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Druck? Was für ein Druck?

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Von: Ingo Durstewitz

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Will in seiner zweiten Saison bei den Bayern mehr Erfolg als in der ersten: Julian Nagelsmann.
Will in seiner zweiten Saison bei den Bayern mehr Erfolg als in der ersten: Julian Nagelsmann. © IMAGO/Laci Perenyi

Vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Eintracht Frankfurt blendet Julian Nagelsmann, Trainer des FC Bayern, all die Unruhe um seine Person aus / Lob für Mario Götze

Seit Wochen, ach was, seit Monaten schlägt Julian Nagelsmann keine Zeitung mehr auf und umschifft beim Surfen im Internet bestimmte Seiten. Behauptet er zumindest. Und doch hat der Bayern-Trainer spitzbekommen, dass sich was zusammenbraut beim FCB und die Ansprüche an ihn gestiegen sind. „Es gibt apokalyptische Züge. Ein wilder Sturm zieht auf“, sagte er vor wenigen Tagen amüsiert. Doch im Anschluss legte ein bei den Bayern für gewöhnlich gut unterrichtetes Boulevardmagazin nach und berichtete, dass der 35-Jährige in seinem zweiten Jahr in München auf dem Prüfstand stehe. Nagelsmanns Konter ließ nicht lange auf sich warten. „Den Druck, den ihr mir machen wollt, verspüre ich nicht“, sagte er vor dem Auftaktspiel am Freitag in Frankfurt an die Medienvertreter gewandt. „Druck mache ich mir selbst.“

Den gibt es rund um die Säbener Straße schon immer ohne Ende. Und er ist vor Beginn dieser Spielzeit gewachsen. Das hängt kausal mit der letzten Runde zusammen, denn in der holten die Titeljäger von der Isar nur eine Trophäe, die, die sie immer holen: die deutsche Meisterschaft. Aber sonst? Raus im Pokal in Runde zwei nach einem schlimmen 0:5 in Mönchengladbach, raus im Viertelfinale der Champions League gegen Leichtgewicht Villarreal. Das hätte andere Trainer schon den Job gekostet. Nagelsmann, hochangesehen, nicht.

Er wird mit seinen Bayern in das erste Jahr ohne Torgarant Robert Lewandowski gehen, der in 375 Spielen für die Bayern unglaubliche 344 Treffer erzielte. Die Kardinalfrage: Wie wird das nun ohne den Polen, der sich von den Bayern weg und hin zum FC Barcelona stänkerte? Niemand kann das seriös beantworten, auch der Trainer nicht, der glaubt, alles in allem ein besseres Aufgebot anleiten zu dürfen, ein Aufgebot, das für 130 Millionen Euro aufgepeppt wurde – trotz Corona-Einschnitten.

„Erheblicher Zugzwang“

Diese Transferoffensive hat man auch in Frankfurt registriert. „Nach ihrem Champions-League-Sieg ist ihnen die internationale Wettbewerbsfähigkeit ein bisschen verloren gegangen“, sagt Finanzchef Oliver Frankenbach. „Die englischen Klubs investieren ohne Ende, das setzt den FC Bayern unter erheblichen Zugzwang.“ Man will mitspielen im Konzert der ganz Großen.

Der Auftakt in Frankfurt kommt den Münchnern da nicht zupass, die Eintracht gehört nicht zu ihren Lieblingsgegnern. „Dort ist es nie leicht“, sagt Nagelsmann, der wohl auf Torwart Manuel Neuer zurückgreifen kann (zuletzt Magenprobleme). Das Publikum sei frenetisch, die Spiele emotional, zudem sei die Mannschaft des „herausragenden Trainers“ Oliver Glasner eingespielt. In der Eintracht-Startelf erwartet Nagelsmann lediglich Mario Götze als Neuzugang, von dem er in den allerhöchsten Tönen spricht. „Sehr intelligent, ein herausragender Fußballer“, gerade seine „passive Torgefahr ist extrem“. Der Transfer sei ein sehr guter für die Eintracht und für die Bundesliga. „Für uns ist das jetzt nicht überragend, weil er einfach zu gut ist.“

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