Mit starker zweiter Halbzeit: Daichi Kamada (links), hier im Zweikampf mit Kölns Kingsley Ehizibue.
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Mit starker zweiter Halbzeit: Daichi Kamada (links), hier im Zweikampf mit Kölns Kingsley Ehizibue.

Klassenbuch zum 1:1 in Köln

Dost ragt bei Eintracht-Remis heraus, während ein Neuzugang enttäuscht

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Bas Dost überzeugt gegen Köln, während ein Neuzugang extrem abfällt. Die Bewertungen der Spieler von Eintracht Frankfurt zum Remis beim 1. FC Köln.

Gut dabei

Bas Dost: Top in Form, ließ sich auch von gegnerischen Ellenbogen in seinem Nacken nicht bremsen. Gewann viele Kopfballduelle, legt Bälle mit dem Rücken zum Tor ab, so auch vor dem 1:0. Seine direkte Weiterleitung auf den gefoulten Kamada machte den Angriff überhaupt erst gefährlich. Später auch mit dem überlegten Rückpass bei Kamadas Riesenchance. In den letzten Minuten ging ihm die Power aus.

Ganz okay

Daichi Kamada: Wirkte anfangs nicht ganz so frisch nach zuletzt zwei Länderspieleinsätzen für Japan. Fand in der ersten Hälfte nicht richtig rein – und war dennoch da. Tunnelte kurz vor der Pause den Kölner Bornauw, der zu spät kam und ihn einfach umrannte. Klares Foul im Strafraum, Elfmeter, 1:0. Nach der Pause drehte Kamada mächtig auf, war dann an fast allen gefährlichen Angriffen seiner Truppe beteiligt. Verpasste mit seinem Luftloch in bester Position die Vorentscheidung (50.). Kostete ihn eine (noch) bessere Bewertung.

André Silva: Setzte alle drei Frankfurter Schüsse der ersten Hälfte ab, der dritte war drin. Den Elfmeter zum 1:0 versenkte der Portugiese in der Nachspielzeit souverän. Flach, hart, präzise – unhaltbar. Sein dritter Saisontreffer. Soll also erfüllt, die Kür blieb aus.

Sebastian Rode: Wollte das Spiel gestalten, holte sich dafür die Bälle häufig hinten bei Hasebe ab. Fehlte dafür im Mittelfeld, ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Dennoch: Nach mäßigen ersten 45 Minuten leitete er anschließend viele Eintracht-Angriffe ein. In der Entstehung des Gegentreffers allerdings zu zögerlich.

Amin Younes: Eingewechselt für die letzten 20 Minuten, schnupperte erstmals seit April 2014 wieder Bundesligaluft. Ein abgefälschter Schuss ans Außennetz, ein 60-Meter-Sprint nach hinten und eine Gelbe Karte. Deutete an, was er kann. Bewies aber auch, dass ihm die Körner für lange Einsatzzeiten noch fehlen.

Kevin Trapp: Vier, fünf Zentimeter fehlten, dann hätte er den Schuss zum 1:1 pariert. Dumm gelaufen, bis dahin war er nahezu beschäftigungslos. Später noch mit einer guten Parade beim Kopfball von Duda.

Makoto Hasebe: Früh mit Gelb verwarnt, moderierte danach die Zweikämpfe mit Erfahrung weg. Ein Ausflug in des Gegners Hälfte, huch, da war er plötzlich auf dem rechten Flügel unterwegs. Behagte ihm nicht, das sah man.

Eintracht Frankfurt: Unsauberer Hinteregger und krachender Ilsanker

So lala

David Abraham: Keine gravierenden Patzer, aber auch kein fehlerfreies Spiel. Ab und an mal einen Schritt zu spät, auch beim Gegentor zu weit weg vom ihm angedachten Wirkungsgebiet.

Stefan Ilsanker: Rumms. Ein Wort, mit dem sich die Spielweise des Österreichers stets beschreiben lässt. Suchte die Zweikämpfe, ob in der Luft oder am Boden, völlig egal. Da ist er in seinem Element. Im eigenen Ballbesitz um einfache Lösung bemüht, klug, da kennt jemand seine Fähigkeiten. Keine Impulse nach vorne.

Martin Hinteregger: Ab und an zu unsauber im Passspiel. Ließ sich vor allem in der zweite Hälfte vom schnellen Ehizibue in manch direktem Duell ungewohnt leicht abkochen. Auch das Gegentor fiel über seine linke Abwehrseite. Zwischendrin aber auch mit einigen gelungenen Aktionen. Kurz vor Schluss mit dem Mute der Verzweiflung, als er aus 25 Metern einfach draufhaute. Das Fangnetz freute sich.

Eintracht Frankfurt: Zuber und Touré fallen ab

Schwächelnd

Steven Zuber: Vor dem Gegentreffer trabte er hinterher, verhinderte den Flankenlauf von Ehizibue nicht – da war ihm der Rückweg zu weit, sollte er aber halt nicht sein. An der Entstehung der Führung zwar mit einem weiten Schlag beteiligt, jedoch eher zufällig als richtig gewollt. Ansonsten, nun ja, höchstens durchwachsen.

Almamy Touré: Er sah das Unheil kommen, der enteilte Kölner Duda rannte ja nur zwei, drei Meter vor ihm herum. Bemühte sich dennoch nicht, den Schützen des 1:1 einzuholen, so lässt man dann halt auch mal zwei Punkte in Köln liegen. Wohlgemerkt: Das Gegentor war nicht sein alleiniger Fehler, vorher hatte schon eine Reihe an Kollegen gepennt. Vorne mit zwei ungefährlichen Kopfbällen.

Zu spät gekommen

Aymen Barkok (dani/dur)

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