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Druck auf dem Eintracht-Kessel

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Von: Ingo Durstewitz

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Bruno Hübner stellt die Weichen
Bruno Hübner stellt die Weichen © S. Krieger

Eintracht Frankfurt spürt plötzlich die Versagensangst. Trainer Armin Veh wird wohl zurück zum 4-4-2-System kehren. Sportdirektor Bruno Hübner plant derweil für die Bundesliga - und soll angeblich an Spielern der direkten Aufstiegskonkurrenz interessiert sein.

Der obligatorische Dauerlauf durch den Frankfurter Stadtwald am Morgen nach einem Punktspiel endete am Montag nach einer guten halben Stunde. Für einen Leistungssportler ist das eine eher regenerative Angelegenheit, doch die lockere Bewegungseinheit war für den einen oder anderen der Eintracht-Profis ganz gut, um den Kopf freizubekommen.

Für Martin Amedick etwa, den unglückseligen Innenverteidiger.

Der 29-Jährige wurde am Sonntag gegen Energie Cottbus in der Halbzeit ausgetauscht, was weniger mit seiner Leistung, vielmehr mit taktischen Zwängen zu tun hatte.

Schlag ins Kontor für Amedick

Für Amedick, der schon zum Auftakt 2012 gegen Braunschweig denkbar unglücklich gespielt hatte, ein Schlag ins Kontor. „Ich habe nicht damit gerechnet und war schon überrascht“, sagt er. „Aber ich bin nicht sauer, sondern freue mich über diesen wichtigen Dreier im Aufstiegskampf. Ich gebe in dieser Trainingswoche wieder Gas und biete mich an.“

Für einen Platz in der ersten Elf dürfte es dennoch nicht reichen.

Wieder mit zwei Spitzen

Denn vieles spricht dafür, dass Trainer Armin Veh am Sonntag beim Schlusslicht Hansa Rostock die Mannschaft beginnen lässt, die er gegen Cottbus in der zweiten Hälfte aufs Feld schickte. Also im 4-4-2-System mit Mohamadou Idrissou in der Spitze neben Erwin Hoffer, Constant Djakpa auf links und Heiko Butscher in der Innenverteidigung.

Es gibt wenig Grund, diese Formation auseinanderzureißen, zumal sich Karim Matmour am Montag mit einem Muskelfaserriss in den Adduktoren abmeldete. Wenn die Partie gegen die Lausitzer etwas lehrte, dann, dass Butscher vielleicht doch in der Mitte besser aufgehoben ist als links und dass Pirmin Schwegler und Matthias Lehmann in der defensive Schaltzentrale nicht wirklich auf einer Wellenlänge funken. Und dass Sebastian Rode auf dem Flügel verschenkt ist.

Rodes Versetzung auf die rechte Halbposition hatte direkte Auswirkungen auf den zuvor arg zurückhaltenden Sebastian Jung, der erst danach zur Geltung kam. „Da ist dann ein Tick mehr Platz, weil der Gegner einen Mann mehr in die Mitte zieht“, erklärt Jung.

Ganz vorne hat Torschütze Hoffer seinem Sturmpartner Idrissou den Rang als Angreifer Nummer eins abgelaufen. „Er hat sein Spiel umgestellt“, sagt Sportdirektor Bruno Hübner.

„Er hat sich entwickelt, erarbeitet sich viele Bälle, wartet nicht mehr nur auf die Pässe.“

Aufstieg auch Nervensache

Die Eintracht, das macht es so knifflig, kann sich kaum mehr eine Blöße geben, muss eisern weiter siegen, um die Mission zu einem guten Ende zu bringen. Da spielt die Psyche, die Versagensangst eine große Rolle.

„Es wird auch an den Nerven hängen“, sagt Jung.

Die mentale Belastung nimmt zu, gerade nach den Ergebnissen der Konkurrenz war „die Verunsicherung bei uns spürbar“, wie Hübner sagt. „Die Mannschaft ist nicht so gestärkt, wie es die individuelle Qualität vermuten lassen würde. Bei uns ist permanent ein Riesendruck drauf.“

„Das wäre dramatisch“

Wenn die Konkurrenten im Aufstiegskampf den Sprung ins Oberhaus nicht schafften, ginge dort das Geschäft ganz normal weiter. Für die Eintracht wäre ein Scheitern der größte anzunehmende Unglücksfall. „Das wäre dramatisch“, sagt Hübner, der schon unbeirrt für die Bundesliga plant. „Ansonsten ist man zu spät dran.“

Da passt es, dass am Montag der Kicker meldete, die Eintracht sei an Fürths Flügelspieler Stephan Schröck interessiert. „Dazu sage ich nichts“, sagt Hübner. Die Eintracht, hört man, soll ihre Fühler aber nicht nur nach Schröck ausgestreckt haben, sondern auch im Paderborner Revier wildern. Fürth und Paderborn ? zufälligerweise zwei Rivalen im Aufstiegskampf.

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