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Spielt nicht mehr für den DFB: der Kölner Jonas Hector. dpa

Eintracht-Gegner

Den Geißbock umstoßen

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Tohuwabohu kennen sie beim 1. FC Köln aus dem Effeff und hoffen trotzdem nun inmitten der Krise am Sonntag gegen die Frankfurter Eintracht auf einen Neustart.

Die kreativen Köpfe des Kölner Boulevards lassen sich in Krisenzeiten selten lumpen, da kennen sie nix, die Damen und Herren des für ihre angespitzte Feder teils gefürchteten und bundesweit bekannten „Express“. Ihr gern gewähltes Ziel: der Vorzeigefußballverein der Domstadt, der 1. FC Köln, seit Jahren ein stetiger Lieferant für Storys mit kriselndem Touch.

So auch in dieser Bundesligarunde, nach nur drei Spieltagen ist längst wieder Druck auf dem ohnehin durchgehend qualmenden Kessel beim FC. Null Punkte, 3:7 Tore, saisonübergreifend bereits 13 sieglose Spiele am Stück. Unangenehm für einen selbst, den Effzeh und seine Fans, durchaus behaglich für manch andere, die Menschen mit angespitzter Feder. Also steckten die Damen und Herren ihre Köpfe zusammen und fanden – wie passend zur Sieglosserie - exakt 13 Gründe für die aktuelle Krise des Klubs: fehlende Fans, Tohuwabohu in der Chefetage, taktische Fehler des Trainers Markus Gisdol, Formschwächen von vermeintlichen Leistungsträgern, die (zu) spät verpflichteten Neuzugänge, und, und, und. Fast schon mutet die Liste so an, als ließe sie sich problemlos noch um einige Punkte verlängern,

„Wir haben nie drumherum geredet, dass es ein schweres Jahr für uns wird“, verkündete jüngst auch Horst Heldt: „Wir arbeiten aber weiter intensiv und haben noch eine lange Saison vor uns.“ Was soll er auch anderes sagen, der Kölner Sportchef. Der in der Öffentlichkeit bereits angezählte, von Ex-Profi Heldt aber noch geschützte Trainer Gisdol rief zudem für die Länderspielunterbrechung einen „Neustart“ aus. Die Last-Minute-Zugänge der Transferperiode könnten in dieser Phase an sein System herangeführt und damit das Selbstvertrauen der restlichen Truppe gestärkt werden, so die Hoffnung, damit am Sonntag (15.30 Uhr) der (Geiß-)bock im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt umgestoßen wird. „Es geht nicht um mich“, sagte Gisdol, der die Eintracht als „gewachsene Mannschaft“ sieht und von seinen Jungs erwartet, „dass wir in den Zweikämpfen richtig dagegenhalten“.

Der Kölner Angreifer Anthony Modeste schoss sich zwar scheinbar warm für das Frankfurt-Spiel, bloß gelang ihm das Kunststück von acht Toren eben nur beim nahezu wertlosen 14:0-Testkick gegen einen Sechstligisten. Das 1:0 am Montag gegen die eigene U21, Torschütze war übrigens der Ex-Frankfurter und Neu-Kölner Marius Wolf, wirkte ebenfalls nicht überzeugend.

Zumal wichtige Spieler die Pflichtspielpause im Krankenstand verbracht haben. Kapitän Jonas Hector, der gerade seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hat, plagte sich mit Nackenbeschwerden rum und wird ausfallen. Sturmhoffnung Sebastian Andersson, im Sommer von Union Berlin gekommen, weilte wegen Knieproblemen gar zur Behandlung in München, stieg gestern aber wieder ins Training ein und soll spielen. Die Zugänge Ondrej Duda und Dimitris Limnios waren zudem mit ihren Nationalteams unterwegs. Alles nicht optimal. Gisdol: „Wir haben die ersten Spiele analysiert und sind zum Schluss gekommen, dass wir die individuellen Fehler abstellen müssen.“ Na dann.

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