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Leverkusens Paulinho (l) und Frankfurts Makoto Hasebe versuchen an den Ball zu kommen. 

Historischer Deal

Deutsche Bank vor Einstieg bei der Eintracht

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    Ingo Durstewitz
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Der hessische Bundesligist steht kurz davor, eine Partnerschaft mit der Deutschen Bank auf den Weg zu bringen.

Eintracht Frankfurt steht kurz vor einem der bedeutendsten Geschäftsabschlüsse ihrer jüngeren Vereinshistorie. Der prosperierende Fußball-Bundesligist hat in den vergangenen Monaten in intensiven Verhandlungen mit der Deutschen Bank eine tiefergehende Partnerschaft auf den Weg gebracht, die, wenn alles glatt geht, am Dienstag formell besiegelt werden soll. Die Eintracht wollte auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben. Recherchen der Frankfurter Rundschau bestätigen aber einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

In der breit angelegten und langfristigen Kooperation geht es um das gesamte Areal im Stadtwald, als dessen Namensgeber das größte deutsche Kreditinstitut fungieren würde. Zudem soll nicht nur der Profisport von dem Engagement profitieren, der ganze Verein entsprechend unterstützt werden. Mit dem Einstieg des Finanzunternehmens wäre aber nicht gleichbedeutend auch das Namensrecht für das Stadion vergeben, also kein Automatismus, dass das frühere Waldstadion offiziell als Deutsche-Bank-Arena ausgewiesen wird.

Seit 2005 heißt das Oval Commerzbank-Arena. Das Institut überweist seitdem jährlich vier Millionen Euro – Geld, das fast vollumfänglich in die Kasse der Stadt floss. Das wird ab Sommer anders sein, die Eintracht betreibt das Stadion dann selbst. Der Deal mit der Deutschen Bank ist ein wichtiger Baustein. Für die Eintracht wäre der millionenschwere Abschluss ein Meilenstein, ein Quantensprung, der dem Klub neue Möglichkeiten eröffnen würde.

Noch aber sind die Verträge nicht unterschrieben, auch die Commerzbank ist noch im Rennen, genauso wie ein nicht bekannter dritter Interessent. Die Deutsche Bank ist aber klar in der Pole Position. Der 150 Jahre alte Konzern will im Jubiläumsjahr sein Bekenntnis zur Rhein-Main-Region abgeben. In der Vergangenheit kam das Institut selten aus den Schlagzeilen, die letzten fünf Jahre schloss es allesamt mit Verlust ab, Tausende Stellen wurden gestrichen, Boni gekürzt. Nun geht das angeschlagene Unternehmen in die Offensive mit dem wachsenden Fußball-Unternehmen am Stammsitz.

Für die Eintracht wäre die Partnerschaft auch deshalb lukrativ, weil sie ab Sommer zwar acht Millionen Euro Miete für das Stadion zahlen, dafür aber alle Einnahmen erhalten wird. „Wir werden insgesamt Kosten von 14, 15 Millionen Euro haben. Aber wir denken, dass wir diese Kostenbelastung deutlich übertreffen werden“, sagte Vorstand Axel Hellmann zur Betreibung der Arena in Eigenregie. „Dieser Deal ist gut für uns. Das ist ein großer Schritt.“ Genauso wie der Abschluss mit der Deutschen Bank.

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