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Eric Dina Ebimbe: Der Neuling des Halbjahres

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Von: Daniel Schmitt

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Im engen Kreis der Startelfanwärter: Eric Dina Ebimbe.
Im engen Kreis der Startelfanwärter: Eric Dina Ebimbe. © Imago

Erstaunlich schnell findet Eric Dina Ebimbe seinen Platz im Eintracht-Team - auf einer Position, die nur seine zweite Wahl ist.

Die manierlichen Leistungen des Eric Dina Ebimbe sind auch über den Fußballstandort Frankfurt hinaus nicht verborgen geblieben. Der Franzose mit familiären Wurzeln in Kamerun, gerade 22 Jahre alt geworden und erst seit Sommer bei der Eintracht am Ball, wurde vor einem Monat zum Bundesliga-Rookie des Monats Oktober gekürt, zum besten Neuling also - vor dem Münchner Abwehrmann Matthijs de Ligt und dem Wolfsburger Linksaußen Jakub Kaminski. Na dann, herzlichen Glückwunsch.

Doch es ist ja so, dass sich Ebimbe diese Auszeichnung absolut verdient hat, er ist bei der Eintracht im Schlussspurt des Fußballjahres enorm wichtig geworden, ist alles in allem schneller durchgestartet, als es dem Mittelfeldspieler viele nach dessen Ankunft Mitte August zugetraut hatten. Ein Lehrling, hieß es damals, der zwar über großes Talent verfüge, nur so schafft man es als junger Kerl überhaupt in die Pariser Weltklasse-Trainingsgruppe, der aber eben noch Zeit brauche zur Adaption.

FR-Zwischenzeugnis

Europa-League-Triumphator, Champions-League-Achtelfinalist, Tabellenvierter in der Bundesliga mit so vielen Punkten nach 15 Spieltagen wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr – Eintracht Frankfurt blickt auf ein außergewöhnliches, ja historisches Jahr zurück, das beste und schönste seit einer ganzen Ewigkeit. Grund genug, die Mannschaft zu würdigen, die ein Zwischenzeugnis mit der Note eins erspielt hat.

Das große Klassenbuch der Eintracht zum ersten Saisonteil, dieses Mal in Serienform und loser Folge. Spieler für Spieler im Porträt – vom Musterschüler bis hin zu jenen mit einem Blauen Brief. Dieses Mal an der Reihe: Eric Dina Ebimbe. Alle weiteren Spielerbewertungen unter: fr.de/eintracht-zeugnis

Nach rund zwei Wochen war diese Phase der Eingewöhnung auch schon wieder vorbei, gegen Leipzig stand Ebimbe erstmals auf dem Rasen für die Hessen, anschließend noch neun weitere Male in der Liga, gleich sechsmal in der Champions League, dazu spielte er im Pokal in Stuttgart. Ihm gelangen zwei Bundesligatore, eines per Kopf in Gladbach, eines per Fuß gegen Hoffenheim, dazu bereitete er einen Treffer in Augsburg vor. Heißt auch: Eric Dina Ebimbe gehört mittlerweile mindestens zum engen Kreis der Startelfanwärter bei Eintracht Frankfurt, zuletzt war er gar ein festes Mitglied.

Glasner lobt: „ Multitalent“

Das hat natürlich vorwiegend damit zu tun, dass er seine Chance nutzte, als sonst niemand mehr da war dort draußen auf dem rechten Flügel, der ernsthaft für die Stammelf taugen würde. Ansgar Knauff? Verletzt. Aurelio Buta? Langzeitverletzt. Kristijan Jakic? Anderweitig benötigt. Dann also schlug die Stunde des Eric Dina Ebimbe, 12. Oktober in London gegen Tottenham: Trainer Oliver Glasner wechselte ihn ein und seitdem wetzt der Neuzugang die rechte Bahn hoch und runter. Schon bei seinen Leihstationen in Frankreich, Le Havre und Dijon, spielte Ebimbe nah an der Kreidemarkierung, wenngleich er am liebsten eigentlich im Zentrum kicken würde. Derzeit jedoch legt er darauf keinen Wert, ist einfach nur froh, derart rasch reingefunden und sich einen Platz im Team erkämpft zu haben.

Ebimbe bringt viel davon mit, was ein guter Schienenspieler braucht - defensiv wie offensiv. Er sichert hinten ab und versucht vorne das Angriffsspiel anzukurbeln. Die Läufe des Mannes wirken kraftvoll wie zielstrebig. „Ich liebe das direkte Spiel“, sagt er, Trainer Glasner hält ihn für ein „Multitalent“, der Sportvorstand Markus Krösche schätzt die „Vielseitigkeit und Spielintelligenz“. In der Tat verbindet Ebimbe fußballerische Klasse mit robustem Tun. Der Körper des jungen Mannes ist ein breiter, der Profi weiß sich durchzusetzen. Freilich: Manchmal kommt er noch ein Stück zu ungestüm daher, verrennt sich zu oft, will mit dem Kopf durch die Gegner donnern, anstatt abzudrehen und zurückzuspielen. Zeit genug, an diesen Schwächen zu feilen, wird er von der Eintracht erhalten. Für den zunächst auf Leihbasis bis Saisonende verpflichteten Profi besitzen die Frankfurter eine Kaufoption in Höhe von 6,5 Millionen Euro. Sie werden sie ziehen.

Übrigens: Auch für den November steht der Bundesliga-Rookie derzeit zur Wahl. Es wäre keine große Überraschung, würde er den Titel verteidigen.

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