1. Startseite
  2. Eintracht

Eintracht Frankfurt steht vor fantastischen vier Wochen

Erstellt:

Von: Thomas Kilchenstein

Kommentare

Der Akku ist wieder voll: Aymen Barkok, Kristijan Jakic, Filip Kostic (von links) stehen bereit.
Der Akku ist wieder voll: Aymen Barkok, Kristijan Jakic, Filip Kostic (von links) stehen bereit. © dpa

Europa-League-Halbfinalist Eintracht Frankfurt muss sich irgendwie auf die TSG Hoffenheim und damit auf den Bundesliga-Alltag konzentrieren - nur wie?

Frankfurt - Am Mittwoch war der Frankfurter Fußballtrainer mal wieder beim Eishockey, er findet das toll, zur Entspannung und weil selbst in der DEL2 guter Sport geboten wird. Auch für die „Löwen“ aus Frankfurt sei ja schließlich „crunchtime“, wie Oliver Glasner anderntags sagte, ein Sieg noch und die Eishockeyspieler sind nach ewig vielen Partien aufgestiegen. Auch das findet der Österreicher imponierend, „was diese Eishockeycracks alle zwei Tage runterreißen“, erstaunlich und Daumen hoch.

Da kommt es fast einem Spaziergang gleich, was Eintracht Frankfurt, was die Fußballer, für einen Weg zu gehen haben. Volle sechs Tage ohne ein Match zwischen dem letzten Spiel bei Union Berlin und am Samstag im eigenen, wieder nahezu ausverkauften Stadion im Stadtwald gegen die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr/Sky) haben die Kicker hinter sich bringen müssen, darunter waren sogar zwei Urlaubstage. Entsprechend gut sei die Stimmung im Eintracht-Lager, verrät Glasner kein großes Geheimnis, „alles läuft so, wie wir uns das vorgestellt haben.“

Der Trainer Glasner versucht in diesen Tagen verbal alles, den Scheinwerfer irgendwie auf diese Bundesligapartie zu richten. Das ist naturgemäß nicht einfach, weil halb Frankfurt auf die nächsten beiden Highlight-Spiele in der Europa League starrt. Er, Glasner, richte indes seinen Blick nur nach vorne, nur zur nächsten Aufgabe, nicht nach hinten und nicht auf die übernächste Hürde.

Eintracht Frankfurt vor Spielen in Bundesliga und Europa League: „Wollen was draufpacken“

„Wir müssen das, was hinter uns liegt, auch abhaken.“ Ihn interessiere allein die TSG Hoffenheim, ein Team, das er schier über den grünen Klee lobt, eine „tolle Mannschaft mit Potenzial, um in der Champions League“ zu spielen. Dass die Kraichgauer momentan eher den Kontakt nach oben zu verlieren drohen und seit fünf Spieltagen sieglos geblieben sind (bei zwei Punkten und 2:9 Toren), erwähnt er allenfalls am Rande.

Und natürlich verlangt der 47-Jährige, Europa League hin, Europa League her, „endlich“ einen Heimsieg - in diesem Jahr gab es genau einen, 2:1 gegen den VfL Bochum. Weiterhin ist Eintracht Frankfurt die drittschlechteste Heimmannschaft mit lausigen 17 Punkten aus 15 Spielen. Gegen Hoffenheim und gegen Adi Hütters Borussia Mönchengladbach besteht die Möglichkeit, diese Bilanz noch zu frisieren. Entsprechend „unzufrieden bin ich über unsere Punktausbeute“, sagt der Fußballlehrer, ähnlich hat am Tag zuvor Sportvorstand Markus Krösche geredet. „Wir haben uns mehr erwartet“, sagt Oliver Glasner. Wer gegen die letzten Sechs der Tabelle zu Hause nur drei Punkte hole, brauche nicht über zufrieden oder unzufrieden zu diskutieren: „Das ist zu wenig.“ Diese magere Ausbeute erfordere nach der Saison eine genaue Analyse, um derlei Defizite künftig tunlichst zu vermeiden.

Zuletzt stockte es in der Liga auch auswärts, nach vier sieglosen Spielen gegen Union Berlin (0:2), SC Freiburg (1:2), Greuther Fürth (0;0) und RB Leipzig (0:0) ist die neuerliche internationale Qualifikation über die Liga im Grunde nicht mehr zu schaffen. Dennoch freut sich der Coach auf den Saisonendspurt. „Wir haben noch vier fantastische Wochen vor uns, in denen wir viel erreichen können und erreichen wollen.“ Sich auf den bislang errungenen Barca-Lorbeeren auszuruhen, sei keine Option, im Gegenteil: „Wir wollen noch was draufpacken.“

Eintracht Frankfurt: Probe-Galopp gegen TSG Hoffenheim unnötig

Trainer Glasner wird, wie er gestern ankündigte, in dem eigentlich unbedeutenden Spiel gegen Hoffenheim die stärkste Elf aufbieten und im Hinblick auf den Donnerstag-Trip nach London die Samstag-Partie auch nicht zum Einspielen nutzen. Bekanntlich stehen gegen West Ham United Verteidiger Evan Ndicka (Gelb-Rot) und Abräumer Kristjian Jakic (Gelbsperre) nicht zur Verfügung. Beide, sagte Glasner, werden gegen Hoffenheim spielen. Alle Spieler genießen „unser vollstes Vertrauen“, da brauche es keinen „Probe-Galopp“. „Wenn wir sie reinschmeißen, weiß ich, dass sie das Beste für Eintracht Frankfurt geben.“ Auch vor dem Barcelona-Spiel habe man auf ein Einspielen verzichtet, und dann hat etwa Bankdrücker Almamy Touré „überragend“ in Camp Nou agiert.

Möglicherweise könnte Torwart Kevin Trapp gegen Hoffenheim noch geschont werden, er spüre seine lädiert Hand noch leicht. „Er trifft die Entscheidung, ob er spielen kann oder nicht“, sagt Glasner, der heute Mittelfeldmann Djibril Sow wieder zum Training erwartet. Ein Platz im Kader sei für den Schweizer denkbar - sofern die medizinische Abteilung grünes Licht gibt. „Ein gesundheitliches Risiko gehen wir nicht ein.“ Definitiv ausfallen wird, mal wieder, Christopher Lenz, der sich bei seinem Minuteneinsatz in Berlin den kleinen Zeh gebrochen hat. Künstlerpech. (Thomas Kilchenstein)

Auch interessant

Kommentare