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Djibril Sow sicher: „Jeder will den Europacupsieger schlagen“

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Von: Ingo Durstewitz

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Ein Garant im Mittelfeld: Djibril Sow.
Ein Garant im Mittelfeld: Djibril Sow. © Jan Huebner

Eintracht-Profi Djibril Sow spricht über aggressive Gegner, den neuen Konkurrenzkampf und welche Erwartungen er an Mario Götze hat.

Djibril Sow kommt bestens gelaunt zum Pressegespräch in Windischgarsten. Der Schweizer Nationalspieler im abräumenden Dienste von Eintracht Frankfurt ist froh, wieder im Kreise der Mannschaft zu sein. Der 25-Jährige, frisch erblondet, ist heiß auf die neue Saison. Und die großen Herausforderungen, die vor dem Frankfurter Bundesligisten liegen. „Es war immer mein Ziel, mit der Eintracht in der Champions League zu spielen“, sagt der Mittelfeldspieler, der in sein viertes Jahr in Frankfurt geht und längst zum Leistungsträger avanciert ist. Am Montag sprach er am Trainingsplatz außerdem über...

...die Zeit nach dem Europa-League-Triumph: Ich musste das erst mal realisieren, dann ging es schon wieder zur Nationalmannschaft. Da wurde ich auch mit Glückwünschen überhäuft. Das ist schön, aber vielleicht sogar ein bisschen zu viel. Man muss schon aufpassen, dass einem das nicht zu sehr zu Kopf steigt.

Eintracht Frankfurt: „Wichtig für uns, hungrig zu bleiben“

...die Herangehensweise auf die neue Saison: Es ist sehr wichtig für uns, hungrig zu bleiben. Denn das, was war, ist passé. Die Mannschaften werden jetzt noch heißer sein gegen uns. Wir dürfen deshalb nicht zu locker sein, diese Saison wird noch schwerer als die letzte. Jeder will den Europa-League-Sieger schlagen. Das hat man schon in den Testspielen gemerkt, da hat der Gegner eine andere Aggressivität an den Tag gelegt, wollte zeigen, dass er gegen uns mithalten kann. Das wird auch in der Bundesliga auf uns zukommen. Die Gegner werden außerdem eher defensiv spielen. Darauf müssen wir uns einstellen. Das Wichtigste ist, wie gesagt, hungrig zu bleiben. Das hat uns auch in der letzten Europa-League-Saison ausgezeichnet.

...die Neuzugänge: Es sind viele Spieler dazugekommen, das sind alles gut Jungs, bescheiden. Das ist wichtig, denn der Teamspirit war letzte Saison auch entscheidend für unseren Erfolg. Wir müssen jetzt zusehen, eine neue Mannschaft zu formen. Wir haben uns gut verstärkt, wir sind ambitioniert. Der Weg ist noch lange nicht fertig. Jeder bekommt seine gerechte Chance. Dann geht es darum, zu zeigen, was man einer Mannschaft geben kann. Der Konkurrenzkampf ist auf alle Fälle größer geworden, jeder will sich zeigen, jeder will sich anbieten. Das spürt man jetzt schon. Das ist auch gut so, denn in der letzten Saison war der Konkurrenzkampf nicht so wie man sich das gewünscht hätte. Das wird der Mannschaft einen zusätzlichen Schub geben. Man merkt es jetzt schon, vor allem in der Offensive. Da stehen sich viele auf den Füßen. Die Jungs geben im Training wirklich Gas. Das ist sehr positiv.

Eintracht Frankfurt und der Anspruch in der Champions League

...die Aussicht auf die Champions League: Ich habe mit Young Boys Bern schon in der Champions League gespielt, damals hatten wir die schwerste Gruppe erwischt (Manchester United, Juventus Turin, FC Valencia, 2018 war das; Anm. d. Red.), das konnten wir eigentlich nur genießen. Ambitioniert waren wir da nicht wirklich. Wir mussten viel Lehrgeld zahlen. Dieses Jahr ist das anders, da ist mein Anspruch ein anderer. Die Champions-League wird in Frankfurt ein Fest sein. Und wir wollen da nicht einfach nur mitspielen, sondern die Gruppenphase überstehen und Duftmarken hinterlassen. Aber das ist noch mal ein anderes Niveau als die Europa League. Darauf müssen wir vorbereitet sein.

...die Verkaufskandidaten Filip Kostic, Evan Ndicka oder Daichi Kamada, die alle da sind und vor Tatendrang sprühen.

Wir alle sind mit Riesenvorfreude und Motivation bei der Sache. Wir wollen eine großartige Saison spielen. Diese große Lust auf die neue Saison spüre ich bei jedem, auch bei den Spielern, bei denen es hieß, sie würden den Verein wechseln. Das Gefühl habe ich gar nicht. Wenn ich sie im Training sehe, wenn ich sehe, wie sie mitgehen, dann mache ich mir da keine Gedanken. Letztlich muss das ja jeder für sich selbst entscheiden, aber wir haben eine aufregende Zeit vor uns. Da muss man sich sehr, sehr gut überlegen, ob man den Verein wechselt.

Djibril Sow erwartet, dass Mario Götze die Mannschaft mit seiner Ruhe besser macht

...seine Erwartung an Mario Götze: Ich erwarte, dass er uns mit seiner Erfahrung und Ruhe besser macht. Auch in Drucksituationen behält er die Übersicht. Und dass er uns neue Lösungen im letzten Drittel beschert. Da hatten wir unsere Probleme in der letzten Saison, waren zu überhastet. Und auch jetzt im letzten Testspiel hat man gesehen, dass wir das Spiel vollkommen unter Kontrolle haben, 60, 70 Prozent in der Hälfte des Gegners spielen, aber im letzten Drittel sind wir zu ungenau oder treffen die falschen Entscheidungen. Da können wir in der neue Saison sicherlich den größten Schritt machen und Mario kann uns auf jeden Fall nach vorne bringen.

...seine persönliche Entwicklung hin zum Führungsspieler: Ich bin Schritt für Schritt in die Rolle reingewachsen, die ich jetzt inne habe. Anfangs, als ich nach Frankfurt kam, war es nicht leicht für mich, weil ich mich gleich relativ schwer verletzt habe (wochenlange Pause nach Sehnenriss; Anm. d. Red.). Das war der schlecht möglichste Start. Deshalb fühle ich auch mit Neuzugang Aurelio Buta. Er kann ja nicht mittrainieren, muss morgens alleine trainieren. Ich war in der gleichen Situation. Das ist einfach nur Mist. Aber ich bin meinen Weg gegangen, und ich bin noch lange nicht fertig.

Aufgezeichnet: Ingo Durstewitz

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