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Torjäger mit Golfschläger: Dieter Müller.

Eintracht Frankfurt - TSG Hoffenheim

Dieter Müller traut Luka Jovic noch einiges zu

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Der Promitipp zum Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und der TSG Hoffenheim kommt diesmal von Dieter Müller. 

Mitte der Woche ist Dieter Müller von einem Trip nach Mauritius zurückgekommen, gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Johanna Höhl hat er Sonne getankt und ausgespannt. Solche kleine Fluchten gönnt sich Dieter Müller ab und an, „der Morgen“, sagt er, „ist ja nicht versprochen“. Er weiß, von was er spricht, eigentlich „war ich schon im Jenseits“. 

Vor sechseinhalb Jahren, am 30. September 2012, war bei dem damals 58-Jährigen zu Hause in Maintal plötzlich und ohne Vorwarnung das Herz stehen geblieben, nur dem schnellen Eingreifen von Johanna Höhl, die bis 2014 die gleichnamige Apfelweinkelterei leitete, verdankt er sein Leben. „Es ist ein Wunder, dass ich noch lebe“, sagt Dieter Müller. Mittlerweile geht es dem in einem Monat 65 werdenden Mann gut, mit den Einschränkungen, die ein solches Erlebnis naturgemäß mit sich bringen.

Auf Mauritius, der Insel im Indischen Ozean vor Madagaskar, hat der frühere Weltklasse-Mittelstürmer natürlich nicht ohne Fußball sein können. Über die Ergebnisse der Europa League und der Bundesliga war Müller informiert, und seit dem 18. Oktober des vergangenen Jahres schaut er ganz besonders auf die Leistungen, vor allem aber auf die Tore eines Mannes: Luka Jovic. 

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An jenem Tag, Dieter Müller war live im Stadion, hätte der junge Serbe ums Haar einen einmaligen Bundesligarekord eingestellt: Dieter Müller ist in der Geschichte der Liga der einzige Profi, dem das Kunststück gelungen war, sechs Tore in einem Spiel zu erzielen, am 17. August 1977 traf er beim 7:2 des 1. FC Köln gegen Werder Bremen. Und als Jovic gegen Fortuna Düsseldorf seinen fünften Treffer erzielte und noch 20 Minuten zu spielen war, da stand ihm doch die eine oder andere Schweißperle auf der Stirn. Glücklicherweise für ihn wechselte Trainer Adi Hütter den Knipser vorzeitig aus.

Aber den Frankfurter Jovic hält der EM-Torschützenkönig von 1976 in der Tat für „einen Superstürmer“, der „alles mitbringt, was man als außergewöhnlicher Stürmer mitbringen muss“. Er sei kaltschnäuzig vor dem Tor, könne links wie rechts gut schießen, sei kopfballstark. Und: „Er hat die Besessenheit, Tore zu machen“, sagt Dieter Müller, sozusagen von Stürmer zu Stürmer. 

Diese Besessenheit hat auch ihn Zeit seiner Karriere - zwischen 1972 und 1991 - ausgezeichnet. Und Müller war ein Stürmer der Extraklasse, Vize-Europameister 1976, zweimal Bundesliga-Schützenkönig, Doublesieger 1977/78 mit dem 1. FC Köln, zweimal französischer Meister mit Girondins Bordeaux, 312 Bundesligaspiele, 177 Tore. Auch heute, da ist sich Müller sicher, würde er knipsen. In der Saison 1976/77 waren ihm in 34 Ligaspielen 34 Tore gelungen - da war er 21. So alt wie Luka Jovic, der bislang 15 Tore erzielt hat, heute ist. 

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34 Tore in einer Saison wird auch Luka Jovic sehr wahrscheinlich nicht mehr erzielen, und auch, wenn man die Stürmer aus verschiedenen Generationen nicht vergleichen kann, zeigt das doch die Qualität, die ein Dieter Müller seinerzeit hatte. Und heute, findet der frühere, langjährige Präsident von Kickers Offenbach, seien Stürmer von fiesen Attacken auch noch besser geschützt.

Der Kölner „Jahrhundertstürmer“, der seit 2003 die Dieter-Müller-Fußballschule betreibt, würde Jovic empfehlen, noch ein Jahr in Frankfurt zu spielen und zu reifen. Bei der Eintracht stimme die Chemie, die drei Angreifer Jovic, Rebic, Haller verstünden sich prima, das spüre man selbst als Außenstehender. Ohnehin ist er angetan, was bei der Eintracht aktuell am Entstehen ist, Vorstand Fredi Bobic mache einen „großartigen Job“, Trainer Hütter finde die „richtige Mischung zwischen Autorität und langer Leine“. Der Eintracht traut er in dieser Saison einiges zu, für die Champions League dürfte es nicht reichen, aber eine neuerliche Qualifikation in der Europa League sei mit dieser Mannschaft allemal möglich. Und selbst dann „dürfte einer wie Jovic nicht zu halten sein, wenn das große Geld lockt.“

Er selbst übrigens verließ seinen Heimatklub, die Kickers, schon mit 19 und wechselte zum 1. FC Köln. Dort nahm seine Karriere dann richtig Fahrt auf.

Sein Tipp: 2:1

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