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Gelson Fernandes.

Gelson und Edimilson Fernandes

Eintracht Frankfurt in Mainz: Das Duell zweier ungleicher Cousins

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    Frank Hellmann
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Gelson Fernandes von Eintracht Frankfurt und Edimilson Fernandes von Mainz 05 treffen am Montag das erste Mal aufeinander. Der ältere Gelson ist das „Vorbild“ für den jüngeren „talentierteren“ Edimilson.

Gelson Fernandes, das Fleißbienchen im Frankfurter Mittelfeld, ist ein Globetrotter, er hat bei renommierten Vereinen in ganz Europa Fußball gespielt, in Frankreich, Portugal, Italien und England, in der Schweiz und Deutschland, zurzeit verdient er sein Geld bei der Eintracht, der 33 Jahre alte Schweizer hat 67 Länderspiele bestritten und, alles in allem, eine gute Karriere hingelegt – gerade weil ihm nichts in den Schoß fiel, er sich alles hart erarbeiten musste. Das ist bei Edimilson Fernandes, seinem Cousin, ein wenig anders. „Edi kann mehr erreichen“, sagt Gelson Fernandes gänzlich neidlos. „Er hat mehr Talent.“

Wie es der Zufall so will trifft Gelson heute Abend in einem heißen Familienduell auf seinen Cousin Edimilson, der für den Nachbarn Mainz 05 verteidigt. Es sind unterschiedlichen Spielertypen, Gelson ist der Zerstörer, der in die Zweikämpfe fliegt, als gebe es kein Morgen, Cousin Edimilson ist eher der Stratege, ein kluger Spieler. „Er ist technisch besser“, sagt Gelson Fernandes, der maßgeblich daran beteiligt war, dass der 23-Jährige von West Ham United in die Bundesliga zu den Rheinhessen wechselte. „Er gibt mir immer Ratschläge“, sagt Edimilson. „Er ist mein Idol und Vorbild.“ Zusammen gespielt haben sie nie.

Edimilson Fernandes.

Die familiäre Bande wurde erst dicker, als der jüngere Fernandes auch professionell Fußball spielte und der erfahrene Weltenbummler Gelson sich seiner annahm. Seitdem telefonieren sie viel, der Eintracht-Spieler ist so etwas wie der väterliche Freund. „Edi ist ein guter Junge, mit dem Herz am rechten Fleck.“ Bis Montagabend wird der Kontakt aber ruhen, „das habe ich ihm geschrieben“, sagt Gelson, „im Spiel sind wir Gegner, ich werde wie immer alles geben für die Eintracht, meine Farben, meine Mannschaft.“

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Edi Fernandes hatte in Mainz keine leichte Zeit, der Acht-Millionen-Einkauf von West Ham United konnte anfangs weder auf der Sechser- und Achterposition im Mittelfeld überzeugen und wies eine schwache Zweikampfquote auf. Es war beim Einstand des neuen Trainers Achim Beierlorzer die überraschendste Personalie, dass Edimilson Fernandes als Kopf einer neuen Dreierabwehr auflief. Und siehe da: Beim 5:1-Kantersieg in Hoffenheim war der 23-Jährige auf einmal eine echte Stütze. Souverän in der Luft und am Boden. Vielleicht hat ihm Cousin Gelson ja die entscheidenden Ratschläge gegeben. (dur/hel)

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