Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Spricht dem Fußballgott Mut zu: Fredi Bobic (r.) und Alex Meier.
+
Spricht dem Fußballgott Mut zu: Fredi Bobic (r.) und Alex Meier.

Interview Fredi Bobic

"In dieser Saison wird eine Titanic sinken"

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen
  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
    schließen

Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic über die Lage der Liga, den Absturz des 1. FC Köln, eine mögliche Vertragsverlängerung von Trainer Niko Kovac und die Leidenszeit von Alex Meier.

Herr Bobic, haben Sie jetzt während der sogenannten Länderspielpause mal ein paar Tage freinehmen und abschalten können? Oder ist das als Sportvorstand eines Bundesligisten gar nicht möglich?
Das geht manchmal schon in einer Länderspielpause, aber jetzt ging es nicht. Ich hatte einen Vortrag zu halten, musste einigen gesellschaftlichen Verpflichtungen nachkommen. Und jetzt in der Vorweihnachtszeit ist das Leben sowieso etwas schneller, das geht wohl jedem so. 

Bis zur winterlichen Transferperiode ist es nicht mehr weit. Werden Sie womöglich noch weitere Spieler zur Eintracht holen, noch mal nachlegen?
Wir überlegen, das eine oder andere zu machen. Aber die Transferperiode im Winter ist nicht einfach. Was man machen kann, ist zum Beispiel, einen Spieler zu holen, dem man Zeit gibt, um sich zu akklimatisieren. Marius Wolf ist dafür ein gutes Beispiel. Er hat in seinem ersten halben Jahr reingeschnuppert, alles kennengelernt und sich an das Pensum gewöhnt  – und jetzt ist er mittendrin, hat sich ganz toll entwickelt. Das ist ein Paradebeispiel. 
 
Aber Ihr Kader ist sowieso schon sehr groß, 34, 35 Spieler. 
Das lag aber auch daran, dass wir einige Langzeitverletzte hatten, da wussten wir, dass sie erst im Winter zurückkommen. Der große Kader hilft uns jetzt, wir müssen an gar nicht so vielen Stellschrauben drehen, weil wir breit aufgestellt sind. Wie gesagt, wenn wir was machen, dann machen wir es punktuell. Und das macht auch Sinn. 

Werden Sie noch Spieler abgeben? Spieler wie Yanni Regäsel, Andersson Ordonez sind weit hinten dran, auch Max Besuschkow spielt gar keine Rolle. 
Wir müssen keinen Spieler abgeben. Aber natürlich stellt sich die Frage, ob es für den einen oder anderen nicht sinnvoll wäre, sich zu verändern. Wir werden das in den kommenden vier Wochen genau beobachten und mit den Spielern und ihren Berater entsprechende Gespräche führen. Wenn wir einen Spieler verleihen, muss es auch Sinn machen. Für einen Spieler wie Yanni Regäsel wäre es gut, wenn er wechseln würde. Das würden wir auch unterstützen. Aber es muss passen, und wir schicken hier keinen weg. 

Was wäre, wenn ein Spieler wie Branimir Hrgota auf Sie zukommen und sagen würde, er spiele mit dem Gedanken, den Verein zu verlassen.
Das ist spekulativ. Brane gibt immer alles, da kann man ihm nichts vorwerfen. Niko Kovac hat ihm ja Vertrauen geschenkt, ihm in der letzten Saison oft von Anfang an gebracht. Er hat fast alles richtig gemacht, hatte aber Probleme mit der Effektivität, klar. Aber wir haben nicht den Stab über ihn gebrochen. Jetzt ist die Konkurrenzsituation halt einfach eine ganz andere. Der muss er sich stellen. Und das macht er, das kann ich versichern. Wenn er aber mit einem Wechselwunsch auf uns zukommen würde, würden wir das mit ihm besprechen. Aber es ist nicht so, dass wir ihn auf den Markt werfen. Er macht uns in der Breite stärker und hält den Konkurrenzkampf auf einem hohen Level. Das ist wichtig. Keiner darf sich sicher fühlen, immer zu spielen. 

Andererseits ist es ja so, dass auch Unfrieden in die Mannschaft getragen werden kann, wenn es zu viele unzufriedene Spieler gibt. 
Grundsätzlich kann das passieren. Aber das hat bisher kein Spieler gemacht. 

Fühlen Sie sich an die vergangene Hinrunde erinnert? Die Parallelen sind ja frappierend. 
Das ist richtig. Aber ich bin davon überzeugt, dass die aktuelle Mannschaft mehr Qualität besitzt. Aber die Liga hat sich verändert, sie ist extrem ausgeglichen. Die Spiele sind unfassbar ausgeglichen, es gibt fast nur enge Spiele mit knappen Resultaten. Dass das Pendel zuletzt häufiger in unsere Richtung ausschlug, das haben wir uns verdient und hart erarbeitet. Der Teamgedanke stand bei der Zusammenstellung des Kaders absolut im Vordergrund. Und wir lagen richtig. Das sieht man daran, wie die Jungs marschieren. In der letzten Vorrunde haben wir auch extrem überperformt. In diesem Jahr müssen wir uns die Siege noch sehr viel härter erkämpfen. 

Spielerisch schien das Team in der zurückliegenden Hinrunde aber stärker, oder täuscht der Eindruck?
Vielleicht ist das gefühlt so, weil damals ja keiner irgendwas erwartet hat. Ich würde sagen, das liegt jetzt an der Liga. Insgesamt sind die Bundesligapartien ja nicht so, dass man mit der Zunge schnalzt. Die Qualität der Liga ist insgesamt nicht so gut, aber sie ist verdammt dicht. Das kann man nicht auf die Eintracht runterbrechen. Sagen wir es so: Das eine sind gute Ergebnisse, das andere sind tolle Fußballspiele – wir treffen uns da irgendwo in der Mitte. Aber wenn die Menschen hier nach Hause gehen und wir zweimal in der 90. Minute gewonnen haben, dann gehen sie mit einem Lachen und sagen: „Wow, das war ein Fest.“ Oder du hast Spiele wie gegen Dortmund, das wir nicht gewonnen haben, das aber ein Spektakel von vorne bis hinten war. 

Sie erwähnten vorhin den Teamgedanken. Holen Sie eher einen schwierigen Spieler, der aber fußballerisch über jeden Zweifel erhaben ist. Oder einen soliden Fußballer, der sich aber sicher anpasst?

  Entscheidend ist doch, wie man die Spieler führt. Als wir Kevin-Prince Boateng geholt haben, haben viele gesagt: „Oje, was holen sie sich denn da für einen ins Team.“ Wir wussten aber, dass wir einen absoluten Leader bekommen, der total gereift ist. Und generell muss man sagen, dass wir Wert darauf gelegt haben, dass die Jungs eine gewisse Mentalität an den Tag legen. Nehmen wir als Beispiel Jetro Willems: Ihm war klar, dass er sich hier absolut einordnen muss, aber auch die Möglichkeit hat, seine persönlichen Fähigkeiten einzubringen und sich zu präsentieren. Was ich gemerkt habe: Die Menschen hier erwarten nicht, dass wir jeden Gegner aus dem Stadion schießen. Das ist mir in den anderthalb Jahren bewusst geworden, gerade in der letzten Rückrunde, als es nicht mehr so lief. Die Mannschaft wollte, konnte aber nicht mehr so, wie sie wollte. Sie ist dennoch mit Applaus und nicht mit Pfiffen worden, weil sie alles gegeben hat. Es wird anerkannt, wenn jemand ehrliche Arbeit abliefert und sich den Hintern aufreißt. Und das vermitteln wir den Spielern schon in den ersten Gesprächen. Und was die außergewöhnlichen Fußballer angeht – die bekommen wir in der Regel ja gar nicht. Die müssen wir selbst entwickeln oder die, die wir haben, auf die nächste Stufe heben.

Sie haben in Ante Rebic und Boateng zwei prägende Spieler erst sehr spät geholt. Haben Sie sich schon mal ausgemalt, was die Mannschaft ohne die beiden wäre und wo sie stünde? 
Es ist aufgegangen mit den beiden, das andere ist hypothetisch. Für uns war wichtig, dass wir die strategischen Verpflichtungen zuerst festzurren. Also Sebastien Haller etwa, den wir vor einem Jahr schon wollten. Oder auch Willems. Mir war schnell klar, dass wir Basti (Linksverteidiger Oczipka; Anm. d. Red.) verlieren würden. Das sagte mir meine Erfahrung. Er wollte unbedingt nach Schalke, und ich konnte das auch nachvollziehen: In diesem Alter wollte er noch mal zu diesem Klub mit diesen Verdienstmöglichkeiten. Da kannst du kämpfen wie du möchtest, da kämpfst du gegen Windmühlen. Da habe ich gleich zu Ben Manga (Kaderplaner und Chefscout; Anm. d. Red.) gesagt: „Lege deinen Fokus auf einen Linksverteidiger, da müssen wir rangehen.“ Es ist wichtig, vorbereitet zu sein. Bei Kevin hat es sich gezogen, bis er aus dem Vertrag und seinem Versprechen in Las Palmas rauskam. Ich habe ihm gesagt, wir warten auf dich auch bis zum letzten Tag. Das erste Mal habe ich mich übrigens beim Abschiedsspiel von Marcelinho mit ihm beschäftigt, da saß er neben mir in der Kabine. Und da ist es so langsam in mir gereift. Bei Ante war es so, dass da die Tür noch mal aufging, weil sich bei ihm auch etwas zerschlagen hatte, gerade in England, was er gerne gemacht hätte. Es war aber nicht so, dass wir ihn da drei Monate zappeln lassen wollten. Wenn er woanders unterschrieben hätte, wäre er vom Markt gewesen. Ich denke, so war es letztlich gut, es war auch noch mal ein Reifeprozess wichtig. Ante hat es wertgeschätzt, wieder zurückzukommen. Er hat sich sofort wieder heimisch gefühlt. Er war ja in seiner Karriere meistens nicht länger als ein Jahr irgendwo. 

Trainer Niko Kovac gibt ihm dennoch immer ordentlich Feuer. 
Absolut richtig. Ante ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung, ihn muss man etwas antreiben. Man muss ohnehin sehen, dass man nicht nachlässt. Nehmen Sie die vergangene Woche: Das Wetter war lausig, wir stehen auf einem guten Tabellenplatz, haben eine prima Punktzahl – da könnte man es ja mal etwas ruhiger angehen lassen. Aber das Gegenteil ist hier der Fall: Der Druck wird weiter erhöht. Wer sich jetzt zufrieden gibt und sagt, „heute könnte ich mal etwas weniger machen“, der ist auf dem Holzweg. Jetzt gerade musst du mehr machen, und dieses Denken muss hier rein. 

Waren Sie sich sicher, dass Stürmer Haller sofort funktionieren würde, er wirkte ja manchmal etwas hölzern. 
Na ja, es ist ja klar, dass so ein Spieler Zeit braucht. Edin Dzeko hat damals in Wolfsburg ein Jahr gebraucht, Lewandowski in Dortmund ebenfalls. Und Haller spielt und funktioniert schon und ist auf einem sehr guten Weg. Von seinem Arbeitsethos ist er vorbildlich, er bringt alles mit, was ein Stürmer braucht. Und hölzern? Schauen Sie sich die Tore an, die er macht, das ist technisch Weltklasse. 

Für Haller sind sieben Millionen Euro geflossen, so viel wie die Eintracht noch nie ausgegeben hat. 

  Da muss ich immer schmunzeln, wenn ich lese, wie viel wir angeblich investiert haben. Wenn man den Betrag durch die Anzahl der Spieler teilt, die wir geholt haben, dann wird man schnell zu dem Schluss kommen: „Oh, so viel ist das ja gar nicht.“ Wir waren mutiger, das stimmt, aber wir haben das Geld, das wir ausgegeben haben, auch selbst verdient. Und klar ist, dass unser Anspruch sein muss, in Zukunft Geld auszugeben. Einfach aus dem Grund, weil du dann eine höhere Treffer- und Qualitätswahrscheinlichkeit bekommst. Nur mit ablösefreien Spielern, nur mit Leihspieler oder Eine-Million-Transfers wirst du es nicht hinbekommen, da wirst du in der Bundesliga aufgefressen. 

In den Verein ist seit Ihrem Amtsantritt eine andere Dynamik gekommen. 
Ich habe den Eindruck, wir arbeiten alle gut zusammen: Vorstand, Aufsichtsrat, Sportliche Leitung. Alle sind gewillt, sich zu bewegen. Das ist auch wichtig, denn nur so bist du eine Konstante und keine launische Diva. Wir sind in allen Bereichen auf dem Weg nach vorne. Wir haben so viele Projekte vor der Nase, dass wir uns manchmal selbst fragen: „Puh, kriegen wir das alles hin?“ Aber wir gehen es an. Die große Kunst ist, sich unabhängig von dem zu machen, was auf dem Platz passiert und wo du gerade in der Tabelle stehst. Das ist das Schwierige.

Okay, aber nehmen Sie die Entwicklung in Köln, der FC schien auf einem sehr guten Weg – und jetzt droht alles den Bach hinunterzugehen, weil er von der sportlichen Talfahrt eingeholt wird. 
Es ist traurig, was in Köln passiert – und damit meine ich nicht die sportliche Entwicklung in dieser Saison. Sie haben dort vier Jahre einen überragenden Job gemacht, und dann funktioniert mal zwei, drei Monate auf dem Fußballplatz gar nichts, was in dieser Liga auch mal passieren kann. Und auf einmal wird alles in Frage gestellt, und ein Kopf, der für diese tolle Entwicklung in hohem Maße verantwortlich war, ist schon gerollt (Manager Jörg Schmadtke ist zurückgetreten; Anm. d. Red.). Das ist schade und gefährlich. 

Aber ein Abstieg würde doch tatsächlich vieles zerstören.
Warum? Hertha ist zweimal wieder aufgestiegen mit der gleichen Schlagkraft. So ein Betriebsunfall kann heutzutage passieren, und so etwas darf einen Verein eigentlich nicht mehr umwerfen. Wenn alle mit im Boot bleiben, wenn man Ruhe bewahrt, um diesen Betriebsunfall zu korrigieren. Und klar ist doch: Dieses Jahr wird es auch wieder einen Großen treffen. Es sind ja keine Kleinen in der Liga: Freiburg, Augsburg, Mainz? Nein, nein, das sind keine Kleinen. Diese Saison wird wieder eine Titanic sinken, und wir sind froh, wenn wir nicht dabei sind. 

Also verbietet es sich für einen Verein wie die Eintracht, den Blick nach oben zu richten?
Weshalb denn? Wer Niko und mich kennt, der weiß doch, dass da schon alleine ein innerer Antrieb da ist, der sagt: „Ich will weiter nach vorne.“ Aber trotzdem: Wenn wir auf einem einstelligen Tabellenplatz einlaufen, dann ist das wie eine Europa-League-Teilnahme. Das wäre eine Riesengeschichte. Aber deshalb müssen wir doch keine Parolen ausgeben und rufen: „Das müssen wir schaffen.“ Weil es in keinem Verhältnis zu unserem Budget steht. Wenn wir es schaffen, wäre das überragend und wir können sagen: „Wir haben das Beste herausgeholt aus den wenigen Möglichkeiten, die wir haben.“ Das ist auch ein Erfolg, da musst du nicht deutscher Meister werden. 

Hatten Sie irgendwann einmal Zweifel, dass es nicht funktionieren könnte mit den vielen Nationalitäten unter einem Dach?
Nein, ich hatte da nie Bauchweh. Fußball spricht seine eigene Sprache. Außerdem: Englisch kann fast jeder, und die Jungs lernen auch fleißig Deutsch. Sie haben einen Stundenplan, da sind wir sehr genau und hinterher. Und noch mal: Es kommt auf die Charaktere und die Mentalität an. Man muss nur aufpassen, dass man nicht zu viele Spieler aus einem Land hat, weil dann eine Cliquenwirtschaft entstehen kann. Aber das kann bei uns nicht passieren: Wir haben ja viele Spieler von überall her (lacht). Aber im Ernst: Das macht es ja auch spannend. Und die Jungs sind aneinander interessiert. Das ist sehr schön. 

Welche Rolle spielt Ihr Scout Ben Manga in dem ganzen Eintracht-Gebilde? Für uns ist er ja eher so ein Phantom.

  Ich sehe ihn auch nicht oft, aber wir telefonieren zwei-, dreimal täglich. Er war jetzt in Kolumbien, ist einen Tag nach seiner Rückkehr nach Frankreich geflogen – und zurzeit ist er in Portugal. Er hat seine eigene Datenbank und steuert unsere anderen Scouts. Und man bekommt immer mal etwas rein. Vor ein paar Tagen haben wir von einem ganz jungen Talent gehört, nicht mal 16. Da haben wir gesagt: „Oh, schau mal, ein kleiner Messi.“ Und dann informieren wir uns darüber. 

Gibt es schon ein Rechenexempel, wie viele Punkte Sie noch holen wollen vor der Winterpause?
Ich habe vor der Saison gesagt: Alles, was über 20 Punkte ist, ist überragend. Wir hatten vor der Saison schon großen Respekt, auch weil wir gesehen haben, wie viel der eine oder andere investiert. Wenn wir jetzt noch sechs, sieben Punkte holen würden, wäre das super. Wir trichtern den Jungs erst mal die Basics ein. Ich sage: „Macht erst mal eure Hausaufgaben. So lange ihr die nicht erledigt habt, braucht ihr nicht rumspinnen.“ 

Trainer Niko Kovac ist zum Aushängeschild geworden, kommt überall gut an, er ist auch so etwas wie das Gesicht der Eintracht. Gibt es Überlegungen, seinen 2019 auslaufenden Vertrag vorzeitig zu verlängern? Er soll ja sogar für Bayern interessant sein.
Ja, genau, das sprudelt aus der Gerüchteküche. Gestern Julian Nagelsmann, heute Niko Kovac, morgen Domenico Tedesco. So what? Sollen wir uns darüber Gedanken machen? Nein. Niko hat richtig Spaß an dieser Aufgabe hier, wir wollen zusammen etwas entwickeln. Niko fühlt sich wohl, er sieht, dass hier etwas entsteht. Er hat da richtig Lust drauf, und ich denke, er würde gerne länger in Frankfurt bleiben. An uns soll es nicht liegen, wir werden sicherlich Gespräche mit ihm und seinem Trainerteam führen. Das haben wir im Kopf. 

Wie geht es mit Alex Meier weiter? Das ist ja eine unglaubliche Leidensgeschichte. 
Wir hoffen, dass er noch mal zurückkommt. Das Wichtigste ist, dass er wieder gesund wird und er ohne Schmerzen Fußballspielen kann. Da bekommt er unsere vollste Unterstützung. 

Gibt es die Überlegung, ihm unter gewissen Umständen noch mal einen Spielervertrag zu geben, um ihm Zeit zu geben?

  Alex hat einen Anschlussvertrag, das gibt ihm eine gewisse Sicherheit. Wenn er weiterspielen will und gesund ist, kann er noch weiterspielen. Egal, ob bei uns oder woanders. Sein Anschlussvertrag gilt ab dem ersten Tag, an dem er sagt: „So, das war’s, ich spiele keinen Fußball mehr.“ Den Zeitpunkt bestimmt er, das kann im Sommer oder erst in einigen Jahren sein. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, und alles andere werde ich mit ihm persönlich besprechen. Nur so wird man ihm gerecht. 

Und wie ist der Stand bei Lukas Hradecky?
Da gibt es keinen neuen Stand. Er bleibt unser Torwart in dieser Saison – und fertig. Natürlich sehen wir uns nach Alternativen um. Das ist nicht so einfach, der Torwartmarkt war letzten Sommer etwas eingeschlafen. Das kann sich ändern. Ich habe auch gesagt, es wird immer wieder Möglichkeiten geben, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Aber das ist keine Einbahnstraße. Denn wir haben wirklich alles versucht, wir haben ein tolles Angebot gemacht. Das ist Fakt. Dass es nicht funktioniert hat, das ist so im Fußball. Das schrickt mich nicht mehr. Ich erwarte aber, dass er seinen Job professionell macht, und das macht er. 

Aber ist es nicht frustrierend, wenn eine Einigkeit schon mehrfach bevorstand, aber es dann nicht zustande kam? 
So ist es halt, ich bin da recht emotionslos geworden. Wir hatten sehr, sehr viel Geduld, aber irgendwann mussten wir sagen: „Jetzt reicht’s: Nimm das Angebot an oder lass‘ es.“ Er hat es gelassen. Okay. So ist das im Fußball.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare