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Ist trotz der 0:5-Pleite zuversichtlich: Bruno Hübner.

Bruno Hübner

"Dass Veränderungen nötig sind, hat man gesehen"

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Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner spricht über die Klatsche gegen die Bayern und mögliche weitere Neuverpflichtungen.

Nach der Mannschaftssitzung am Montagmorgen stellte sich Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner den Fragen der Presse. Der 57-Jährige sprach über die Ernüchterung nach dem 0:5 gegen die Bayern und über... 

...den schlechten Zeitpunkt des Supercups: Das Spiel kam für uns 14 Tage zu früh, das hat man gesehen. Wir sind in einem Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Das Spiel war schlecht für die Stimmung. Wir brauchen die Euphorie, deshalb müssen wir jetzt aufpassen, dass wir nicht wegen eines Spiels alles plattmachen. Wir haben im Vorfeld schon erwartet, dass so ein Spiel rauskommen kann.

...den fehlenden Mut des Teams: Die ersten 20 Minuten waren sehr ordentlich, die ersten beiden Tore für die Bayern sind aus dem Nichts gefallen. Danach hat uns der Glaube gefehlt, gegen so eine starke Mannschaft noch mal zurückzukommen. Daran müssen wir arbeiten. Wir brauchen Mut und Leidenschaft. Für uns war das Spiel nicht ernüchternd, aber die Höhe der Niederlage war ärgerlich – und dass wir uns nicht anders gewehrt haben. 

...das misslungene Debüt von Torwart Frederik Rönnow:  Es war sein erstes Spiel und er war vorher verletzt. Es war kein einfaches Spiel für ihn. Aber wir wissen das einzuordnen. Man muss sehen, dass es beim 0:2 auch eine klare Zuteilung gab. Und beim vierten Gegentor ist er weggerutscht. Es gab unglückliche Situationen, aber auch Lukas Hradecky und Kevin Trapp haben so angefangen. Er hat auch in zwei Situationen gezeigt, dass er ein guter Torwart ist. Nur Frederik Rönnow die Schuld zu geben, liegt mir fern.

...das Fehlen vieler Neuzugänge: Wir haben Spieler, die erst spät zu uns gekommen sind und noch nicht so weit waren. Wir haben Spieler aus anderen Ligen, aus anderen Ländern, die brauchen eine gewisse Zeit. Diese haben wir auch anderen Spielern zugestanden. Sie sind jetzt gefordert, damit der Prozess schneller geht und wir die Neuzugänge einbauen können, um eine homogene Mannschaft zu werden. Die Mannschaft kann schon bald anders aussehen, wenn sich die Neuzugänge herangearbeitet haben. Dass Veränderungen nötig sind, hat man gesehen. Man muss auch sehen, dass Ante Rebic nicht gespielt hat, andere waren verletzt. Wir glauben, dass wir das korrigieren können. Es war gut, dass wir einen Schuss vor den Bug bekommen und gesehen haben, dass wir viel Arbeit vor uns haben. Gegen Ulm wird die Mannschaft anders aussehen. 

...mögliche Transfers: Wir haben vergangene Saison mit Kevin-Prince Boateng und Ante Rebic bewiesen, dass wir auch auf den letzten Drücker noch gute Spieler holen können. Wir werden tätig, wenn es passt.

...Spieler wie Marc Stendera, die den Verein verlassen sollen: Wer Fußballspielen will, sucht einen Verein, bei dem er die Möglichkeit dazu hat. Hier ist sie nicht gegeben. Ich wünsche mir schon, dass die Einsicht der Spieler da ist, eine Veränderung anzustreben. 

...die mögliche Verpflichtung eines Rechtsaußens: Wir können das auch intern kompensieren. Mit Nicolai Müller oder Mijat Gacinovic, der gegen Bayern wirklich gut gespielt hat. Aber wir sehen, dass da Bedarf ist, da machen wir uns Gedanken.

Adi Hütter ist ambitioniert und ehrgeizig 

...das fehlende Tempo im Spiel: Ich glaube nicht, dass es mit Schnelligkeit zu tun hatte. Wir hatten zu viele Abstände, zu viel Angst, nach 20 Minuten ist der Mut verloren gegangen. Wir müssen aggressiver sein, nicklig, dem Gegner wehtun, das hat uns letzte Saison ausgezeichnet. Deshalb hat uns Boateng so gut getan, er hat die Mannschaft wachgerüttelt. Da muss jetzt ein anderer Verantwortung übernehmen. Aber das kann man ja nicht bestimmen, das ist in der DNA drin. Derjenige muss sich so fühlen, und das geht nur mit Akzeptanz und Leistung. Solch einen Spieler suchen gefühlt 14 Vereine. 

...die Kompatibilität des Systems von Trainer Adi Hütter mit den Fähigkeiten des Teams: Wir können das Spiel gut einschätzen. Der Trainer ist ambitioniert und ehrgeizig, er ist mit ganz anderen Vorstellungen ins Spiel gegangen. Er wird merken, dass er das Spiel anders aufbauen muss, wenn wir es nur über 20 Minuten und nicht über eine gewisse Distanz durchziehen können. Die Mannschaft gibt vor, welches System umsetzbar ist. Das weiß der Trainer.

Aufgezeichnet von Ingo Durstewitz

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