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Die neue Qualität der Frauen von Eintracht Frankfurt

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Von: Frank Hellmann

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Gut durchgesetzt: Shekiera Martinez (links) und die beiden Kölnerinnen Lotta Cordes und Sharon Beck.
Gut durchgesetzt: Shekiera Martinez (links) und die beiden Kölnerinnen Lotta Cordes und Sharon Beck. © IMAGO/Jan Huebner

Eintracht-Frauen demonstrieren gegen den 1. FC Köln ihren Reifeprozess und gewinnen 2:0.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und ihre Co-Trainerin Britta Carlson gingen einige Minuten vor dem Abpfiff. Mittlerweile sind Heimspiele der Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt so gut besucht, dass im Stadtteil Rödelheim ein Mini-Verkehrschaos entsteht, dem das Trainerinnen-Duo der DFB-Frauen vorzeitig entfloh. Die entscheidenden Sequenzen beim 2:0 (0:0)-Arbeitssieg der Frankfurterinnen gegen den 1. FC Köln hatten beide natürlich mitbekommen. 2735 Zuschauende, darunter eine wachsende Zahl aus der organisierten Fanszene, bejubelten im Stadion am Brentanobad zwei sehenswerte Treffer von Shekiera Martinez (60.) und Laura Freigang (64.), die mit ihrer individuellen Qualität so manche Schwäche des aktuellen Tabellenzweiten der Frauen-Bundesliga übertünchten.

„In der ersten Halbzeit waren wir nicht richtig in den Zweikämpfen, unser Passspiel war schlampig. An manchen Tagen läuft es einfach nicht“, sagte Freigang, die aber genau wie ihre Sturmpartnerin Martinez nie aufsteckte. Die in der Liga weiter ungeschlagenen Adlerträgerinnen rauften sich in der Halbzeitpause zusammen, „dass wir alles ein bisschen besser machen müssen“ (Freigang).

Neben den beiden umtriebigen Torschützinnen ragte die umsichtige Sjoeke Nüsken heraus, die als Innenverteidigerin erneut ein Klassespiel machte. Es gilt als sicher, dass die 21-Jährige im Härtetest der EM-Heldinnen gegen die USA (11. November/1.05 Uhr) diese Position auch wieder bekleidet. Freigang hofft beim doppelten Härtetest gegen die Weltmeisterinnen, „dass ich auch eine Chance bekomme, mich zu zeigen – das sind ja zwei sehr coole Spiele“, so die 24-Jährige. Keine Werbung in eigener Sache betrieb die vor Anpfiff von Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche für ihr 100. Bundesligaspiel ausgezeichnete Sophia Kleinherne, die sich zu viele Fehler erlaubte – wie erste Halbzeit aber fast alle Mitspielerinnen.

Arnautis lobt erste Bilanz

Ein Dutzend Eintracht-Akteurinnen sind nun mit ihren Nationalteams unterwegs. Umso wichtiger war Trainer Niko Arnautis der letztlich verdiente Heimsieg gegen einen unbequemen Gegner, der unter dem Ex-Frankfurter Sascha Glass als Aufsteiger im zweiten Jahr große Fortschritte gemacht hat. Der Eintracht-Coach fühlte sich eingedenk einiger brenzliger Standardsituationen im eigenen Strafraum bestätigt, dass die höchste deutsche Spielklasse ausgeglichener geworden ist. Immer häufiger sei eben Geduld gefragt: „Umso länger das Spiel dauerte, desto mehr Räume haben wir vorgefunden.“

Dass sein Ensemble in solchen Partien mittlerweile im Stile einer Spitzenmannschaft keine Punkte mehr liegen lässt, sei Ausdruck „eines Reifeprozesses, den wir seit Monaten und Jahren hier sehen“, sagte der 42-Jährige. 17 Zähler nach sieben Spieltagen seien „eine hervorragende Ausgangsposition“.

Die nicht gänzlich unumstrittene USA-Reise der Nationalmannschaft als auch das Achtelfinale im DFB-Pokal führen dazu, dass es für die Eintracht in der Liga erst in drei Wochen mit dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (26. November/14 Uhr) weitergeht. Bis dahin wird übrigens ausschließlich an der Arena im Stadtwald trainiert.

Vorstandssprecher Axel Hellmann, der die Partie trotz einer langen Nacht beim Frankfurter Sportpresseball gleichermaßen aufmerksam wie erfreut verfolgte, bestätigte, dass die Bedingungen am Rebstockbad inzwischen so schlecht geworden sind, dass dies nicht mehr hinnehmbar sei. Die Stadt bekleckere sich diesbezüglich nicht mit Ruhm. Dem vollständigen Integrationsprozess im Gesamtverein kann der dauerhafte Umzug der Eintracht-Frauen ans Waldstadion jedoch nur dienlich sein.

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