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Marcel Wenig, der Auszubildende von Eintracht Frankfurt

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Von: Daniel Schmitt

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Bei den Profis vorerst nur im Trainingsleibchen: Marcel Wenig.
Bei den Profis vorerst nur im Trainingsleibchen: Marcel Wenig. © Imago

Der 18-jährige Marcel Wenig hat bereits Erstligaluft geschnuppert in Frankfurt, wird regelmäßig aber weiterhin nur in der U21 zum Einsatz kommen

Die Bilanz des Marcel Wenig spricht für sich: zwölf Einsätze, sechs Tore, fünf Vorlagen. Der 18-Jährige ist der beste zentrale Mittelfeldmann Hessens, zumindest im Amateurfußball. Dort, wo er für die U21 von Eintracht Frankfurt in der fünftklassigen Hessenliga kickt, ist er seinen Mit- wie Gegenspielern voraus, bringt schlicht ein anderes, ein höheres fußballerisches und taktisches Niveau mit. Wenig ist auch weiter in seiner Entwicklung als manch anderes Talent in den Reihen der Frankfurter, vor allem körperlich.

Ein paar mehr Muskeln könnte der kluge Kopf zwar noch draufpacken, allein durch die Körperlänge aber, 1,88 Meter, weiß er sich in den Zweikämpfen gegen die oftmals älteren wie stämmigeren Kontrahenten recht gut zu behaupten. Doch was sagt das alles über die Zukunft des Marcel Wenig aus? Was sind gute Leistungen in der ihn einigermaßen unterfordernden Hessenliga wirklich wert mit Blick auf die Profiambitionen?

Es sind diese Fragen, die alle ambitionierten Nachwuchsleute in der U21-Mannschaft umtreiben, Wenig immerhin ist ja im Zuge seines Wechsels vom FC Bayern zur Eintracht längst mit einem Profivertrag bei den Hessen ausgestattet worden, gültig bis 2025, trainiert quasi dauerhaft beim Team von Trainer Oliver Glasner und kam bereits in zwei Pflichtspielen für die Bundesligatruppe zum Einsatz: Drei Minuten beim lockeren 5:1 im Oktober gegen Bayer Leverkusen, die Kollegen spielten dem Erstligadebütanten damals bewusst die Bälle zu, sowie eine Minute im Pokal bei den Stuttgarter Kickers. Nette Momente, Lohn für die Arbeit, mehr aber (noch) nicht. „Marcel ist ein super vernünftiger Junge“, sagt Trainer Glasner: „Bei ihm geht die Entwicklung eindeutig in die richtige Richtung.“

Eintracht-Zeugnis

Europa-League-Triumphator , Champions-League-Achtelfinalist, Tabellenvierter in der Bundesliga – Eintracht Frankfurt blickt auf ein außergewöhnliches, ja historisches Jahr zurück, das beste und schönste seit einer ganzen Ewigkeit. Grund genug, die Mannschaft zu würdigen, die ein Zwischenzeugnis mit der Note eins erspielt hat.

Das große Klassenbuch der Eintracht zum ersten Saisonteil, dieses Mal in Serienform und loser Folge. Spieler für Spieler im Einzelporträt – vom Musterschüler bis hin zu jenen mit einem Blauen Brief. Diesmal: Marcel Wenig. Alle weiteren Spielerbewertungen unter: fr.de/eintracht-zeugnis

Doch dem U19-Nationalspieler geht es wie vielen Jungprofis, die Konkurrenz in den Bundesligakadern ist groß, bei der Eintracht sowieso: Djibril Sow, Sebastian Rode, Mario Götze, Daichi Kamada, Kristijan Jakic, Eric Dina Ebimbe. Spielzeit auf Erstliganiveau? Schwierig. Zumal der Rechtsfuß nun auch noch eine Weile pausieren muss, ein Trainingsunfall, bei dem im Zweikampf sein Mittelfuß in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Fraktur musste operiert werden, Spiele in der Bundesliga sind gerade ziemlich weit weg.

Marcel Wenig wird sich nach seiner Rückkehr auf den Platz strecken müssen, um bei den Eintracht-Profis den Durchbruch zu packen, gerade in Sachen Dynamik und Schnelligkeit hat er deutlichen Nachholbedarf - was freilich beides nicht ganz so leicht zu trainieren und verbessern ist. Oder aber er wird in der kommenden Saison im Falle eines Aufstiegs eine wichtige Stütze der U21 in der Regionalliga - nicht ganz unwahrscheinlich.

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