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Der nächste Meilenstein

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Von: Katja Sturm

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Ballsicher: Sjoeke Nüsken.
Ballsicher: Sjoeke Nüsken. © Imago

Nationalspielerin Sjoeke Nüsken schlägt ein Angebot vom FC Chelsea aus und verlängert als zehnte Leistungsträgerin bei Eintracht Frankfurt.

Am Donnerstag gab es einen weiteren Treueschwur. Als zehnte Spielerin in einer seit Mitte Oktober währenden Serie verlängerte Sjoeke Nüsken bei den Bundesliga-Fußballerinnen Eintracht Frankfurt ihren Vertrag vorzeitig. Die 21 Jahre alte Mittelfeldakteurin hat einen Kontrakt bis zum Sommer 2024 unterschrieben. Wie ihre Vorgängerinnen soll auch sie verlockende Angebote aus dem In- und Ausland zugunsten eines Verbleibs am Main ausgeschlagen haben. Die fußballerisch versierte Allrounderin hatte zuletzt auch im Nationalteam unter Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ihren Stellenwert immens gesteigert.

„Wir sind ausgesprochen glücklich darüber, dass Sjoeke Nüsken trotz verschiedener Angeboten den Kreis der bisherigen Vertragsverlängerungen bei den Adlerträgerinnen größer macht“, teilte Sportdirektor Siegfried Dietrich mit. Das Thema schwappte sogar bis zur Pressekonferenz der männlichen Bundesligaprofis: Nüsken sei ja auch vom FC Chelsea umworben gewesen, verriet Sprecher Bartosz Niedzwiedzki. Daraufhin meldete sich auch noch Cheftrainer Oliver Glasner zu Wort: Das lege auch für Manager Markus Krösche „die Latte hoch“, bei Angeboten vom Londoner Spitzenklub, die eigenen Spieler zu halten. 

„Die Familie“, wie Trainer Niko Arnautis den Frauen-Kader nennt, bleibt im Kern zusammen. „Die Mädels haben Lust, mit uns die nächsten Schritte zu gehen“, deutet der 41-Jährige die vielen positiven Entscheidungen. Gemeinsam könne man nun „mit einem guten Gefühl“ in den Rest der Saison starten. Zuerst auf dem Programm steht dabei die Heimpartie gegen den Tabellenachten SC Freiburg (Sonntag 13 Uhr) vor bis zu 1000 Zuschauern im Stadion am Brentanobad. Nur zwei Zähler Rückstand haben die viertplatzierten Gastgeberinnen auf einen Champions-League-Platz. Der Traum von der Königsklasse, im Sommer noch vage, ist zum Greifen nahe.

Sara Doorsoun vom VfL Wolfsburg soll sofort helfen

Dass es so gut lief für die Eintracht-Frauen hat den Verantwortlichen in die Karten gespielt. So fiel es nicht allzu schwer, die Leistungsträgerinnen davon zu überzeugen, die Entwicklung weiter mit voranzutreiben - und in der Winterpause noch eine namhafte Verstärkung zu locken. Sara Doorsoun kam vom Spitzenreiter VfL Wolfsburg. „Wir waren schon im Kontakt, als sie 2018 von Essen wegging“, erzählt Arnautis. Damals entschied sich die mittlerweile 30-Jährige noch anders. Ihr Ziel ist es, sich für das deutsche EM-Aufgebot im Sommer in England anzubieten.

Frankfurt war laut Arnautis die erste Wahl der 35-fachen Nationalspielerin, die jetzt die Älteste im Kader ist. Die Eintracht brauchte eine verlässliche Verstärkung, nachdem Camilla Küver und Virginia Kirchberger länger ausfallen. In Anna Aehling, 20, wurde noch eine weitere flexible Verteidigerin geholt, die als hoffnungsvolles Talent gilt.

Niko Arnautis freut sich über die Fortschritte

„Wir befinden uns jetzt nach der Pubertät und wollen erwachsen werden“, sagt Arnautis, nachdem die Frankfurter Fußballerinnen mit 22 Punkten aus elf Spielen die beste Hinrunde seit 2014/15 spielten, als der FFC die Saison mit dem Titel in der Königsklasse abschloss. Bis dahin war eine Menge Geduld erforderlich, und die wolle man auch in Zukunft haben. Doch nicht zuletzt die Verpflichtung Doorsouns ist ein Signal dafür, dass man bereits jetzt die internationalen Startplätze in Angriff nimmt.

Für Zuversicht sorgt auch die Vorbereitung, in der die Eintracht bei einem Test in Wolfsburg mit 2:1 siegte. Dass die Rekonvaleszentinnen Tanja Pawollek und Geraldine Reuteler immer größere Teile des Trainings absolvieren und Arnautis davon ausgeht, beide noch in dieser Saison einzusetzen, stärkt den Optimismus. Doch selbst wenn noch nicht alles klappen sollte: Die Eintracht hat ein Gerüst erbaut, das auch über den Sommer hinaus stabil genug sein wird, künftig eine dominierende Rolle im deutschen Frauenfußball zu spielen.

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