1. Startseite
  2. Eintracht

Ein Transfer-Wahnsinn, der bei Eintracht Frankfurt keiner ist

Erstellt:

Von: Daniel Schmitt

Kommentare

Der eine soll verliehen werden, der andere unbedingt bleiben: Jerome Onguene (links) und Randal Kolo Muani.
Der eine soll verliehen werden, der andere unbedingt bleiben: Jerome Onguene (links) und Randal Kolo Muani. © Imago

Eintracht Frankfurt blickt gelassen auf die winterliche Transferphase, in der manche Gerüchte sich verselbständigen.

Frankfurt – Jetzt, da das Fenster sperrangelweit geöffnet ist, einen Monat lang bis zum 31. Januar, 18 Uhr, jenes Fenster, durch das etliche Fußballer treten werden, sind die Gerüchte nicht weit. Großverein A bietet angeblich für Spieler B eine fast unverschämte Millionensumme, Mittelklasseklub C kann Spieler D einfach nicht halten, benötigt die Kohle, bevor im nahenden Sommer geldlos die Seiten gewechselt werden können. Ja, er ist wieder da, der Transferwahnsinn. Auch bei Eintracht Frankfurt. Wobei? Irgendwie auch nicht.

Denn so richtig viel Wahnsinn ist nicht dabei beim Bundesligavierten, wenngleich manch Spekulationsportal im großen, weiten Netz etwas anderes vermuten lässt. Seit Wochen geistern die Gerüchte durchs Virtuelle. Ein neuer Mittelfeldmann, ein Stürmer, ein Verteidiger sowieso - und die Abgänge erst. Und wenn dann eben vorerst wenig bis nichts in der Wirklichkeit passiert wie aktuell bei der Eintracht, wird selbst der Wechsel des zuletzt arbeitslosen Marc Stendera zum Drittligisten Oldenburg als großes Ding verkauft. Der hat schließlich mal im Hessischen gekickt, vor weit mehr als drei Jahren wohlgemerkt. Nun ja.

Eintracht Frankfurt gibt keinen Leistungsträger ab

Zum Job des Markus Krösche gehört es dazu, sich dieser Tage auch mit viel Unsinn zu beschäftigen und diesen bestenfalls schnell beiseite zu schieben. Der Frankfurter Sportchef am Neujahrstag: „Wir planen keine großen Transfers.“ Als sicher gilt, dass die Eintracht keinen Leistungsträger abgibt, keinen Daichi Kamada oder Evan Ndicka, etwa um mit ihnen ein halbes Jahr vor Vertragsende noch Geld zu machen, und auch keinen Randal Kolo Muani.

Mit dem Angreifer aus Paris würden die Frankfurter ohnehin gerne in eine zweite Saison gehen, der Vertrag gilt bis 2027, auch im Sommer 2024 ließe sich bei entsprechender Entwicklung des 24-jährigen WM-Senkrechtstarters also noch eine Menge Gewinn erzielen. Gekostet hat Kolo Muani nichts, zumindest keine Ablöse. Ob es dann so kommt, steht auf einen anderen Blatt, man weiß ja nie, ob ein Großklub im Sommer ernst macht. Kolo Muani jedenfalls wird alsbald wieder in Frankfurt für Aufsehen sorgen wollen.

Stand jetzt gilt das auch für Rafael Borré und Luca Pellegrini. Beide sind zwar mit ihren Ersatzrollen nicht zufrieden, teilten ihr Verlangen nach mehr Spielzeit mit, im Zweifel auch bei einem anderen Arbeitgeber, dafür müsste aber die Eintracht mitspielen. Findet sich im Falle Borré kein Verein, der für den Angreifer eine Ablöse im zweistelligen Millionenbereich bezahlt, was nicht wahrscheinlich ist, wird er weiter um Einsatzminuten bei den Hessen kämpfen müssen. Geht er doch, würde die Eintracht wohl selbst in der Offensive nachlegen.

Aaronson bei Eintracht Frankfurt in der Testphase

Auch Linksverteidiger Pellegrini wolle zwar gerne zurück in die italienische Heimat, heißt es, die Eintracht aber wird nicht mit nur drei Schienenspielern für die Außen (Lenz, Knauff, Ebimbe) in den zweiten Saisonabschnitt starten. Kommt nicht auch in diesem Fall ein preiswerter Ersatz um die Ecke, dürfte Pellergini seine Leihe fortführen (müssen). Einzig bei Jerome Onguene, dem lange verletzten Ersatz-Ersatz-Verteidiger, sieht die Lage anders aus, ihn würde die Eintracht gerne verleihen, wie übrigens bereits vergangenen Sommer. Wahrscheinlich geht es für den 25-Jährigen zurück zu seinem Ex-Verein nach Salzburg. Der bis 2027 an die Eintracht gebundene Kameruner soll Spielzeit sammeln.

Neu im Eintracht-Team ist ab Dienstag, wenn sich die Frankfurter im Stadtwald erstmals in diesem Jahr treffen, Paxten Aaronson. Die Offensivkraft aus Philadelphia wird sich ein halbes Jahr beweisen können, mehrheitlich im Training, um in ein paar Monaten über weitere Schritte zu befinden. Reicht es beim 19-Jährigen dann bereits für die Bundesliga? Oder ist womöglich eine Leihe sinnvoller?

Trainer Oliver Glasner hätte sich anstelle des vier Millionen Euro teuren Aaronson wohl lieber einen erfahrenen Abwehrmann als Soforthilfe gewünscht, das ließ er Anfang Dezember im FR-Interview durchblicken, freilich stand beim Kauf des US-Boys vor allem dessen mögliche Wertsteigerung im Zentrum der Überlegungen. Markus Krösche muss da immer ein Stückchen weiter denken als ein Trainer. (Daniel Schmitt)

Auch interessant

Kommentare