Muss sich strecken: Dominik Kohr, (vorne) hier gegen den Stuttgarter und Ex-Frankfurter Marc-Oliver Kempf.
+
Muss sich strecken: Dominik Kohr, (vorne) hier gegen den Stuttgarter und Ex-Frankfurter Marc-Oliver Kempf.

Mittelfeld

Dominik Kohr und das Vertrauen in die eigene Stärke

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
    schließen

Der Mittelfeldmann von Eintracht Frankfurt gehört nicht zu jenen Akteuren, auf die Trainer Adi Hütter zuletzt häufig setzte. Doch gegen RB Leipzig könnte seine Stunde schlagen.

Vertrauen – es war ein Schlagwort, mit dem Adi Hütter kürzlich im ungewöhnlichen Ich-stelle-mich-der-Fankritik-Format der klubeigenen Medien von Eintracht Frankfurt erläuterte, warum er was wie und wann tue. Das Vertrauen, seinen Spielern auch ein, zwei schwächere Spiele zuzugestehen und sie dennoch weiter aufzustellen, sei seit jeher Merkmal seines Handelns als Trainer. „Das ist meine Philosophie.“ Klingt schlüssig, ist vermutlich auch sinnvoll, hilft aber letztlich nur denjenigen, die das Vertrauen auch bekommen. Dominik Kohr war knapp eineinhalb Monate keiner davon. Nachdem der Mittelfeldspieler beim Saisonauftakt gegen Bielefeld mäßige 45 Minuten zusammengekickt hatte, war er raus, ganze vier Spiele lang blieb ihm nur der Platz auf der Ersatzbank. „Klar ist es besser, wenn man das Vertrauen spürt“, sagte Kohr gestern bei einem virtuellen Pressegespräch. Er sei aber grundsätzlich nicht der Typ, der aufstecke, wenn das mal nicht der Fall ist, „mich bringt das nicht aus dem Konzept.“

Zuletzt gegen Bremen und in Stuttgart durfte Kohr wieder über den Rasen grätschen, zum einen, weil seine Kollegen schwach spielten, zum anderen, weil Sebastian Rode im Ländle verletzt fehlte. „Gegen Bremen war bei mir die Sicherheit nicht da, das war in Stuttgart besser“, ordnete Kohr seine Leistungen realistisch ein. Überhaupt: Der 26-Jährige wirkte trotz seiner Nichtberücksichtigung keineswegs erbost. Er habe in dieser Phase des Gespräch mit dem Trainer gesucht, um zu erfahren, was er besser machen könne. „Ich weiß ja selbst, dass ich an vielen Punkten arbeiten muss.“ Am konsequenteren Torabschluss zum Beispiel, oder an einer schnelleren Antizipation mit und ohne Ball.

Am Samstag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen den Ligazweiten RB Leipzig könnte Kohr eine erneute Bewährungschance erhalten. Stefan Ilsanker, zuletzt gesetzt auf der Sechs, präsentiert sich dieser Tage – positiv formuliert – in eher durchwachsener Form, außerdem war er gestern noch mit der österreichischen Auswahl gefordert, körperlich muss er seit Wochen recht viel leisten. Körperlich ebenfalls nicht Eins A in Schuss wegen einer Sehnenreizung im Gesäß ist zudem Sebastian Rode, die zweite Stammkraft in der Zentrale.

Man müsse abwarten wie der Trainer aufstellt, sagte Kohr dazu nur, grundsätzlich komme es aber darauf an, „dass wir mit einer Elf auflaufen, die zusammen fightet.“ Es sei wichtig, „sich aggressiv zu machen“. Denn: „Wenn wir Leipzig nicht ins Spiel kommen lassen, wenn wir in Führung gehen und hinten lange die Null halten, ist was für uns drin.“ Klingt verdächtig nach: Vertrauen in die eigene Stärke haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare