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Rote Karte für den Montag: Eintracht-Fans haben eine klare Meinung.
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Rote Karte für den Montag: Eintracht-Fans haben eine klare Meinung.

Proteste

"Dahinter steckt kein Populismus"

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht-Vorstand Axel Hellmann erklärt, wieso der Klub den Protest duldete: "Deeskalation stand über allem".

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann hat ein Ohr an den Fans, er setzt seit jeher auf Dialog, auch mit den Ultras, selbst in schwierigen Zeiten, als das Verhältnis – etwa nach den schlimmen Vorkommnissen in Magdeburg – vor einer Zerreißprobe stand. Der 46-Jährige zog nach dem ungewöhnlichen Protest am Montagabend, der zwar zu zwei Verzögerungen führte, aber friedlich und auch originell ablief, ein positives Fazit. Nach der Partie gab aus Auskunft über ...

... die Frage, weshalb man die Aktionen duldete: Zunächst muss man festhalten: Es war die erwartete massive Protestwelle gegenüber dem Montagsspiel. Man muss ebenso festhalten, dass das Rahmenbedingungen waren, die in Zukunft ein Bundesligaspiel nicht begleiten und kennzeichnen dürfen. So eine Atmosphäre ist nicht die, die man bei einem Spiel braucht, weil sie uns auch das besondere Merkmal der Bundesliga im In- und Ausland nimmt. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass es so abgelaufen ist, wie es die Fanszene dargestellt hatte. Wir haben da übrigens, und das möchte ich klarstellen, nichts genehmigt, es gab auch keinen Antrag. Aber wir haben Dinge geduldet, und zwar deshalb, weil wir uns sicher waren, dass Proteste, die nicht in irgendeiner Form organisiert abgelaufen wären, möglicherweise hier ein ganz anderes Bild gezeichnet hätten.

... die generelle Ablehnung der Montagsspiele: Wie man gesehen hat, geht es hier nicht um eine kleine Gruppe von Fans, die den Montag nicht akzeptiert. Man hat an der Reaktion der Zuschauer, die applaudiert haben, gesehen, dass es sehr viel mehr Menschen sind, die den Montag ablehnen. Das sollte man als Zeichen werten. Wir wünschen keine Fans, die in den Innenraum gehen, und wir wünschen auch keine Tennisbälle auf dem Platz, aber beide Halbzeiten konnten durchgespielt werden, es gab keine Unterbrechungen. Und es blieb friedlich. Der Ansatz, das zu tolerieren, ging auf.

... den zeitlichen Ablaufplan und die Organisation des Klubs rund um den Protest:  Wir konnten uns ab Sonntag darauf einstellen, wir wussten dann am Montag, dass Tennisbälle fliegen. Und so konnten wir die Dinge in eine gewisse Form bringen. Natürlich wird der eine oder andere sagen: „Oh, das darf aber nicht sein.“ Aber wir haben als Vorstand eine Verantwortung für die Durchführung des Spiels und die Sicherheit. Aus Sicht aller Beteiligten sind wir dieser Verantwortung gerecht geworden – unabhängig davon, dass es im Fußball nicht stilbildend sein kann, was da am Montagabend passiert ist.

... das ausgebliebene Rahmenprogramm seitens des Vereins: Wir haben uns darauf verständigt, alles zu unterlassen, was eine weitere Aufbauschung der gesamten Situation ermöglichen könnte. Deeskalation stand am Ende über allem.

... den möglichen Nachahmeffekt an anderen Standorten: Das wird jede Fanszene selbst für sich entscheiden. Mir war klar, dass das in Frankfurt mit besonderer Intensität stattfinden wird, weil wir hier eine große, aktive Fanszene haben. Mir war bewusst, dass unsere Fans hier ein Markenzeichen setzen wollten. Ich glaube nicht, dass es an anderen Standorten ähnlich massiv sein wird, aber ich glaube schon, dass es klare Proteste geben wird. Und das nicht nur von den Ultras, der Hardcoreszene, sondern der allgemeinen Fanszene.

... die vorherige Absprache mit den Schiedsrichtern, dem Gegner und den Behörden: Wir haben am Sonntag alle informiert: DFB, DFL, die Polizei, RB Leipzig, das Schiedsrichtergespann. Und wie Schiedsrichter Felix Zwayer mit der gesamten Situation umgegangen ist, da kann ich nur meinen größten Respekt aussprechen. Ich bin froh, dass es zu einer Ansetzung kam mit einem sehr erfahrenen, guten, souveränen Referee. Das hat sehr geholfen.

... den latenten Vorwurf, die Eintracht habe aus Populismus gehandelt: Das hörte ich hier und da. Aber man muss verstehen: Wenn man einem Traditionsverein vorsteht, muss man alle Kraft reinlegen, dass die Wucht, die ein solcher Verein hat, nicht außer Kontrolle gerät. Das kann man sich nur vorstellen, wenn man einen solchen Verein geführt hat. Dahinter steckt kein Populismus, sondern Realpolitik. Und das heißt, dass wir aus unserer Sicht das Beste aus der Situation gemacht haben. Ich halte fest: Es war friedlich, es war unvermummt, es war gewaltfrei, es war pyrotechnikfrei.

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