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Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann (links) und Profi Sebastian Rode begrüßen Johannes Hablik und dessen Vater. Bild: Eintracht
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Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann (links) und Profi Sebastian Rode begrüßen Johannes Hablik und dessen Vater.

Schlappekicker

Die neue Nummer 10

  • VonJürgen Streicher
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Auf Einladung von Eintracht Frankfurt erlebt der vom Schlappekicker unterstütze Johannes Hablik die Niederlage gegen Hertha BSC auf der VIP-Tribüne.

Auf den Rängen fährt die Stimmung hoch, endlich ist auch die Stehplatzkurve wieder besetzt. Rund 32 000 Zuschauer füllen die Arena im Stadtwald, die Herbstsonne scheint prall auf die VIP-Terrasse auf der Osttribüne, es ist angerichtet für ein Fußballfest nach dem Sieg bei den Bayern. Die Vorfreude im weiten Rund ist riesig, der große Eintracht-Chor stimmt sich ein. Johannes Hablik liebt diese Atmosphäre, sein Herz hängt an der Eintracht, live dabei zu sein ist für den Fußballfan das Größte. Vater Hans Hablik und Schwester Christina begleiten den früheren Turner und Feuerteufel aus der gleichnamigen Akrobatengruppe der Eintracht zum Spiel gegen die Hertha aus Berlin. Allein könnte der 41-Jährige aus dem Odenwald nicht kommen.

Johannes Hablik ist an diesem schönen Herbstsamstag mal wieder besonderer Gast der Eintracht und der Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau auf der VIP-Terrasse mit bester Aussicht auf den Rasen, auf dem die Eintracht zaubern soll. Der frühere Turner wird herzlich begrüßt von Vorstandssprecher Axel Hellmann, erfährt, dass der heutige Fußballboss in seiner frühen Kindheit zehn Jahre lang selbst durch die Turnschule der Eintracht gegangen ist. Als Gastgeschenk hat Axel Hellmann Eintracht-Schals für Vater und Sohn mitgebracht und für Johannes Hablik, eine ganz besondere Ehre, ein aktuelles Trikot mit der Nr. 10 und seinem Namen. Hellmann spricht vom Wert der „Vereinsgemeinschaft“ und wie wichtig diese sei, auch wenn ein tragisches Ereignis die persönliche Welt komplett verändere. Zum kurzen Plausch und für ein paar Erinnerungsfotos auf der Tribüne ist auch Sebastian Rode gekommen, derzeit verletzter Mittelfeldakteur der Eintracht, auch so ein Kämpfertyp wie Johannes Hablik.

Auf den Rollstuhl angewiesen

Johannes Hablik wird sein persönliches Eintracht-Trikot niemals zum Fußballspielen überziehen. Seit einem brutalen Sturz auf den Kopf nach einem anderthalbfachen Salto vorwärts beim Bodenturnen im November 2002 ist der einst leidenschaftliche Sportler in vielen Disziplinen querschnittgelähmt. Ist auf einen Rollstuhl angewiesen, nur den Kopf kann er noch bewegen. Das Geschehen auf dem Platz verfolgt Johannes Hablik konzentriert mit wachem Blick, beschreibt umgehend die Entstehung des frühen 0:1 aus Sicht der Eintracht. Viele Zuschauer hatten es nicht auf dem Schirm, weil auf dem Videowürfel just das 1:0 der Borussia aus Dortmund im gleichzeitigen Spiel aufleuchtete. Lakonischer Kommentar des Fans: „Die Eintracht-Abwehr hat wohl auch dahin geschaut.“

Die Besuche im Eintracht-Stadion sind für Johannes Hablik ganz besondere Ereignisse. Ganz nah dran, mittendrin, er weiß, wie sich das anfühlt als Sportler. Die Atmosphäre, die Stimmung, wie gerne hätte er am Samstag einen Sieg gegen die Hertha auf seine Art mitgefeiert. Die Einladungen der Eintracht sind eine wichtige Unterstützung zur Teilhabe am Leben für den so tragisch verunglückten Sportler. Auch die Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau unterstützt Johannes Hablik seit vielen Jahren finanziell. Dass sein Herz auch noch für den VfB Stuttgart schlägt, ist nach dem Desaster der Eintracht gegen Hertha kein Frustausdruck für den Fan im Rollstuhl. Für den Bub Johannes war einst Jürgen Klinsmann das große leuchtende Vorbild, das sein Sportlerherz beseelte.

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