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Danny Blum muss jede Chance nutzen

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Von: Thomas Kilchenstein

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Eintracht-Profi Danny Blum.
Eintracht-Profi Danny Blum. © Imago

Eintracht-Spieler Danny Blum muss mal wieder einen neuen Anlauf nehmen. Verletzungen und Krankheiten haben den Offensivmann häufig ausgebremst.

Man kann jetzt nicht sagen, dass der erste Bundesligaeinsatz von Danny Blum in dieser Saison besonders glücklich für ihn verlaufen wäre, ganz und gar nicht. 16 Minuten vor Schluss kam der 26-Jährige in ein mittlerweile völlig zerfahrenes Spiel gegen den FSV Mainz 05 hinein. „Das war alles, das war Krampf. Kampf, nur kein Fußball, es ging nur noch hin und her“, beschreibt der Linksfuß die Schlussphase dieser Partie Ende Oktober. Für ihn sei es wahnsinnig schwierig gewesen, überhaupt ins Spiel zu finden, richtig gelungen war es ihm nicht. Er weiß das. „Ich habe zwei, drei Entscheidungen getroffen, die ich eventuell anders hätte treffen müssen“.

Vor allem eine Szene ist in unguter Erinnerung: Da hat Danny Blum am linken Flügel den Ball am Fuß, pinkrosa leuchten seine Fußballschuhe, er täuschte wie Cristiano Ronaldo ein Dribbling an und rannte mit dem Ball ins Seitenaus. Auf den Mainzer Tribünen wurde ordentlich gejohlt über diesen Fauxpas. „Das sah unglücklich aus“, gibt Danny Blum zu.

Dabei hatte er ein paar Tage zuvor, im Pokalspiel gegen dem 1. FC Schweinfurt, durchaus positiv auf sich aufmerksam machen können. Neun Minuten waren ihm da geblieben, es hat gereicht für ein Tor zum 4:0. Danny Blum schien auf dem richtigen Weg. Doch nun sagt er, einen Tag vor dem Privatspiel am Freitag am Riederwald gegen den Zweitligisten SV Sandhausen, es sei die Frage, ob er überhaupt die Gelegenheit bekomme, 90 Minuten zu spielen. Er freilich wäre bereit und hochmotiviert. Blum muss jede Möglichkeit nutzen, Spielpraxis zu sammeln. „Ich nehme jedes Spiel ernst, egal, ob es ein Freundschaftsspiel oder ein Bundesligaspiel ist.“ Gerade die Akteure bei Eintracht Frankfurt, die zuletzt weniger im Fokus stünden, brennen darauf zu zeigen, was sie draufhaben. Und weil Danny Blum zwischen 2010 und 2014 beim SV Sandhausen gespielt hat, ist die Begegnung für den Linksfuß auch ein bisschen mehr als nur ein normales Testspiel. „Ich verfolge den Klub und habe noch enge Kontakte dahin.“

Zweimal am Tag trainiert

In Sandhausen, seiner ersten Profistation, hat der gebürtige Frankenthaler den vielleicht entscheidenden Kick für seine Karriere bekommen. Bis dato hatte er sich allein auf sein Talent verlassen brauchen, seine Schnelligkeit, seine Schusstechnik. Es hat immer gereicht, und er musste seinerzeit auch nicht immer sehr professionell leben, um regelmäßig zu spielen.

Er ließ sich schließlich für ein Jahr zum Karlsruher SC ausleihen und als er nach einem Jahr zurückkehrte nach Sandhausen, war er ziemlich in Vergessenheit geraten: „Ich kam in die Kabine und da war nichts mehr: kein Trikot, keine Klamotten, nichts. Ich musste in den Sportladen gehen, in dem der Klub seine Klamotten bezieht, und mich neu einkleiden. Ich musste mich vorstellen, meine Größe angeben, damit ich einen Trainingsanzug bekomme. Die hatten mich überhaupt nicht mehr auf dem Schirm. Da ist mir ein Licht aufgegangen“, sagte Blum einmal in einem Interview mit der FR. Seitdem arbeitet er intensiver, engagierter für seinen Beruf, er hat ein paar Schippen mehr drauf gelegt.

Danny Blum will dran bleiben

Das hat Blum, der vor Jahren nach einer schweren Verletzung zum Islam konvertiert ist, jetzt bei Eintracht Frankfurt auch wieder tun müssen. Denn in dieser Saison ist es nicht so gelaufen wie sich das Blum vorgestellt hat. Anfang August hatte er sich einer Mandeloperation unterziehen müssen, danach hat ihn eine Angina ausgebremst. „Ich musste viel Rückstand aufholen“, sagt er. „Das war wie nach sechs Wochen Urlaub zurückzukommen.“ Er habe Gas gegeben, habe „zweimal am Tag“ trainiert, um den Anschluss wieder herstellen zu können. Sein Ziel ist es: „Da zu sein, wenn ich gebraucht werde.“ Sein Vertrag bei den Hessen läuft noch bis 2020.

Am Freitag dürfte er gebraucht werden. Acht Nationalspieler sind derzeit auf Länderspielreisen (Branimir Hrgota wurde nicht für das schwedische Team nominiert), am Mittwochmorgen, beim ersten Training in dieser Woche, tummelten sich bei miesem Novemberwetter nur ganze 13 Feldspieler plus zwei Torleute auf dem Platz. Sebastien Haller fehlte, weil er sich einen Weisheitszahn hatte ziehen lassen müssen, Kevin-Prince Boateng, Marco Russ, Simon Falette trainierten individuell im Kraftraum, Danny da Costa lief Runden, auch Omar Mascarell schaute vorbei, in einem Monat steige er ins Mannschaftstraining ein, hieß es. Am Freitag werden beide keine Rolle spielen, Danny Blum schon. Er will dran bleiben. Und vorerst zufrieden sein, überhaupt im Kader zu stehen. „Es gibt Spieler, die sauer sind, weil sie auf der Tribüne sitzen.“

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