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Im Hinspiel lief es nicht ganz so gut für Almamy Touré (rechts) und Eintracht Frankfurt: Am Ende reichte es gerade noch so zu einem 2:2.
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Im Hinspiel lief es nicht ganz so gut für Almamy Touré (rechts) und Eintracht Frankfurt: Am Ende reichte es gerade noch so zu einem 2:2.

Eintracht will Kurs halten

Eintracht gegen Stuttgart: Das Gradmesser-Spiel

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Eintracht Frankfurt will gegen den VfB Stuttgart beweisen, dass die Bremen-Pleite nur ein Ausrutscher auf dem Weg in die Champions League war – doch inwiefern beeinflusst das Bobic-Beben diesen Traum?

Adi Hütter wusste vorher schon, was da auf ihn hätte zukommen können. Am liebsten, so die naheliegende Erwartung des Trainers von Eintracht Frankfurt, hätten ihn die Reporterinnen und Reporter natürlich vollständig ausgequetscht über das beherrschende Thema der vergangenen Tage beim Fußballbundesligisten. In etwa so: Wussten Sie von den Abschiedsplänen Ihres Chefs Fredi Bobic? Hat der Sportvorstand Sie darüber vorab informiert? Befürchten Sie unangenehmen Folgen fürs kommende Spiel? Und, und, und.

Die Fragen der Presseleute lagen bei der gestrigen Medienrunde vor dem Heimauftritt gegen den VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr) selbstverständlich parat. Und Adi Hütter tat das, was er so gerne tut, wenn es nicht um ein ihm explizit zugeteiltes Wirkungsfeld geht, wenn es nicht um die fußballerischen Belange auf dem Rasen geht. Er nahm denn Zuhörern sofort den Wind aus den Segeln.

Eintracht Frankfurt: Hütter richtet Fokus auf Stuttgart

Noch bevor die erste Frage überhaupt gestellt werden konnte, sagte er: „Nein“, das Thema Fredi Bobic habe „grundsätzlich gar keinen Einfluss auf die Mannschaft. Unsere Aufgabe ist, sich auf das Spiel zu konzentrieren, ausschließlich auf das Spiel“. Und so wolle er das jetzt auch handhaben. Er sei nicht hier, um über Personal des Vereins zu diskutieren. „Ich weiß, sie alle würden gerne mehr von mir dazu hören, werden sie aber nicht. Das Spiel am Samstag ist meine primäre Aufgabe.“ Ätschbätsch, liebe Leute.

Das Spiel gegen den VfB werde ganz sicher kein leichtes, so Hütter, der in der Folge ein Füllhorn an Lobpreisungen über dem Aufsteiger ausschüttete. „Stuttgart spielt eine tolle Saison, sie zeigen einen attraktiven, offensiven, begeisternden Fußball. Sie sind eine absolute Bereicherung für die Liga“ Es sei ein offener Schlagabtausch zu erwarten, denn „beide Mannschaften haben das Ziel, nach vorne zu spielen. Es könnte ein interessantes Spiel werden, das sehr, sehr schnell wird.“

Eintracht Frankfurt: Touré patzt im Hinspiel

Verkürzt lässt sich mit Blick auf die Stuttgarter festhalten: Ihr Mut macht sie so gut. Gerade die furiosen Flügelflitzer, ob nun der Vollgassprinter Silas Wamangituka auf rechts oder die Flankenmaschine Borna Sosa auf links, beim VfB geht es in aller Regel schnurstracks nach vorne. Nur drei Teams haben mehr Tore als der VfB (44) in dieser Bundesligarunde erzielt – der FC Bayern (67), Dortmund (48) und, na klar, die Eintracht (46).

Im Hinspiel, das die Frankfurter erst nach einer deutlichen Steigerung in Hälfte zwei sowie dank des starken Einwechselspielers Aymen Barkok zu einem 2:2 umbogen, wurden die Hessen 45 Minuten lang quasi überrannt. Vor allem Almamy Touré, vorgeführt auf seiner rechten Abwehrseite, dürfte die Partie auch heute noch in mieser Erinnerung haben. Seitdem hat der damals noch gesetzte Franzose seinen Status als Stammkraft verloren.

Seitdem ist freilich aber auch eine Menge passiert. Nicht nur, dass Erik Durm mittlerweile der rechten Seite Stabilität und Konstanz verleiht, sondern das gesamte Frankfurter Gebilde ist ein anderes, ein gefestigteres. „Wir sind besser geworden im Vergleich zum Hinspiel. Wenn man die Bayern schlagen kann, dann geht das auch mit Stuttgart“, betont Hütter, aber: „Wir müssen uns auf dem Platz klug verhalten.“ Heißt: Möglichst wenig Umschaltaktionen des VfB zulassen.

Eintracht Frankfurt: Historische Chance

Die erste Niederlage des Jahres und die dritte dieser Saison vor einer Woche in Bremen sei jedenfalls intensiv aufgearbeitet worden, so Hütter: „Wir haben in Bremen nicht die richtige Lösungen gehabt, die entscheidenden Meter nicht gemacht“, blickt Hütter zurück, all das, was sein Team zuvor während der Siegesserie ausgemacht habe. Und wovon der Fußballlehrer überzeugt ist, dass seine Jungs es am Samstag wieder zeigen werden. Das Selbstvertrauen scheint ungebrochen.

„Wir haben eine historische Chance“, sagt der Trainer ob dem aktuellen vierten Tabellenplatz, der am Saisonende für die Teilnahme an der Champions League berechtigen würde: „Wir werden alles dafür unternehmen, dass wir etwas Außergewöhnliches erreichen. Wir wollen um die Champions League fighten.“ Eine Niederlage wie in Bremen passiere nun mal, das Normalste der Fußballwelt also.

Eintracht Frankfurt: Tuta zieht’s im Gesäß

„Es ist aber unglaublich wichtig, dass wir jetzt versuchen, Stuttgart zu schlagen.“ Ein Sieg gegen die Schwaben könnte die Bremen-Pleite als einmaligen Ausrutscher vergessen machen, eine weitere Pleite wäre dagegen durchaus ein Stimmungskiller im Königsklassen-Rennen. Ist es also ein richtungsweisendes Spiel, sogar ein Schlüsselspiel, Herr Hütter? „Zum Schluss einer Saison sind alle Spiele richtungsweisend. Im April treffen wir ja auch noch auf die unmittelbaren Konkurrenten. Aber natürlich ist Stuttgart als drittbeste Auswärtsmannschaft wieder ein Gradmesser.“

Während Evan Ndicka nach seiner abgebrummten Gelbsperre wieder zurückkehren wird in die Dreierabwehrkette und der zuletzt angeschlagene Mittelfeldmann Sebastian Rode gestern das Teamtraining aufnahm, musste der junge Brasilianer Tuta die Einheit am Donnerstag dagegen abbrechen. Leichte Beschwerden am Gesäß, so die Erklärung seines Trainers, eine Vorsichtsmaßnahme. „Ich gehe davon aus, dass Tuta spielen kann.“ Falls nicht stünden für den Verteidigerposten Stefan Ilsanker und – ausgerechnet – der im Hinspiel „unachtsame“ (Hütter) Almamy Touré als Alternativen parat.

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