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Eintracht Frankfurt hadert mit Ausfall von Filip Kostic - weitere Transfer geplant

  • Ingo Durstewitz
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Die Eintracht muss wochenlang auf den am Knie verletzten Filip Kostic verzichten und wird auf dem Transfermarkt nachlegen.

  • Eintracht Frankfurt muss mehrere Wochen auf Filip Kostic verzichten.
  • Der Serbe zieht sich beim Spiel in Berlin einen Teilanriss des Innenbands zu.
  • Außerdem bahnt sich ein spektakulärer Torhütertausch an.

Am Sonntagvormittag bestätigte Eintracht Frankfurt offiziell das, was sich diejenigen schon insgeheim dachten, die sich diesen unglücklichen Zusammenprall zwischen dem Berliner Jordan Torunarigha und dem Frankfurter Filip Kostic ein paarmal in Zeitlupe angesehen haben: Dass der serbische Linksaußen der Eintracht jenen Crash am Freitagabend im Berliner Olympiastadion nämlich doch nicht gänzlich folgenlos überstanden hat.

Zu sehr und zu brachial war das rechte Kniegelenk überdehnt worden, zu groß waren die Schmerzen des 27-Jährigen, der nach einer Viertelstunde ausgewechselt werden musste und den 3:1-Erfolg seiner Kameraden mit einem dicken Tapeverband von der Tribüne aus verfolgte. Nach eingehender Untersuchung lautet der Befund schließlich: Teilanriss des Innenbands im rechten Knie, Ausfallzeit: vier bis sechs Wochen. Ein Schlag ins Kontor. Filip Kostic ist unverzichtbar, nicht weniger als der beste Eintracht-Spieler.

Schmerz, lass nach: Filip Kostic hat sich in Berlin einen Innenbandanriss im Knie zugezogen.

Ausfall von Filip Kostic: Glück im Unglück

„Er hat noch Glück im Unglück gehabt, dass er sich keinen Kreuzbandriss oder ähnliches zugezogen hat“, sagt Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner. „Bei unseren Ärzten ist er in den besten Händen.“ Das Heimspiel am Samstag gegen die TSG Hoffenheim, die Länderspiele mit Serbien sowie die folgenden Auswärtspartien in Köln und bei Bayern München wird Kostic verpassen, womöglich steht er im Heimduell am 31. Oktober gegen Werder Bremen wieder zur Verfügung. Das hängt natürlich vom Heilungsverlauf ab.

Dass die Eintracht wegen des Ausfalls von Filip Kostic explizit auf seiner Position noch einmal nachlegen wird, ist nicht zu erwarten, was nicht bedeutet, dass auf dem Transfermarkt nichts mehr passieren wird. Zwei, drei, vier Spieler werden bis zum 5. Oktober wahrscheinlich noch anheuern.

Eintracht Frankfurt Rönnow zu Schalke?

Einer davon ist Ajdin Hrustic vom FC Groningen, der für eine Million Euro ausgelöst wird. Der 24-Jährige ist am rechten Flügel zu Hause, in Frankfurt sehen sie den Linksfuß aber eher als kreativen Spieler für die Zentrale. Er ist nicht als Soforthelfer eingeplant, sondern soll perspektivisch aufgebaut werden. Keiner also, der Leistungsträger Filip Kostic ersetzen wird. Das wird eher Steven Zuber versuchen, der sich zwar gesteigert, in Berlin solide agiert, aber doch noch sehr viel Luft nach oben hat. Zudem steht der Klub in weitreichenden Verhandlungen mit weiteren Offensivakteuren, die durchaus von den Ersatzbänken diverser Großklubs stammen könnten.

Und sehr wohl könnte es zu einem Wechsel auf der hinteren Torwartposition kommen, Frederik Rönnow zum Dauerpatienten FC Schalke 04 wechseln und dort die Nummer eins werden. Für ihn soll die Nummer zwei der Gelsenkirchener, der 22 Jahre alte Markus Schubert, sich in Frankfurt hinter Kevin Trapp einreihen. Schubert gilt als talentiert, wurde in der zurückliegenden Spielzeit aber von einer absurden Torwartrotation rund um Alexander Nübel nervlich zermalmt und konnte nicht mal im Ansatz überzeugen.

Von dem geplanten Tausch hatte zuerst die „Sport Bild“ berichtet, Informationen der FR bestätigen entsprechende Meldungen. Die Frage wird sein, wie die Planungen des zukünftigen Schalker Trainers aussehen, und auch, ob die Eintracht ihren hochgeschätzten Torwart Rönnow nicht erst einmal nur ausleihen wird. So verhielt es sich schon bei Angreifer Goncalo Paciencia. Beim Portugiesen ist aber eine bindende Kaufoption eingearbeitet, die greift, sollte Schalke die Klasse halten. Die Eintracht wäre dann um mehr als zehn Millionen Euro reicher.

Eintracht Frankfurt: Wechsel von Kostic nach der Verletzung unwahrscheinlich

Nach dem Kostic-Ausfall, der auch einen Last-Minute-Weggang des Nationalspielers unwahrscheinlich macht, ist es für die Eintracht umso wichtiger gewesen, gut aus den Startlöchern gekommen zu sein. Dem Pflichtsieg im Pokal beim TSV 1860 München (2:1) folgte das enttäuschende Remis gegen Arminia Bielefeld (1:1), doch am Freitag zeigten die Frankfurter in der Hauptstadt ihre mit Abstand beste Leistung der noch frischen Saison.

Die Eintracht, die in dieser Saison zum zweiten Mal hintereinander die älteste Bundesligamannschaft (29,4 Jahre im Schnitt) ins Rennen schickte (betagter war ein Eintracht-Team zuletzt vor knapp elf Jahren beim 1:2 gegen Köln, 29,5 Jahre) bestach durch eine aggressive, zweikampfstarke und auch spielerisch ansprechende Darbietung. „Wir waren immer der Chef auf dem Platz“, urteilte Trainer Adi Hütter, der neben den vielen Vätern des Erfolges, die Torgaranten André Silva und Bas Dost etwa, oder Torwart Kevin Trapp, Abwehrboss Martin Hinteregger und Torschütze Sebastian Rode, auch einen Profi hervorhob, der seine beste Leistung im Eintracht-Dress zeigte: Stefan Ilsanker. „Er hat ein Top-Spiel gemacht, durch seine Zweikampfstärke die ganze Mannschaft mitgenommen.“ Ein bisschen hat sich der Coach auch selbst gelobt, denn die Nominierung des 31-Jährigen kam überraschend. Gelohnt hat sie sich allemal.

Rubriklistenbild: © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dp

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