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Doppelter Druck im Wald

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Von: Katja Sturm

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Die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt eröffnen die Bundesliga-Saison im großen Stadion und müssen beweisen, dass sich der EM-Hype auch im Alltag niederschlägt.

Als PR-Expertin beweist Tanja Pawollek Talent. Als es am Dienstag darum ging, Werbung in eigener Sache zu machen, da fand die 23-Jährige viele positive Worte, die Lust auf die am Freitag beginnende Bundesliga-Saison machen sollten. „Wir spielen Fußball aus Liebe zu dem Sport“, schwärmte die Kapitänin von Eintracht Frankfurt. „Das Geld steht bei uns nicht im Vordergrund.“ Es gebe „keinen Schnickschnack“, und keine bleibe auf dem Platz länger als notwendig liegen. „Wir zeigen ehrlichen Fußball.“

Pawollek geht es nicht darum, die männlichen Kollegen zu diskreditieren. Bei der Eintracht, unter deren Dach sich die früheren FFC-Fußballerinnen seit der Fusion vor zwei Jahren bewegen, fühlen sie sich wohl, profitieren von den professionellen Strukturen und schätzen, wie Cheftrainer Niko Arnautis immer wieder betont, dass alle die Gemeinsamkeit leben und Schritt für Schritt die Bedingungen für die Frauen optimiert werden. „Ein kleines Leistungszentrum“ könnte irgendwann entstehen. Doch der Bundesligadritte der vergangenen Saison will den Schwung, den die mit Rang zwei erfolgreich abgeschlossene EM in England dem Frauenfußball in Deutschland verliehen hat, für sich nutzen und mit „begeisternden“ Auftritten verstärken.

20 000 Fans erhofft

Dafür wurde das erste Spiel am Freitag (19.15 Uhr) in die Arena im Stadtwald verlegt. Eine „historische Zahl“ an Zuschauern prophezeit Pressesprecher Paul Schönwetter für die Begegnung gegen den zuletzt Zweiten Bayern München. Der bisherige Besucherrekord von 12 464 bei den Hessinnen datiert noch von 2014 und damit aus den Hochzeiten des FFC. Diesmal hoffen die Verantwortlichen auf mehr als 20 000 Fans auf den Rängen.

Diese sollen bei dem „Megaerlebnis“, wie Pawollek es formuliert, Rückenwind für einen guten Saisonstart geben. „Es gibt kein Abonnement auf Erfolg“, betont Arnautis. Man wolle an die Performance anknüpfen, mit der sich die Eintracht erstmals das Ticket für die Champions League gesichert hatte. Die von der TSG Hoffenheim angeführte, deutlich verstärkte Konkurrenz, die damals am Sprung in die Königklasse gescheitert war, wird das nicht leicht machen. „Wir wollen uns nicht nur auf die Gegner konzentrieren“, sagt der Coach.

Die zusammengezählt gerade mal zwei Wochen, die der Kader während der offiziell seit Mitte Juli laufenden Vorbereitung zusammen war, weil die Auswahlspielerinnen mehrmals fehlten, habe man so gut wie möglich genutzt, so Pawollek. Vorteil sei, dass die Mannschaft fast komplett zusammengeblieben ist; allein der Abgang von Merle Frohms hat ein Loch in die Formation gerissen. Ohne die zum Spitzenteam VfL Wolfsburg zurückgekehrte Nationaltorhüterin scheiterte der Neuling in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation an Ajax Amsterdam. „Das hat uns das Herz gebrochen“, kommentierte Pawollek. Ab Freitag nehmen die Kickerinnen einen neuen Anlauf.

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