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Nur mit einem Foul zu stoppen: Steven Zuber (rechts) vernascht im Achtelfinale den Franzosen Benjamin Pavard. afp
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Nur mit einem Foul zu stoppen: Steven Zuber (rechts) vernascht im Achtelfinale den Franzosen Benjamin Pavard. afp

SGE

Eintracht Frankfurt: Steven Zuber überrascht bei der EM 2021 mit starken Leistungen

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Steven Zuber spielt bei der EM so, wie er es bei Eintracht Frankfurt nie getan hat: herausragend.

Frankfurt - In Fußball-Frankfurt reiben sie sich die Augen. Sie hatten zwar schon ein bisschen was erwartet von dieser Europameisterschaft und ihren Eintracht-Jungs. Eventuell einen Torjäger André Silva, der einfach weiter Tore jagt und an seine herausragende Bundesligasaison anknüpft. Oder einen Abwehrprellbock Martin Hinteregger. Vielleicht sogar einen Djibril Sow, der die fein säuberlich getrimmten Grashalme in bewährtem Trab niedertrampelt. All das, ja, irgendwie konnten sie es sich vorstellen beim hessischen Bundesligisten. Aber Steven Zuber? Was sollte der Schweizer denn bitte schön reißen bei dieser EM? Jener Profi, der in der vergangenen Runde (fast) keine Rolle spielte bei der Eintracht, dem die FR in ihrem Abschlusszeugnis gar zum Sitzenbleiber degradierte.

Spätestens aber als der 29-Jährige aus Winterthur am zurückliegenden Montagabend um kurz nach Zehn diesen Wahnsinnssprint übers halbe Feld hinlegte, schnurstracks die linke Außenlinie entlang, im Eiltempo vorbei am Franzosen Benjamin Pavard (am sehr langsamen Franzosen Benjamin Pavard), er noch einen Haken in die Mitte schlug, von den Beinen geholt wurde und die Schweizer dafür wenig später einen Elfmeter zugesprochen bekamen, dürfte niemand mehr entspannt dagesessen haben in Frankfurt. So gemütlich die heimischen Sofas auch sein mögen.

Steven Zuber hat Ausrufezeichen gesetzt bei dieser EM. Nicht nur den Strafstoß im Achtelfinale gegen Weltmeister Frankreich holte er heraus, auch das frühe 1:0 der Eidgenossen chipte er Haris Seferovic exakt auf den Schädel. Seferovic, der Ex-Frankfurter, übrigens, spielt ebenfalls eine starke Europameisterschaft, steht bei drei Turniertoren und vielen, vielen gewonnenen Zweikämpfen. Da rackert einer für seine Mannschaft, bis gar nichts mehr geht. Vorbildlich und auch bezeichnend für den verschworenen Haufen an schweizer Fußballern.

Eintracht Frankfurt: Festgedribbelt auf links

Steven Zuber aber ist der Überraschungs-Schweizer schlechthin. Zu vier Toren lieferte er nun schon die Vorlagen, gleich dreimal war er im Gruppenspiel gegen die Türkei zur Stelle. „Herausragend“ nennt das Oliver Glasner. Der neue Eintracht-Trainer, der Zuber ja noch gar nicht persönlich kennt, habe zwar insgeheim - und ganz egoistisch - auch daran gedacht, die EM-Fahrer inklusive Zuber wieder möglichst früh bei seiner Mannschaft zu haben. „Aber es freut mich natürlich schon, wie Steven performed.“ Außer Zuber ist aus Frankfurter Sicht nur noch der dänische Ersatzkeeper Frederik Rönnow bei der EM vertreten. Das nur nebenbei.

Im Gegensatz zu Vereins- und Nationalmannschaftskollegen Djibril Sow (nur sechs Einsatzminuten) ist Zuber mittlerweile gesetzt beim Schweizer Außenseiter, der heute Abend (18 Uhr/ZDF) im Viertelfinale auf den nächsten Turnierfavoriten, die Spanier, trifft. Zuber hat sich festgedribbelt auf der linken Seite, mit viel Elan, spritzigen Antritten, langen Läufen. Mit all dem also, was ihm vergangene Bundesligasaison fehlte.

Mal ein ganz guter Auftritt gegen seinen früheren Klub aus Hoffenheim, ordentliche Ansätze im Saisonausklang, viel mehr Auffälliges aber blieb von Zuber im Eintracht-Trikot bisher nicht im Gedächtnis hängen. Das war eine Menge Durchschnitt, entsprechend waren die Einsätze selten. Dass Adi Hütter unerkanntes Talent auf der Bank versauen ließe, wollte dem Frankfurter Ex-Trainer wahrlich niemand vorwerfen.

Eintracht Frankfurt: Zuber mit schwacher Bundesliga-Saison

Den lediglich 141 Bundesligaminuten in diesem Kalenderjahr stehen für Zuber jetzt schon 196 bei der EM gegenüber. Es werden gegen Spanien weitere dazu kommen. Selbst Hütter ist mittlerweile voll des Lobes: „Steven ist ein Vorbildprofi, ich schätze ihn als Spieler und vor allem als Menschen“, wird er in der „Neuen Züricher Zeitung“ zitiert. Er sei alles andere als erstaunt, dass sich sein früherer Schützling ins Rampenlicht gespielt habe. „Im Training war er fast immer der Beste, im Spiel aber wie ein umgekehrter Handschuh.“ Sprich: Nicht mehr der Beste. „Und er hatte mit Filip Kostic starke Konkurrenz auf seiner Position.“

Ob Steven Zuber künftig im Eintracht-Dress am Teamkollegen, dem serbischen Dauersprinter Kostic, vorbeiziehen kann? Wohl kaum. Ob er heute Abend am spanischen Rechtsverteidiger Cesar Azpilicueta vorbeieilen wird? Allemal möglich. Bedeutet für Fußball-Frankfurt: Bereitmachen zum Augenreiben.

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