoßstürmers - oder dahinter im Doppelpack mit Kamada - sicher Löcher in des Gegners Hintermannschaft reißen.

Nicht umsonst bot Hütter den 27-Jährigen in Abwesenheit der Nationalspieler im Test gegen Würzburg als offensiven Mittelfeldspieler auf halblinker Position auf, während Ajdin Hrustic, der zweite Neue, die gleiche Position halbrechts ausfüllte. Viel Gewusel sollte entstehen, überraschende Momente, in die Spitze stoßende Mittelfeldspieler, so der Wunsch des Frankfurter Trainers, der sich vergangenen Freitag freilich noch nicht erfüllte. Noch – Tadel und Hoffnung zugleich.

Rubriklistenbild: © AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare