Florian Kohfeldt muss mit Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt auf zahlreiche Leistungsträger verzichten.
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Florian Kohfeldt muss mit Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt auf zahlreiche Leistungsträger verzichten.

Vor Duell mit der SGE

Was Kohfeldt an Eintracht Frankfurt schätzt - und welchen Plan Werder Bremen verfolgt

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Ohne seinen ersten Sturm wird Werder Bremen im Spiel bei Eintracht Frankfurt sein Heil in der Defensive suchen. Trainer Florian Kohfeldt gerät ins Schwärmen. 

Frankfurt - Jedesmal bei einer Dienstreise nach Frankfurt kommt bei Florian Kohfeldt wieder die Erinnerung hoch. Fast auf den Tag drei Jahre ist es her, dass der inzwischen 38-Jährige sein erstes Bundesligaspiel coachte. Sein Vorgänger Alexander Nouri hatte dem SV Werder einen solch erfolglosen Defensivstil verordnet, dass Stützen wie Max Kruse intern aufbegehrten. Als die Bremer in höchster Abstiegsnot schwebten, übernahm Kohfeldt.

Zunächst vorläufig. Schon der erste Auftritt der Grün-Weißen sah in Frankfurt ordentlich aus, auch wenn Sebastian Haller in der 89. Minute zum 2:1 für die Eintracht traf. Aber mit Neuling Kohfeldt bekam Werder wenige Monate später die Kurve, schnupperte im Jahr darauf am Europapokal. Dann kamen die Verletzungen, der Abstiegskampf, die Pandemie, die Relegation – und dass Kohfeldt immer noch da ist, geht wohl nur an Standorten wie Bremen, wo Verantwortliche extrem stur sein können, wenn sie vom richtigen Trainer überzeugt sind.

Füllkrug und Selke fehlen gegen Eintracht Frankfurt

Vordergründig könnte diese Saison, Corona mal ausgeklammert, an der Weser ruhiger verlaufen. Acht Punkte nach fünf Spieltagen sind eine ordentliche Ausbeute. Aber: Die Hanseaten haben noch kein Spiel gegen die Spitzenteams aus München, Dortmund, Leipzig, Leverkusen oder Mönchengladbach bestritten, zum anderen haben sie bisweilen Glück gehabt. Gegen Bielefeld (1:0), in Freiburg und gegen Hoffenheim (je 1:1). Vom dominanten Ballbesitzfußball, den Kohfeldt gerne propagiert, sind oft nicht mal Versatzstücke übrig. Der Zweck heiligt die Mittel.

Die Bremer wirken derzeit eher bieder. Aber gibt es eine andere Wahl? Milot Rashica sollte 20 Millionen Euro Ablöse bringen, wurde in Watte gepackt, wegen einer Knieblessur nicht eingesetzt, dann platzte in letzter Minute ein Wechsel. Jetzt fehlt ihm angeblich die Form. Vergangenen Sonntag wurde der Dribbler nicht mal eingewechselt.

Werder Bremen: Wer soll es gegen Eintracht Frankfurt richten?

Davy Klaassen, der passsicherste Verbindungsspieler, musste an Ajax Amsterdam verkauft werden. Dafür hat Manuel Mbom, 20, einen Stammplatz, der vergangene Saison beim KFC Uerdingen kickte, aber bislang seine Sache ordentlich macht. In Frankfurt fehlen etliche Stammspieler (So sehen Sie Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt live im TV und Live-Stream). Mit Niclas Füllkrug fällt die Lebensversicherung in der Sturmmitte, vier Saisontore, wegen einer Wadenverletzung wohl einen Monat aus, sein Vertreter Davie Selke ist wegen einer Leistenblessur nicht einsatzfähig, Yuya Osako hat sich das Knie geprellt. Ganz vorne muss es wohl allein Josh Sargent richten, dem oft die Torgefahr abgeht.

Werder-Stürmer Josh Sargent.

Vermutlich wird Werder mit einer Dreierkette agieren, die in Wahrheit aber als Fünferkette interpretiert wird. Das sieht mitunter nicht sonderlich innovativ, sondern recht pragmatisch aus. Man wird der Eintracht den Ball und das Spiel überlassen. Kohfeldt schätzt bei der Eintracht nämlich „Physis, Variabilität, individuelle Qualität und Pressing.“ Er glaubt: „Es wird keine Ruhe geben.“ Und er sagt: „Ich mag die Duelle, weil es immer zur Sache geht.“

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