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Bitte recht freundlich: Timothy Chandler gibt auch als Hobbyfotograf den Takt vor und schießt ein schmuckes Erinnerungsfoto. rhode
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Bitte recht freundlich: Timothy Chandler gibt auch als Hobbyfotograf den Takt vor und schießt ein schmuckes Erinnerungsfoto.

SGE

Eintracht: Stabilitätspakt – SGE setzt auf bewährte Führungsspieler

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt setzt auch in Zukunft auf den Kern an Führungskräften, der schon zuletzt an Bord war, das Abrutschen zum Schluss aber nicht aufhalten konnte.

Frankfurt – Noch bevor Markus Krösche offiziell seinen Dienst bei Eintracht Frankfurt antrat, regte er einen Austausch mit den sogenannten Führungskräften der Eintracht an, also mit Kevin Trapp und Sebastian Rode, später mit Martin Hinteregger und Makoto Hasebe. „Das sind wichtige Ansprechpartner für mich“, befindet der sich einarbeitende Sportvorstand. „Du musst eine funktionierende Gruppe haben, um individuelle Defizite ausgleichen zu können.“ Krösche, so viel lässt sich nach zwei Wochen im Amt konstatieren, legt größten Wert auf ein stabiles Fundament mit tragenden Säulen. Alles, was ein Gerüst fragiler macht, ist unerwünscht, große Umwälzungen oder Umbrüche sollen partout vermieden werden. Die Achse muss halten und tragen.

In Frankfurt besteht dieser Stabilitätspakt aus oben erwähnten Persönlichkeiten, auch Urgestein Timothy Chandler ist mit im Kreis des Vertrauens, obwohl er kein über jeden Zweifel erhabener Leistungsträger, aber eben für Binnenklima innerhalb der Mannschaft von enormer Bedeutung ist. Nicht umsonst ist das Arbeitspapier des 31-Jährigen unlängst bis 2025 ausgedehnt worden.

Eintracht Frankfurt: Timothy Chandler wirkt integrierend

Das konnte auf den ersten Blick nicht jeder verstehen, weil der Rechtsverteidiger nicht nur sportlich nicht zur obersten Kategorie zählt, sondern er überdies noch eine Verletzungshistorie mit gravierenden Knieblessuren aufweist. Da schien eine Art Rentenvertrag doch eher gewagt.

Doch bei Chandler ist der Wert als Mensch und ausgleichendes Element nicht zu unterschätzen. Der Routinier ist mehr als nur ein Spaßvogel und Gute-Laune-Onkel, er ist ein Typ, der intern alle mitnimmt und integrierend wirkt. Daher ist der Kontrakt zu wirtschaftlich für beiden Seiten akzeptablen Bedingungen dergestalt prolongiert worden.

Chandler verdient nun jährlich nicht mehr so viel wie zuvor, hat aber Planungssicherheit für die nächsten Jahre, zumal ihm ein Anschlussvertrag winkt, der schon dann greifen kann, wenn der Wetterauer mit US-amerikanischen Wurzeln im Laufe der kommenden Spielzeiten sportlich nicht mehr wie gewünscht mithalten kann und früher seine aktive Laufbahn beendet.

Chandler forever bei Eintracht Frankfurt

Und für die Eintracht ist die weitere Zusammenarbeit sinnvoll, weil sie einen integren, loyalen und identifikationsstiftenden Burschen im Kern einer oftmals ja heterogenen Gruppe verankert weiß. So glauben beide Parteien an eine Win-win-Situation.

Im Endspurt der vergangenen Saison hat es aber jener Kreis an Führungsspielern nicht geschafft, die durch den Trainer verursachten Turbulenzen in den Griff zu bekommen und die Mannschaft in die Königsklasse zu führen. Zu viel war auf das Team eingeprasselt, zu viel Unruhe und zu viele Dissonanzen, zu viele Einzelinteressen torpedierten den möglichen Erfolg von historischem Ausmaß. Es gab nicht wenige Kritiker, die den Anführern eine gewisse Mitschuld gaben, sie hätten ebenfalls versagt und es als Gruppe von innen heraus nicht selbst regeln können. Das ist vordergründig nicht abwegig, sieben Punkte auf Borussia Dortmund sind schließlich in den letzten Wochen bei einem vergleichsweise leichten Restprogramm verspielt worden.

Mannschaft der SGE durch Führungslosigkeit auf sich allein gestellt

Fakt ist aber auch, dass die Mannschaft durch die Führungslosigkeit auf höherer Ebene quasi auf sich alleine gestellt war, und die Spieler, wie sie mehrfach betonten, alles versuchten, um das wankende Schiff auf Kurs zu halten. „Wir sind ja nicht einfach über die Situation hinweggegangen, sondern haben oft zusammengesessen und uns eingeschworen“, sagte Torwart Kevin Trapp kürzlich im FR-Interview. „Man kann das wirklich nicht erklären. Intern haben wir als Mannschaft alles dafür getan, dass wir es am Ende noch schaffen.“ Doch manchmal nimmt eine Dynamik eine eigene Entwicklung an, die über alles hinwegwalzt und sich nicht mehr stoppen lässt.

Der neue Sportchef Krösche lässt aber keinen Zweifel daran, dass die Eintracht im inneren Zirkel des Ensembles gut aufgestellt ist. Er wird sehr genau darauf achten, dass keine Quertreiber oder Diven, die ihre persönliche Eitelkeit über das Gemeinwohl stellen, das Klima vergiften.

Aus jener Runde wird sicher auch der neue Kapitän entspringen. Für Amtsinhaber Makoto Hasebe spricht seine Erfahrung und mit 37 sein fast schon biblisches Alter, allerdings wird selbst er nicht mehr bis in alle Ewigkeit spielen. Vielleicht kommt es also schon vor dem Karriereende zur Wachablösung als Spielführer.

Wer wird Kapitän bei Eintracht Frankfurt?

Martin Hinteregger ist qua seines Status im Team und im Umfeld ein Kandidat, er ist aber auch zuweilen eigenwillig und schwer greifbar. Sebastian Rode hat nicht seine beste Saison gespielt, war nicht mehr unumstritten, galt auch ganz sicher nicht als bester Freund von Ex-Trainer Adi Hütter. Er hat außerhalb des Feldes enorm an Profil gewonnen, benennt Dinge klar beim Namen, war auch der erste, der einen Zusammmenhang zwischen dem angekündigten Hütter-Abgang und dem Abrutschen in der Tabelle einräumte.

Der 30-Jährige wurde dafür von der scheidende Sportlichen Leitung kritisiert, sollte sich gar öffentlich entschuldigen – was Rode verständlicherweise ablehnte. Weiterer Pluspunkt: Der Südhesse lebt Identifikation vor. Das Kapitänsamt wäre, wie er sagt, „eine Ehre für mich“, doch an seiner Einstellung würde sich, so oder so, nichts ändern.

Torwart Trapp war früher schon mal Eintracht-Kapitän, er gilt als Gesicht und Aushängeschild des Klubs, weshalb auch er prädestiniert wäre – als Keeper ist sein Einfluss während des Spiels freilich begrenzt. „Ich würde es als Auszeichnung empfinden“, sagt er. „Es wäre aber nicht das Wichtigste. Ich mache meinen Einfluss auf die Mannschaft nicht von der Binde abhängig.“ (Ingo Durstewitz)

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