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Allein mit dem Ball: Danny da Costa.  

SGE-Verteidiger

Danny da Costa: „Man kann sich nicht wirklich anbieten“

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Von der Schwierigkeit des Danny da Costa, in diesen Zeiten seinen verlorenen Stammplatz zurückzuerobern.

Natürlich versucht auch Danny da Costa das Beste aus der momentan angespannten Lage zu machen. Er habe jetzt mehr Zeit für andere Dinge, etwa seinen Welpen zu trainieren, der eigentlich in die Hundeschule gehörte; auch könne er das vergangene Jahr mit den vielen Höhepunkten beim Triumphmarsch durch Europa in Ruhe Revue passieren lassen. „Damals ging das ja gar nicht, drei Tage später stand schon wieder ein Bundesligaspiel an“, sagte der Rechtsverteidiger von Eintracht Frankfurt im virtuellen Interview.

Die Zwangspause ist aber gerade für den 26-Jährigen nicht so glücklich. „Es ist eine blöde Situation.“ Er brennt darauf, wieder Zweikämpfe zu führen, die Linie entlang zu rennen, auch fehlt ihm das alte Kabinengefühl, der Flachs mit den Kollegen. „Es ist eine Umstellung.“ Immerhin fühlt er sich fit, körperlich habe er nichts verloren, Grundlagentraining und viele Läufe konnten absolviert werden, aber natürlich weiß er nicht, inwieweit die Mannschaft schon bereit und in Form ist für ein Match. „Es ist so, wie nach einer Vorbereitung“, keiner wisse so recht, wo er steht. Er hofft, dass „wir nicht von Null auf 100 starten müssen.“

Für ihn persönlich ist die verordnete Zwangspause doppelt ärgerlich. Nach der Umstellung des taktischen Konzepts in der Winterpause hat der Dauerspieler hinten rechts seinen Stammplatz im Team verloren, Almamy Touré spielt an seiner Stelle. Da Costa, der seit Januar 2018 genau 98 Pflichtspiele für die Hessen in den Knochen hat, ist aktuell außen vor. Das fuchst da Costa logischerweise. Nun, da ein Training nur in Kleinstgruppen möglich ist, ist es schwierig, auf sich aufmerksam zu machen. „Man kann sich nicht wirklich anbieten“, sagt da Costa. Auch ein Vier-Augen-Gespräch mit Trainer Adi Hütter habe es nicht gegeben, sagt der Profi, allerdings „fallen schon zwei, drei Sätze mehr als im normalen Training.“

Trainer Hütter ist insgesamt sehr angetan darüber, wie die Mannschaft „die Sache angenommen“ hätte. Er nutzt jetzt die Gelegenheit, sagt er, „individuell mit den Spielern enger zusammenzuarbeiten“, positiv sei, dass man in den Kleinstgruppen „positionsspezifisch noch enger auf die Jungs eingehen kann“. Freilich sehnt auch der Coach den Zeitpunkt herbei, da es losgeht.

Dass dies nur mit Geisterspielen der Fall sein wird, sei für Eintracht Frankfurt sicherlich ein Nachteil, sagt Danny da Costa. „In unserem Stadion herrscht eine besondere Atmosphäre.“ Und er wisse von anderen Spielern, dass die Frankfurter Kulisse „einschüchternd“ wirke. Doch auch diese Situation „müssen wir annehmen“, sollte es tatsächlich am 9, Mai mit dem Fußball weitergehen. „Wir forcieren nicht, was in der Gesellschaft komplett unmöglich ist“, sagt da Costa. Man wolle, wie alle, „unserem Job nachgehen“, aber „nicht auf Teufel komm raus.“ Denn spätestens nach dem Besuch des Universitäts-Klinikums im Rahmen der „Auf Jetzt!“-Aktion des Klubs, sowie den „sehr beeindruckenden und lehrreichen“ Erfahrungen, die er dort mit Menschen gemacht habe, die an vorderster Front gegen das Virus kämpfen, ist er sicher: „Dagegen hat der Fußball schon an Bedeutung verloren.“

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