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Wo laufen sie denn hin? Die Eintracht bereitet sich vor.
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Wo laufen sie denn hin? Die Eintracht bereitet sich vor.

Heimspiel gegen Gladbach

Dezente Aufbruchstimmung

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt gibt sich optimistisch, gegen Gladbach die Trendwende einleiten zu können.

Nun geht es Schlag auf Schlag. Drei Spiele binnen sechs Tagen: Samstag, Dienstag, Freitag. Viel kürzer kann so eine Fußballwoche nicht sein, und für die ins Schlingern geratene Frankfurter Eintracht sind diese Tage „absolut“ richtungsweisend. Das sagt Armin Reutershahn, der Assistenztrainer, der die Marschroute klar skizziert: „Verloren haben wir jetzt genug“, sagt er. „Wir wollen wieder gewinnen.“

Man sollte nun nicht schlussfolgern, dass die Hessen vorher nicht gewinnen wollten, nur mit der Umsetzung hatten sie so ihre Schwierigkeiten. Einen Punkt aus den vergangenen sechs Bundesligapartien holte die Eintracht, der letzte Bundesligasieg liegt knapp zwei Monate zurück, am 5. Februar bezwang sie den Lokalrivalen Darmstadt 98 mit 2:0. Da war es noch bitter kalt, mittlerweile scheint die Sonne wieder über Frankfurt, rein meteorologisch gesehen.

Doch Armin Reutershahn lässt nichts unversucht, mit ruhiger und leiser Stimme eine gewisse Aufbruchstimmung zu vermitteln. Er macht das nicht, weil er es machen soll oder muss, er hütet sich auch vor leeren Versprechungen. Er könne nicht glaubhaft versichern, dass die Eintracht in der Länderspielpause den Resetknopf gedrückt habe und nun mit einem Schlag alles fließe, was vorher nur tröpfelte. „Ich kann nicht sagen, das war der Neustart. Wenn wir verlieren, war er es nicht.“

Es sind eher die täglichen Beobachtungen, die den 57-Jährigen zuversichtlich stimmen. „Die Trainingseindrücke waren sehr gut, wir haben hervorragend trainiert. Ich bin sehr optimistisch, habe ein sehr gutes Gefühl.“ Er habe da durchaus Vergleichsmöglichkeiten durch seine Arbeit mit Mannschaften in anderen Klubs, die ebenfalls an einer Niederlagenserie zu knabbern hatten. Und da sei das Eintracht-Team deutlich stabiler. „Die Jungs sind total konzentriert, ziehen auch bei den taktischen Übungen super mit.“

Ob es dann aber letztlich für den dringend benötigten Dreier reiche, könne er logischerweise dennoch nicht sagen: „Wir sind ja nicht alleine auf dem Platz.“

Borussia Mönchengladbach kam die Länderspielpause nämlich auch ganz gelegen, die Elf vom Niederrhein konnte die schon ziemlich geschröpften Akkus nämlich auch wieder aufladen, die Schlüsselspieler Raffael und Lars Stindl, zuletzt angeschlagen oder gänzlich unpässlich, kehren zurück. „Wir gehen davon aus, dass beide spielen.“

Reutershahn hat Respekt vor den Gladbachern, „schnelle Außen, technisch versiert, schnelles Umschaltspiel, treffsicher“, zählt der erfahrene Co-Trainer auf. „Wenn man sie spielen lässt, ist das eine gefährliche Mannschaft.“ Da trifft es sich ganz gut, dass die Eintracht am Samstag im Heimspiel (18.30 Uhr) auf ihre etatmäßige Abwehr bauen kann. David Abraham ist wieder voll im Rhythmus, Jesus Vallejo genesen. „Die Konstante hinten ist wichtig“, bekundet Reutershahn. Gerade die Absenz von Vallejo traf die Eintracht hart. „Er war ein Stabilitätsfaktor, hat überragend gespielt“, lobt der Assistent. „Wir sind froh, dass er wieder da ist.“ Im Training mache der Spanier einen guten Eindruck. „Er kann alles machen, ohne nachzudenken. Er schont sich nicht.“

Ob die Frankfurter mit einer Dreierkette antreten und dann Marco Russ oder Michael Hector den freien Mann geben, wollte Reutershahn nicht sagen. Aber man wolle, so oder so, eigene Akzente setzen. „Wir wollen uns nicht nur nach dem Gegner richten, sondern einen gepflegten Spielaufbau haben und das Spiel selbst gestalten“, auch dann, wenn die Borussia aufgrund ihrer individuellen Klasse vielleicht mehr Ballbesitz haben könnte.

Klar ist, dass Alexander Meier nicht mit von der Partie sein wird. Wie lange der an einer entzündeten Sehne an der Ferse laborierende Kapitän fehlen wird, vermag niemand seriös einzuschätzen, aber eine Ausfallzeit von einigen Wochen scheint nicht unrealistisch. Reutershahn kennt diese Verletzung aus seiner aktiven Zeit. „Das hat damals viel länger gedauert als gedacht“, sagt er. „Man muss leider damit rechnen, dass es länger dauert.“

Und auch ein Einsatz Danny Blum scheint wenig wahrscheinlich, der Rechtsaußen leidet unter einem Magen-Darm-Infekt, hat bisher nicht mit der Mannschaft trainieren können. „Das wird eng.“

Eine Option wäre Guillermo Varela sowieso nicht gewesen, doch die Leidenszeit des Rechtsverteidigers scheint ungebrochen weiterzugehen. Auch die aus dem Knöchel herausoperierte Schraube hat nicht die erhoffte Besserung gebracht. „Er hat immer noch Probleme, das dauert noch“, sagt Reutershahn.

Mijat Gacinovic wird indes ziemlich sicher in der Startelf stehen, wohl wieder auf der von ihm ungeliebten Position im defensiven Mittelfeld. Reutershahn zuckt mit den Schultern. Man könne es nicht ändern und müsse versuchen, das Optimum aus den Spielern herauszuholen. Er erinnert an den Ex-Eintrachtler Jermaine Jones, der vom Stürmer zum defensiven Mittelfeldspieler umfunktioniert und sogar Nationalspieler wurde. Die Idee dazu hatte damals übrigens nicht Cheftrainer Friedhelm Funkel, sondern sein damaliger Assistent – Armin Reutershahn. Dieser erklärt nun: „Jeder muss sich in den Dienst der Mannschaft stellen, wir stellen niemanden auf eine Position, die er gar nicht bekleiden kann.“

Aymen Barkok wird zumindest im Kader stehen, ob es zu mehr reicht, ist ungewiss. Der Youngster hat binnen weniger Tage drei Partien für die deutsche U19 absolviert. Die Eintracht hat ihn erst einmal weitgehend aus dem Trainingsbetrieb herausgenommen. „Das ist schon ein Schlauch“, begründet der Co-Trainer. „Wir müssen auch mit den Kräften haushalten.“ Zumal ja eine schnelle Woche ansteht, eine ziemlich wegweisende.

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