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Adi Hütter, Trainer von Eintracht Frankfurt.
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Adi Hütter, Trainer von Eintracht Frankfurt.

SGE

Eintracht Frankfurt hätte Adi Hütter freistellen müssen

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Mit Adi Hütter schafft es die Eintracht wieder nach Europa – muss sich aber infolge seines Egoismus kurz vor dem Ziel vom Traum Champions League verabschieden. Ein Kommentar.

Es ist eine Binsenweisheit, wonach klüger ist, wer aus dem Rathaus kommt. Aber wenn man zurückschaut, jetzt, da in Frankfurt der große Traum von der Champions League nach Menschenermessen geplatzt ist, wäre es besser gewesen, den abwanderungswilligen Trainer Adi Hütter sofort, Mitte April, freizustellen. Es wäre Eintracht Frankfurt vieles erspart geblieben. Die Entscheidung, dem scheidenden Fußballlehrer zu vertrauen, war falsch.

Eintracht Frankfurt stürzt grandios ab – Glaubwürdigkeit von Adi Hütter leidet

Das lässt sich nun, da der Klub auf der Ziellinie grandios abgestürzt und einen respektablen Vorsprung verspielt hat, leicht sagen. Hinterher weiß jeder alles besser. Seinerzeit musste der ohnehin durch den ebenfalls angekündigten Abgang von Sportchef Fredi Bobic ausgedünnte Vorstand den unisono gemachten Beteuerungen des inneren Mannschaftszirkels Glauben schenken, das große Ziel auch mit einer Lame Duck erreichen zu können. Eine Fehleinschätzung. Selbst wenn nicht garantiert wäre, dass mit einem anderen Coach die Königsklasse erreicht worden wäre: Schlechter hätte es keiner gemacht.

Aber die Fakten, von denen Hütter gerne spricht, liegen ja klar auf dem Tisch: Vier Punkte aus fünf Spielen sind eine miese Bilanz, dazu ist die akute spielerische Armut frappierend. Flow weg, Begeisterung weg. Hütters Glaubwürdigkeit hat gewaltig gelitten, im Binnenverhältnis ist etwas zerbrochen, er hat das Vertrauen verspielt und die Mannschaft verloren. Redlichkeit und Authentizität bleiben auf der Strecke, wenn öffentlich und intern verkündet wird, zu bleiben, aber vier Wochen später anderswo ein neuer Kontrakt unterschrieben wird. Das hat Auswirkungen auf die Kabine, die Spieler müssen sich getäuscht fühlen, da kann Professionalität noch so laut beschworen werden: Es sind bei allem doch Menschen. Diesen Zusammenhang nicht sehen zu wollen, wie es Hütter („zu oberflächlich“) und Bobic („zu billig“) tun, zeigt doch, dass sie einiges nicht verstanden haben.

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter immer mit Europapokal-Erfolgen verbunden

Das Phänomen der Lame Duck ist nicht neu, auch in Frankfurt nicht. Niko Kovac, ebenfalls lange auf Champions-League-Kurs, ehe sein vorangetriebener Wechsel zu den Bayern die Beine lähmte, rettete die Saison nur mit dem Pokalgewinn. Man schaue zu Hütters neuem Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach, die seit Marco Roses feststehenden Weggang ebenso ins Wanken geraten ist.

Mit Adi Hütter wird Eintracht Frankfurt immer Erfolge im Europapokal verbinden, das Halbfinale in Chelsea, begeisternde Auftritte, jetzt Platz fünf. Aber eben auch ein durch Egoismus und eigene Karriereplanung betriebenes Scheitern kurz vor dem Ziel, ein Vermächtnis, das die Eintracht rund 20 Millionen Euro kostet. Dieser Makel klebt jetzt an Adi Hütter, auch das wird bleiben.

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