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Debütantin beflügelt den großen Traum

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Von: Katja Sturm

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Kommt eine Siegtorschützin geflogen: Anna Aehling entscheidet Spitzenspiel. Foto: Imago images.
Kommt eine Siegtorschützin geflogen: Anna Aehling entscheidet Spitzenspiel. © IMAGO/Jan Huebner

Eintracht-Spielerinnen segeln dank Anna Aehling und einem 3:2-Sieg über die TSG Hoffenheim hart auf Kurs Champions League.

Vielleicht zum ersten Mal ein bisschen Bundesligaluft schnuppern – mehr hatte Anna Aehling von diesem Samstagnachmittag im Stadion am Bretanobad nicht erwartet. Am Ende stand die Fußballerin der Frankfurter Eintracht als Matchwinnerin da. In der 85. Minute des Duells gegen die TSG Hoffenheim war die 20-Jährige, die erst in der Winterpause zu den Hessinnen gekommen war, nach einem Freistoß dem Ball entgegengehechtet und hatte ihn im Flug mit dem Kopf in den Kasten der sich vergeblich streckenden Keeperin Martina Tufekovic befördert. Der spektakuläre Treffer der nach einer Stunde Spielzeit eingewechselten Debütantin bei ihrem allerersten Auftritt auf Erstliganiveau bedeutete den 3:2 (0:1)-Erfolg der Hausherrinnen gegen den Tabellendritten. Die Eintracht bleibt zwar Vierter, ist jedoch nun punktgleich mit dem Champions-League-Teilnehmer.

Anna Aehling kam nach dem Abpfiff aus dem Strahlen nicht mehr heraus. „Das ist ein unfassbares Gefühl“, erklärte die gebürtige Coesfelderin in der improvisierten Mixed Zone der zuvor mit 1160 Zuschauern gefüllten Arena. In den entscheidenden Momenten habe sie gar nicht recht gewusst, wie ihr geschah. „Gefühlt Millisekunden später“ begruben die jubelnden Mitspielerinnen die Schützin unter sich. Eintracht-Cheftrainer Niko Arnautis, dem die Abwehrkraft zu seinem 100. Bundesligaspiel an der Seitenlinie damit das schönste Geschenk bescherte, lobte nicht nur deren Treffer. „Sie hat jeden Zweikampf gewonnen, hat Ruhe am Ball gehabt und der Mannschaft über die Seite Stabilität und im Spiel nach vorne Sicherheit gebracht“, resümierte der 41-Jährige. „Das war ein ganz, ganz toller Einstand.“

Eigentor verunsichert nicht

Dem Coach war klar gewesen, dass er die 32-malige U-Nationalspielerin in dieser so wichtigen Begegnung bringen würde, sollte Verena Hanshaw, die nach einer Verletzung während der Länderspielpause erst vergangenen Woche wieder zu 100 Prozent ins Training zurückgekehrt war, Probleme bekommen. Als es so weit war, hatte Barbara Dunst gerade den Ausgleich erzielt (57.) nach einem 0:1-Rückstand durch ein Eigentor von Letícia Santos bei einem misslungenen Klärungsversuch in der neunten Minute. Kurz darauf (68.) nutzte Lara Prasnikar einen Fehler Tufekovics für die erste Führung der Adlerträgerinnen. Es war im direkten Gegenzug des zweiten Hoffenheimer Tors durch Chantal Hagel (84.), dass Aehling bei diesem Schlagabtausch zweier Königsklassen-Kandidaten, die beide in der ersten Halbzeit große Mühe hatten, zu Chancen zu kommen, die für die Eintracht wichtigen drei Punkte sicherte.

„Am Anfang waren wir nervös, aber unser Wille war letztlich stärker als der der TSG“, sagte die zukünftige Sportstudentin, die nach ihrem Abitur und zweieinhalb Spielzeiten beim Zweitligisten FSV Gütersloh das vergangene Jahr an der Indiana University in den USA verbrachte. Dort habe sie sich vor allem athletisch, aber auch menschlich weiterentwickelt, jetzt kämen schwerpunktmäßig technische Komponenten hinzu. Mit dieser Mischung und dem Mut, die Bodenhaftung für die eigenen Ziele hinter sich zu lassen, hat Anna Aehling den Traum der Eintracht von Europa beflügelt.

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