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Der Geduldige aus der „Zweiten Reihe“: Hrovje Smolcic

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Von: Daniel Schmitt

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Haut sich voll rein - wenn er spielt: Linksverteidiger Hrovje Smolcic.
Haut sich voll rein - wenn er spielt: Linksverteidiger Hrovje Smolcic. © IMAGO/Eibner

Der junge Eintracht-Verteidiger soll im Schatten von Makoto Hasebe und Evan Ndicka weiterhin zur Stammkraft reifen.

An einem Fußballprofi, der im ersten Saisonhalbjahr gerade neun Pflichtpartien auf dem Platz absolvierte, dabei schlappe 317 Minuten auf dem Feld stand, entzündete sich dann tatsächlich die angeregteste Debatte innerhalb der FR-Sportredaktion, durchaus erstaunlich. Wo also einordnen diesen jungen Mann aus Kroatien, der anfangs ja überhaupt keine Rolle spielte bei Eintracht Frankfurt, ausschließlich auf der Ersatzbank saß - als auffälligstes Merkmal beim flüchtigen Blick den Anschein erweckt, Rentner Martin Hinteregger sei wieder zurückgekehrt auf den Rasen - und der ernsthaft erst Mitte Oktober ins Geschehen eingriff und fortan aber verlässlich gute Leistungen zeigte? Ist das etwa einer mit zu vielen Fehlstunden, um eine seriöse Bewertung abzugeben? Oder ein Hinterbänkler? Die Wahl fiel, so ergab es das demokratische FR-Stimmungsbarometer, auf die Zweite Reihe.

Ja, Hrovje Smolcic, aus Rijeka im Sommer für zweieinhalb Millionen Euro verpflichtet, musste Geduld bewahren in seinem ersten Halbjahr bei der Eintracht. An Evan Ndicka war für den Linksfuß in der Vierer- oder Dreierabwehr kein Vorbeikommen, ist es ja immer noch nicht, der Franzose bringt dann doch einige Jahre mehr an Reife auf Bundesliga- und Europa-Niveau mit. Doch Smolcic blieb dran, wartete auf seine Chance, die kommen sollte.

Eintracht Frankfurt: Hrovje Smolcic als zusätzliche Option im Gedächtnis des Trainers

Nach Kurzeinsätzen gegen Leipzig und in Stuttgart wechselte ihn Oliver Glasner im heißen Finish bei den Tottenham Hotspur für den verletzten Makoto Hasebe ein. Smolcic verursachte da zwar noch einen Elfer, blieb aber fortan in des Trainers Gedächtnis als zusätzliche Option haften. Und wenn dann Hasebes erster Libero-Vertreter Kristijan Jakic mal andernorts auf dem Feld benötigt wurde, oder ganz aus dem Spiel ging, rutschte Smolcic rein in die Elf. Und überzeugte quasi immer. Als Abwehrchef gegen Marseille und vor allem beim Jahresabschluss in Mainz zeigte der 22-Jährige seine trotz der jungen Jahre bereits vorhandene Klasse.

Smolcic, dessen Zwilling Ivan ebenfalls Profi ist, in Rijeka, paart Körperlichkeit mit manierlichem fußballerischen Niveau. „Er spielt die tiefen Bälle gut“, sagt der Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche, der Smolcic ja auch zu den Hessen gelotst und ihn mit einem langfristigen Vertrag bis 2027 ausgestattet hatte: „Er hat es immer gut gemacht, gegen Marseille überragend gespielt. Er ist auf einem richtig guten Weg.“

Für den zweiten Saisonteil, wenn Hasebe dann zwar 39 Jahre alt ist, aber wieder fit, stellt sich nun die Frage: Ist Hrvoje Smolcic künftig häufiger erste Wahl? Sinnvoll wäre es aus Sicht der Eintracht, den Juniorennationalspieler vermehrt einzubauen, schließlich naht im Sommer der Abgang von Stammkraft Ndicka. Auch Hasebe wird nicht jünger, selbst wenn er oft genug einen anderen Anschein erweckt. Smolcic also sollte weiterhin aufgebaut werden zur Stammkraft, er bringt dafür die Anlagen mit. Es gilt, sie zu fördern, ihn zu fordern. Dann wird sich irgendwann wohl auch die komplette FR-Sportredaktion einig ob seiner Einstufung sein. (Daniel Schmitt)

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